U21-EM: Spanien zieht ins Finale ein

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Bildquelle: fcbarcelona.com

Die spanische Nationalmannschaft steht dank einem 3:0 über Norwegen im Finale der U21-Europameisterschaft. Erwartungsgemäß war die Elf von Julen Lopetegui die bessere Mannschaft, ließ aber mit zunehmendem Spielverlauf die gewohnte spielerische Brillanz etwas vermissen. Wie in den wichtigen Spielen zuvor standen auch diesmal wieder vier Spieler des FC Barcelona im Startaufgebot der Spanier, konnten den sehr guten Eindruck aus der Gruppenphase aber nicht ganz bestätigen.

Rodrigo mit dem 1:0 nach Assist von Bartra

In der ersten Halbzeit waren die Machtverhältnisse auf dem Platz klar verteilt. Die Spanier dominierten die Partie in jeder Hinsicht und hätten sich mit mehr als nur einem Tor in die Pause verabschieden müssen. Dass das Gegentor kurz vor Ablauf der ersten Hälfte gefallen ist, mag aus Sicht der Norweger ein höchst unglücklicher Umstand sein. In der Gesamtschau waren die Norweger mit nur einem Gegentor nach 45 Minuten aber noch gut bedient. Sie verteidigten tapfer ihr Tor in einem 4-4-2 oder auch 4-5-1, angefangen ab der Mittellinie, konnten die Kombinationen des technisch deutlich überlegenen Gegners jedoch nicht immer unterbinden. Torchancen gab es deshalb en masse, Tello wurde zweimal gefährlich, Isco und Rodrigo waren ebenfalls einem Torerfolg nahe. Die erste Halbzeit besiegelte schließlich Rodrigo, der den Vorzug vor dem starken Morata erhalten hat. Rodrigo bedankte sich in Form eines Tores für das Vertrauen des Trainers. Der Assist ging an Bartra, der sich stark im Kopfballduell durchgesetzt und diesen Treffer damit geebnet hat.

Schwächere zweite Halbzeit

Die zweite Spielzeit war nicht mehr annähernd so überzeugend wie die vorangegangene. Der Ballbesitzanteil, der in der ersten Halbzeit bei fast 70% gelegen hatte, purzelte nach unten – ein Indiz dafür, dass die Spanier nicht alles so gut im Griff hatten wie im ersten Durchgang. Sie standen nun weiter weg von Mann, waren nicht mehr in der Lage, die Räume wie davor energisch zuzulaufen und sahen sich zudem mit einer offensiveren und couragierteren Leistung der Norweger konfrontiert, die sich nun immer häufiger auf ein Offensivpressing verlagerten – mit teilweisem Erfolg. Noch erfolgreicher waren die Underdogs aber bei schnellem Direktspiel wie kurz nach der Pause, als sie sich auf links durchsetzten und in zentraler Position eine freie Schussbahn erspielten, die nur wegen des Scheitels von Linksverteidiger Alberto nicht im Tor mündete. Auch die Standardsituationen waren eine passable Gelegenheit, vor dem spanischen Kasten gefährlich zu werden. Beim Stand von 1:0 für die Spanier – die zweite Halbzeit war weit fortgeschritten – gab es eine solche Gelegenheit für die Norweger, doch ihr Spieler köpfte den Ball knapp über das Tor. 

Die Norweger mussten das Risiko erhöhen, was den Südeuropäern Räume eröffnete, die sie allerdings nicht zu nutzen wussten. Erst kurz vor Ablauf der 90 Minuten machte Isco mit seinem zweiten Tor im Turnier alles klar – und was für ein Tor das war! Die Norweger befanden sich in einer geordneten defensiven Grundhaltung am eigenen Sechzehner, die kräfteraubenden Investitionen in den Ausgleich helfen aber zu verstehen, wie Isco durch die Abwehr spazieren konnte. Isco täuscht einen Schuss an, lässt seinen unmittelbaren Gegenspieler stehen und zirkelt das Spielgerät mit dem rechten Außenrist in den rechten Winkel, noch bevor die Teamkameraden dem getäuschten Abwehrspieler zur Hilfe eilen können. Das ging zu einfach, viel zu einfach. Wenn Isco zu viel Raum bekommt, passieren Wunderdinge, von denen die Norweger als Zeitzeugen noch ihren Urenkeln erzählen können, einige Jahrzehnte nachdem der Spieler vom FC Málaga seine herausragende Fußballkarriere beendet hat. Wer hat das dritte Tor für die Spanier erzielt? Natürlich der eingewechselte Morata, wie könnte es anders sein. Technisch anspruchsvoll versenkt Morata den Ball aus spitzem Winkel im Netz – Hochachtung vor diesem Tor.

Mehr Unkonzentriertheiten

Hochachtung auch vor den Spielern des FC Barcelona? Gewiss, sie hatten ihren Anteil am Erfolg der spanischen Auswahl, wenngleich die Fehlerquote heute im Vergleich zu den vorherigen Partien etwas erhöht war. Tello wurde in der ersten Halbzeit zweimal gefährlich, tauchte im zweiten Durchgang vor seiner Auswechslung 20 Minuten vor Beendigung der Begegnung allerdings ein wenig unter. Er hatte einige Male Probleme bei der Ballan- und mitnahme und konnte sich selten im direkten Zweikampf durchsetzen. Auch Montoya leistete sich einige Unkonzentriertheiten, die er teilweise mit Fouls ausgebügelt hat. Alles in allem aber immer noch eine grundsolide Vorstellung von Montoya, der nach vorne hin diesmal nicht ganz so präsent war. Thiago glänzte wieder einmal mit einer erstaunlichen Übersicht und kontrollierte das Spiel wie ein ganz Großer. In der zweiten Halbzeit allerdings stand er zuweilen etwas zu weit weg vom Mann, sodass dieser mehr Platz als erwünscht bekam. Damit war er aber keine Ausnahme, auch die anderen Mittelfeldspieler wie Illaramendi bauten etwas ab und waren in der zweiten Hälfte physisch nicht mehr so präsent. Ohne Fehl und Tadel agierte Marc Bartra in der Innenverteidigung. Er gewann viele Kopfballduelle und war immer Herr der Lage. Sein Assist zum 1:0 passt sehr gut zum Gesamtbild seiner Leistung. 

Nun geht es am Dienstag im Finale um den Sieg der Europameisterschaft. Der Gegner wird sogleich zwischen Italien und den Niederlanden ausgespielt. Letztere Mannschaft konnten die Spanier in der Gruppenphase mit 3:0 bezwingen.

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