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Was hat „Lucho“ vor?

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  • Dieses Thema hat 237 Antworten und 50 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 5 Jahre, 4 Monaten von Anonym.
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  • #546188
    IniestaElMejor wrote:
    Ich muss ganz offen gestehen, dass ich eigentlich kein großer Fan von Eurosport-Artikeln bin. Aber dieser hier ist dann doch ganz lesenswert:

    Barça 2015: Der Phönix aus der Asche

    Das erinnert mich an etwas. Schaut mal was ich vor über einem Jahr hier ins Forum gepostet habe:

    Grandoli Newells Barca wrote:
    Es läuft zur Zeit nicht bei uns. Von der Vereinsführung, bis zu den Spielern, überall gibt es Probleme. Dass die sportlichen Erfolge darunter leiden, ist klar. Aber solche Zeiten sind dazu da, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Die ganzen Modefans können sich jetzt Lederhosen kaufen oder die Traditionsclubs aus London oder Paris unterstützen. Diejenigen von uns, ich bin mir sicher jeder hier im Forum, die in der etwas schwereren Zeit jetzt treu bleiben, werden dann dabei sein, wenn sich Barça wie der Phönix aus der Asche erheben wird. ;)

    ¡Visca el Barça! würde ich sagen! :barca:

    #546185
    IniestaElMejor
    Teilnehmer

    Ich muss ganz offen gestehen, dass ich eigentlich kein großer Fan von Eurosport-Artikeln bin. Aber dieser hier ist dann doch ganz lesenswert:

    Barça 2015: Der Phönix aus der Asche

    Außerdem möchte ich, ohne zu tiefgehend darauf einzugehen, nochmal Luis Enrique für diese fantastische Saison und Arbeit loben!
    Alle Statistiken sprechen eine absolut klare Sprache. Viel zu oft wurde voreilig an ihm gezweifelt, er wisse nicht was er tue.. Aber alles war absolutes Kalkül!
    Und die jetzige Situation ist die perfekte Antwort an alle einstigen Kritiker.
    Ich sehe ein Barca, welches variabel wie nie ist – Und ohne den Ball so gut wie nie! Mich beschleicht sehr häufig, eigentlich in den selben Momenten in denen ich mich tierisch über den Verlust der Kontrolle auf dem Spielfeld aufregende, das Gefühl, dass man den Gegner so versucht zu locken, um dann eiskalt zuzuschlagen.. Was ich damit sagen will – Wir sind so unberechenbar geworden, dass man es manchmal selbst kaum wahrhaben kann. Ein gutes Gefühl!

    #546133
    Anonym

    Wenn man jetzt das Double oder gar das Triple holt wird natürlich kein Präsidentschaftskandidat an Enrique für die nächste Saison rütteln. Auch wenn es „nur“ die Meisterschaft wird. Für 2016 werden die Karten da natürlich neu gemischt, nach so einer wohl sehr erfolgreichen Saison wird es keine einfache Aufgabe für Enrique die Mannschaft ohne jegliche personellen Veränderungen nochmal so top zu motivieren. Und dann sind die Erfolge ein Jahr vorher schnell vergessen. Aber das ist dann auch fast unabhängig davon ob Bartomeu oder Laporta Präsident sein wird.

    Ist zwar hier nicht das Thema und kann bei Interesse im Präsidentenwahl-Thread ja diskutiert werden. Aber Laporta hat ja immer noch keine Kandidatur für die Wahl erklärt. Er hat natürlich jetzt bei diesem aktuellen sportlichen Erfolg auch keinerlei Wahlkampfmunition. Wenn er jetzt Bartomeu angreifen würde, dann wäre das ein Eigentor von ihm. Überhaupt ist es ruhig geworden um Laporta. Ob er überhaupt antritt ist also noch ziemlich unklar.

    #546131
    Angus MacLeod
    Teilnehmer

    Ich bin ebenfalls gespannt, was im Zuge der Präsidentschaftswahlen passiert. Die Kandidaten werden ja wahrscheinlich ihren Trainerkandidaten vor der Wahl benennen, und sollte Laporta wirklich auf einen anderen Coach setzen wollen, dürfte es interessant zu sehen sein, ob die Mitglieder trotzdem noch so vehement hinter ihm stehen, wie es momentan den Anschein macht.

    Auch stellt sich die Frage, welchen Coach Laporta anstatt Lucho holen wollen würde.
    Guardiola hat ja heute verlautbaren lassen, dass er nächstes Jahr auf jeden Fall bei Bayern Trainer sein wird. Sollte da dann nicht noch ein Sinneswandel oder ein Zerwürfnis mit dem Vorstand stattfinden, dürfte sich diese Option erledigt haben.
    Ansonsten habe ich letztens auch den Namen Nuno Espirito Santo gelesen, der ja gerade bei Valencia einen tollen Job macht, und dessen Agent ganz dicke mit Laporta sein soll.
    Und dann wäre da auch noch der Herr Klopp, der ja bald vereinslos ist. Aber ich glaube nicht, dass Klopp hier funktionieren würde, zumal er ja auch erstmal die Sprache lernen müsste, ohne die er seine größte Stärke (die Motivation), nicht ausspielen könnte.

    Letztlich bleibt uns nur zu hoffen, dass Luis Enrique auch noch nächste Saison der Trainer unserer Mannschaft ist, und nicht das unnötige Opfer des politischen Kriegs wird. Da wäre mir irgendein Prestige-Transfer um ein 100-faches lieber, als dass Lucho unnötigerweise gehen muss.

    #546125
    Roland
    Teilnehmer

    Was hat dieser Enrique nur für Geschichten zu erzählen. Diese Saison hatte so viele Höhen und Tiefen und trotzdem haben sich die Dinge am Ende scheinbar so gelegt, wie es eigentlich nur in einem vor Romantik triefenden Märchen der Fall ist. Dass es kein Märchen ist, beweist die ,,gewonnene“ Meisterschaft sowie die Möglichkeit zum ganz großen Wurf.

    Ich erinnere mich noch gut an die Hinrunde, als die taktischen Anweisungen noch nicht griffen, als man die Unzufriedenheit der Spieler in ihren Gesichtern ablesen konnte, als Enrique fragwürdige Experimente an fragwürdigen Zeitpunkten ausprobierte und immer wieder an Munir festhielt, während ein Sandro seine Sache sehr viel besser machte. Das alles brachte nicht nur mich, sondern auch viele andere auf die Palme. Dann noch das Spiel im Anoeta als Alves, Piqué, Messi, Neymar und Rakitic auf der Bank saßen und das Spiel genau so kam, wie man es erwartet hat. Der berühmte Tropfen zu viel.

    Heute, 127 Tage später, ist davon nur ganz wenig zu sehen. Die Mannschaft spielt meiner Meinung nach den stärksten Fussball, den ich je von den Katalanen gesehen habe. Ein Gentlemen’s Agreement dürfte Messi und Trainer wieder zueinander gebracht haben und auch die vogelwilden Experimente sowie das seltsame Festhalten an überforderten Spieler scheinen passé. Ich habe seitdem ich denken kann, noch nie zwei so voneinander abweichende Saisonhälften gesehen.

    Selbst wenn man die CL und den Pokal am Ende nicht gewinnen sollte, diese Saison ist eine Erfolgsstory für mich. Alles, was jetzt noch kommt, werte ich als Geschenk.

    Insofern wenig verwunderlich, dass ich auf eine langfristige Zusammenarbeit mit Enrique hoffe. Diese sollte angesichts der sportlichen Argumente nur zu logisch sein, leider ist nicht nur das Sportliche ausschlaggebend. Zunächst einmal stehen nach Ende der Saison die Präsidentschaftswahlen an, bei denen unser aktueller Präsident aufgrund seiner Nähe zum verhassten Vorgänger wohl wenig Chancen haben wird. Sein Nachfolger in spé dürfte selbst wie so oft gleich am Anfang Duftmarken setzen wollen. Diese setzt man im Fussballgeschäft in erster Linie über Personalentscheidungen. Natürlich muss es nicht so kommen, ausschließen würde ich es aber nicht. Außerdem hat Enrique Diskussionen um seinen Verbleib stets professionell beiseite geschoben, indem er auf die Gegenwart verwies. Das muss rein gar nichts bedeuten, ein klares Bekenntnis fehlt allerdings. Noch läuft das Arbeitspapier lange genug, aber die Vertragsfrage dürfte in weniger Monaten wieder Thema sein.

    Ich bin sehr gespannt, was da noch so kommen wird. Eins ist klar, die Zusammenarbeit mit Enrique sollte auf jeden Fall fortgesetzt werden.

    :barca:

    #545072
    mes que un club
    Teilnehmer

    Was auch immer Lucho die nächste Saison vorhat… :) http://spielverlagerung.de/2015/04/26/teamserie-zur-saison-2015-2016/
    Bitte alle brav für Barca voten!!! :barca: :barca: :barca:

    #544756
    Kalelarga82
    Teilnehmer
    #540921
    Barca_undso
    Teilnehmer

    Sah man oft in der Rückrunde der letzten Saison. Da war man viel mehr auf Kontrolle als auch auf defensive Stabilität ausgelegt. Gegen Manchester City (Hinspiel in der CL) konnte man diese Spielweise beispielsweise beobachten und tatsächlich: Man ließ nichts zu.

    #540920
    Roland
    Teilnehmer

    Enrique täte gut daran, sich die aktuelle Entwicklung der defensiv-orientierten Mannschaften anzusehen. Das klassische 4-4-2 schien ja eine Zeit lang obsolet zu sein. Die Entwicklungen gingen gefühlt in Richtung Formationen, die vor allem die Halbräume besetzen. 4-3-3, 4-2-3-1, etc.

    Aktuell beobachte ich aber vor allem die Tendenz, ein hybrides System zu spielen. In der Offensive variabel und in der Defensive vor allem 4-4-2 mit zweit engen Ketten. Horizontal wie vertikal. Die beiden Stürmer agieren dabei auf 6er-Höhe des Gegners. Die systemimmanente Schwäche der Halbräume in einem 4-4-2 wird dabei durch das dichte Stehen der Viererketten auf ein Minimum reduziert, während die Stürmer zum einen das Zentrum weiter verdichten und die 6er-Position des Gegners aus dem Spiel nehmen. In Zeiten der deep lying playmaker ist das ein starke Waffe. Darüber hinaus funktioniert das Doppeln der Flügelstürmer in diesem System relativ gut, da die Raumaufteilung recht breit ist.

    Ich glaube auch, dass das keine temporäre Erscheinung ist, denn gerade das 4-4-2 ist vergleichsweise leicht zu erlernen. Die Strukturen und Abläufe sind simpler als in vielen anderen Systemen. Gerade die kleinen Vereine werden vermutlich gerne darauf zurückgreifen.

    Was ich eigentlich sagen will ist: das defensive 4-4-2 wird Barcelona überdurchschnittlich oft begegnen. Dafür sollten wir taktisches Werkzeug haben, um diese Nuss zu knacken, wenn diese Mannschaft nicht aufmacht und Räume anbietet :)

    #540875
    Kalelarga82
    Teilnehmer

    Hier mal einige Details zu der Positionierung bei Eckbällen unter Lucho. Laut dem Artikel der Marca hat sich Lucho diese Strukturierung bei der NBA, oder allgemeiner gesagt, beim Basketball abgeschaut.
    Unter anderem wird in den kleinen Bildern das Blockstellen bei einer Ecke zu Messi’s Kopfball gegen Eibar geschildert. Sehr interessant.

    http://www.marca.com/en/2015/03/16/en/football/barcelona/1426495787.html?a=a76407d0f901cc2513daddef44c9e7c0&t=1426538308

    #539683
    ElPistolero9
    Teilnehmer
    #538828
    Angus MacLeod
    Teilnehmer

    Also zumindest im Ligaspiel hat Villarreal relativ hoch verteidigt und gepresst. Da ist kein Vergleich zu dem Malaga-Spiel.
    Darum war auch Villarreal deutlich gefährlicherer als Malaga, stand hinten aber auch nicht so sicher.

    Villarreal hat sich zwar auch vornehmlich auf Konter konzentriert, aber das ist gegen uns halt auch das beste Mittel, da unsere Verteidiger resultierend aus unserem offensiven System immer ziemlich hoch stehen.

    #538827
    Roland
    Teilnehmer

    Vielleicht haben wir die Spiele auch unterschiedlich wahrgenommen. In der letzten Zeit fällt mir nur ein einziges Spiel ein, das unter die Rubrik ,,offenes Visier“ fallen könnte und das war der Auswärtserfolg im San Mamés und vielleicht mit Abstrichen die Atlético-Spiele.

    Wenn ich mir die beiden Spiele gegen Villareal aufrufe, dann habe ich jedes Mal einen sehr tief stehenden Gegner vor Augen, der über direkte Zuspiele das Mittelfeld überbrückt und durch schnelle Stürmer zu Kontergelegenheiten gekommen ist.

    Sowohl Malaga (gewohnt) als auch Villareal (eher ungewohnt) verteidigten tief in einer 4-4-2 Formation und legten ihren Fokus auf Konter. Beide setzten schnelle Stürmer ein, um möglichst schnell, möglichst nah im die gefährlichen Zonen zu kommen. Ich persönliche erkenne große Parallelen zwischen den Mannschaften, die dieselbe Schwäche der Katalanen angesprochen haben. Der Unterschied zwischen Malaga und Villareal lag m.M.n. in der Art und Weise des tief stehenden Verteidigens. Villareal verteidigte breiter und machte das phasenweise nicht besonders gut. Malaga verteidigte vor allem das Zentrum und das besonders gut.

    #538826
    Angus MacLeod
    Teilnehmer
    Roland wrote:
    Die starke Phase zuletzt hat gezeigt, das man sich taktisch definitiv weiterentwickelt hat. Malaga und Villareal zeigten aber auch, dass der richtige Weg zwar eingeschlagen wurde, aber noch nicht zu Ende gegangen worden ist.

    Bei Malaga stimme ich dir vollends zu. Da hat man definitiv kein wirkliches Mittel gegen diese dichte Defensive finden können, und war gleichzeitig unaufmerksam in der Defensive.

    Die Spiele gegen Villarreal hingegen waren da anders. Man vollkommen bewusst mit offenem Visier gespielt, und war nur darauf aus, mehr Tore als der Gegner zu schießen. Und wenn man so spielt, kann man in der Defensive gegen solch ein schnelles, konterstarkes Team nicht wirklich gut verteidigen.

    Da muss man sich für eine Sache entscheiden, und diese dann durchziehen. In der Hinsicht waren die Spiele gegen Villarreal vielleicht gerade jene wo der neue, richtige Weg bis zum Ende gegangen wurde.

    #538322
    rumbero
    Teilnehmer

    Derek Dorris sieht in seinem sehr lesenswerten Artikel „Direct football or our possession game? Or is there room for both?“ auf barcablaugranes in der Fitness den Schlüssel zur jüngsten taktischen Entwicklung und fragt sich, ob Lucho der Spagat zwischen tiki taka und schnellem Umschalten gelingen kann.

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