Valverde im Interview über Barcelona, VAR, WM und Ronaldo

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„Die WM gibt einem zu denken.“ In einem Interview der Revista Barça äußerte sich Ernesto Valverde zu den verschiedensten Themen rund um den FC Barcelona und die Welt des Fußballs. Dabei erzählte er, was ihn in der vergangenen Saison beeindruckte, schilderte das Problem bei La Masia und ging auch auf Ronaldos Abschied von Real Madrid ein. Auch zur WM und dem VAR hat Valverde eine persönliche Meinung.

Das Ziel: Beständigkeit

„Es würde mir gefallen, das Gefühl der Einheit, das wir letztes Jahr als Team hatten, aufrecht zu erhalten. Im Laufe einer Saison ist es sehr schwierig, das zu erreichen, vor allem bei einem Team wie dem unserem, das eine sehr offensive Spieldeutung verfolgt.
Grundsätzlich hat uns der Gegner nicht unser Spiel zerstören können und das war wichtig, um eine Linie zu verfolgen, Gewinner zu sein und dabei beständig bezüglich der Leistung zu bleiben. Ich glaube, dass wir genau das erhalten müssen. Wir arbeiteten hart, um immer zusammenzuhalten, in der Offensive ebenso wie in der Defensive.
Wir hatten einen fürchterlichen Tag in Rom und in diesen speziellen Momenten müssen wir wachsam sein, obwohl wir wissen, dass in Wettbewerben wie der Champions League oder der Weltmeisterschaft am Ende alles von einem einzigen Fehler an einem bestimmten Tag abhängt. Es ist daher unabdingbar, besonders konzentriert zu sein.
Die Kontinuität, Beständigkeit und Kraft, die wir in der letzten Spielzeit hatten, gilt es jetzt zu erneuern.“

Erwartungen an ihn und an Barça

„Es steht fest, dass Barça in einem Jahr alles gewann und in einem anderen fünf von sechs möglichen Titeln holte. Man will immer alles anstreben… aber wirklich alles zu gewinnen ist unmöglich oder zumindest sehr schwierig. Offensichtlich ist das hier eine Verpflichtung und wir wollen demnach alles gewinnen. Was ich aber auf jeden Fall sicher weiß, ist, dass der beste Weg, um alle Ziele zu erreichen, darin besteht, vom ersten bis zum letzten Tag der Beste zu sein. Und das kann dir nur die Liga garantieren. Denn in der Champions League oder bei der Weltmeisterschaft kann man in zehn Minuten alles gewinnen oder alles verlieren.“

„So leicht funktioniert La Masia nicht“

„Barça muss immer einen fixen Platz für Spieler aus der Jugend haben. Manchmal gibt es Leute, die sagen: ,Wir holen ein paar Burschen aus der Jugend, bringen sie zur ersten Mannschaft und schon wird alles funktionieren.‘ Aber das ist nicht immer so einfach. Erstens, weil es eine enorme Erwartung gibt, und zweitens, weil der Konkurrenzkampf in der ersten Mannschaft sehr intensiv ist. Es stimmt, dass man die eigenen Jungs bevorzugen muss, da sie manche Dinge mit sich bringen, die die anderen Spieler nicht haben.
Am Ende hängt viel mehr von ihnen ab, als von den anderen. Es kann vom Trainer beeinflusst werden, ob er ihnen mehr Chancen gibt oder nicht… Ich wünsche mir, dass die Jungs hierherkommen und alles, wirklich alles reinschmeißen, dass die einen Haufen Tore schießen oder sich abrackern, um sie eben zu verhindern… Denn am Ende garantiert dir das eine Identität des Vereins und der Mannschaft.
Ich sehe gute Spieler in der Barça B, die Ambitionen haben und ich empfinde viel Vorfreude, wenn ich zuschaue.“

Keine Messi – Ronaldo Rivalität mehr?

„Der Wechsel Ronaldos scheint den Wettstreit der beiden ein wenig zu schwächen, denn immer, wenn man von einem redet, redet man auch vom anderen. Aber genauso wie die Fans gespannt sind, bin auch ich, zu sehen, welche Auswirkungen dieser Abgang auf das Spiel Real Madrids hat und wie sie auf dem Transfermarkt agieren. Auch die Frage, wie sich Ronaldos Präsenz in einem anderen Verein und in einem anderen Land auf die dortige Liga auswirken wird, spielt eine Rolle.“

Die Bedeutung der WM für Barcelona

„Siege wirken sich auf die künftige Fußballschule aus und wenn ein Team gewinnt, zieht man die vorherige Strategie in Zweifel. Es stimmt, dass es Mannschaften wie Frankreich gab, das den Raum gut beherrschte und eine überzeugende Abwehr mit einem guten Sturm hatte, und es gab andere Mannschaften, die sich trotz des vielen Ballbesitzes und der Spielkontrolle nicht durchsetzen konnte, wie das bei Spanien der Fall war. So etwas gibt einem natürlich zu denken.“

Valverde über den VAR

„Das Gefühl ist, dass der Video Assistant Referee und die neue Technologie kommen, um uns zu unterstützen, vor allem in Bezug auf die Gerechtigkeit bei Aktionen im Strafraum. Wir wissen, dass der VAR Auswirkungen haben wird.
Es würde mir gefallen, wenn der VAR nicht den Spielrhythmus störte. Das ist das Seltsamste: Die Freude am Fußball besteht darin, dass alles schnell geht und es kaum Unterbrechungen gibt… Es stimmt, dass der Schiedsrichter Hilfe benötigt, aber dem Spielrhythmus darf dadurch kein Schaden zugefügt werden.
Ich weiß schon, dass sich die ganze Fußballwelt um das kümmert, was im Strafraum passiert, aber im Finale der WM schoss Frankreich ein Tor nach einer Schwalbe und das Finale wurde dadurch entschieden. Was ist jetzt das Wichtige? Ich weiß es auch nicht genau, auch ich bin gespannt, wie das in Zukunft funktionieren wird.“

Gebt ihr Valverde bei seinen Aussagen recht? Falls dem nicht so ist, was seht ihr anders? Hier könnt ihr sein Profil nachlesen!

Michael Weilch
Treuer Culé seit Beginn der Ära Messis und der festen Überzeugung, dass Barça "més que un club" ist. Hofft, dass sich die Blaugrana auf ihre historischen Wurzeln besinnt und gerade in heutigen Zeiten ein Leuchtbild für Demokratie und Chancengleichheit darstellt - der Grund, warum der FC Barcelona eben nicht "nur" ein Fußballverein ist. Motto: "Tots units fem força!"
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