• Geburtsdatum: 26.10.1984
  • Geburtsort: Curitiba, Brasilien
  • Nationalmannschaft: Brasilien
  • Größe: 173 cm
  • Position: Abwehr
  • Bildquelle: LLUIS GENE/AFP/Getty Images

Karriere

VereinZeitraum
Coritiba FC 2002-2004
Sevilla FC 2004-2010
FC Barcelona seit 2010

Im Alter von 25 Jahren begann für Adriano das Kapitel „FC Barcelona“. Und schon zu diesem Zeitpunkt konnte der Brasilianer auf eine durchaus erfolgreiche Karriere mit einiger Silberware zurückblicken, die sich mit den Jahren bei den Katalanen natürlich vermehrte. Für die Fußballwelt wäre es sehr schade gewesen, wenn es einem Spieler wie Adriano mit dieser individuellen Klasse nicht vergönnt wäre, in einem großen Klub seine fußballerischen Fähigkeiten präsentieren zu können, die womöglich nicht von jedem Fußballfan auf Anhieb erkannt werden, auf diesem Niveau aber trotzdem selten in diesem Sport sind.

Über Sevilla nach Barcelona

Adriano Correia Claro, kurz Adriano, kam am 26. Oktober 1984 in der brasilianischen Stadt Curitiba auf die Welt, wo er auch seine ersten Schritte als Fußballer machte. Nach einigen Jahren beim B-Team des Coritiba FC unterzeichnete Adriano 2002 seinen ersten Profivertrag für die erste Mannschaft der Brasilianer. Etliche Spiele später avancierte der Südamerikaner zu einem der Leistungsträger des Teams und gewann in den Jahren 2003 und 2004 die Staatsmeisterschaft von Paraná – die Campeonato Paranaense.

Zu dieser Zeit - es war noch im Jahr 2003 - feierte das damalige Nachwuchstalent sein Debüt für die Nationalauswahl von Brasilien. Sein erstes Spiel bestritt er beim CONCACAF Gold Cup 2003 gegen Mexiko, das die Südamerikaner mit 1:0 verloren – so auch das Finale gegen selbigen Gegner. Adriano fand sich dabei in allen fünf Spielen des Turniers in der Startaufstellung wieder.

Aufgrund seiner Darbietungen, sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene, zog er so auch viele neugierige Blicke der europäischen Scouts auf sich. Im Winter-Transferfenster 2004/2005 wechselte Adriano nicht überraschend nach Europa. Der spanische Erstligist FC Sevilla verpflichtete ihn für 2,1 Millionen Euro. Die Vertragslaufzeit belief sich auf die aktuelle Saisonhälfte und weitere vier Jahre. Die Andalusier waren gerade dabei, eine starke Mannschaft aus vielen jungen Spielern zusammenzustellen und Adriano passte perfekt in das neue Konzept. In Sevilla agierte der Barça-Star auch dreieinhalb Jahre lang neben Dani Alves und zwischenzeitlich eine Saison an der Seite von Seydou Keita, was sich auch nach den Abgängen aller drei Spieler von Sevilla nicht ändern sollte - allesamt wechselten sie später zum FC Barcelona.

In Sevilla angekommen, war Adriano in der zweiten Saisonhälfte der Primera División einer der Schlüsselspieler in den Reihen der Blanquirrojos. Der Brasilianer spielte dabei angefangen ab dem 21. Spieltag, mit Ausnahme von zwei Spielen, in jeder Partie von Beginn an und erzielte dabei auch zwei Tore. Sein Debüt für den FC Sevilla gab Adriano am 29. Januar 2005 ausgerechnet gegen den FC Barcelona. Nach einer Stunde war der erste Arbeitstag von Adriano für seinen neuen Klub vorbei. Am Ende verlor Sevilla mit 0:4. Auch in den restlichen UEFA-Cup-Spielen kam der Südamerikaner zum Einsatz, bis die Andalusier im Achtelfinale am FC Parma scheiterten. Insgesamt bewies sich Adriano als eine wahrhaftige Verstärkung für den FC Sevilla. Zusammen mit Dani Alves war er ein Teil der wohl besten Mannschaft, welche die Fans der Südspanier jemals erleben durften.

In der Saison 2005/06 gewann der Brasilianer mit den Andalusiern den UEFA Cup im Finale gegen Middlesbrough FC und verteidigte diesen in der Saison darauf im Endspiel gegen Espanyol Barcelona. Darüber hinaus gewann er auch den UEFA-Supercup 2006 gegen seinen heutigen Arbeitgeber FC Barcelona. Adriano startete als linker Mittelfeldspieler von Beginn an und spielte beim 3:0-Sieg seines Teams bis zur 81. Minute. Des Weiteren gewann er mit dem FC Sevilla auch zwei Mal die Copa del Rey (2006/07; 2009/10) und ein Mal den spanischen Supercup (2007). Nach insgesamt 208 Pflichtspielen (157 in der Liga) und 19 Toren wechselte der Brasilianer im Sommer 2010 zum FC Barcelona, wo bereits seine ehemaligen bzw. nun neuen Teamkollegen Dani Alves und Seydou Keita warteten. Die Ablösesumme betrug 9,5 Millionen Euro.

Beim FC Barcelona sollte Adriano hauptsächlich die Position des linken Außenverteidigers bekleiden, was in seiner ersten Saison nicht gänzlich reibungslos ablief, da er sich einer starken Konkurrenz gegenübersah. Anfangs beschränkte sich das Duell um die Position des Außenverteidigers noch auf Maxwell und Adriano, da Abidal aufgrund der Verletzung von Carles Puyol als Innenverteidiger agierte. Mit Maxwell hatte Adriano in erster Linie einen direkten Konkurrenten um den Stammplatz auf der linken Außenbahn, der sich in der Mannschaft bereits etabliert hatte und unter Pep Guardiola viele Einsatzminuten genoss. Doch die Fähigkeiten des Brasilianers beschränkten sich nie auf nur eine Position Position, was ihn besonders beim FC Sevilla Vorteile brachte – später vereinzelt auch beim FC Barcelona. Insgesamt kam Adriano in der Saison 2010/11 auf 31 Pflichtspiele, 15 Auftritte in der Liga. Dabei bewies er seine Vielseitigkeit und spielte sowohl auf der Position des linken und rechten Außenverteidigers. Darüber hinaus durfte er sein Können auch im Mittelfeld unter Beweis stellen. Sein erstes Pflichtspiel war das Hinspiel der spanischen Supercopa am 14. August. Kurioserweise war der Gegner sein ehemaliger Klub aus Andalusien, mit dem Adriano zuvor noch die Copa del Rey gewann.

In der darauf folgenden Saison (2011/12) entschied sich Maxwell in der Winterpause für einen Wechsel zu Paris Saint-Germain und machte so den Weg für Adriano frei, um zu noch mehr Einsatzminuten zu kommen. Mit insgesamt 40 Pflichtspielen war die zweite Saison aus persönlicher Sicht schlussendlich durchaus erfolgreich. Mit dem Beginn der nächsten Spielzeit verpflichtete Barça mit Jordi Alba jedoch einen weiteren gelernten Linksverteidiger. Die Aussichten für Adriano auf den Stammplatz als Linksverteidiger standen somit schlecht, da der Neuzugang aus Valencia als Stammspieler eingeplant war. Nichtsdestotrotz kam der Brasilianer auf 34 Einsätze und sechs Pflichtspieltore. Sein Rettungsanker war einmal mehr seine unfassbare Vielseitigkeit - Adriano bekleidete sowohl die Position des Links-, Rechts- sowie des Innenverteidigers. Sporadisch wurde er sogar im Mittelfeld und im Sturm der Katalanen eingesetzt.

Unter Tata Martino in der Saison 2013/14 konnte man das erste Mal von einem Stammplatz Adrianos beim FC Barcelona sprechen. Aufgrund einiger Verletzungen des angestammten Linksverteidigers Jordi Alba übernahm Adriano die Position und kam auf 22 Einsätze auf der linken Seite – so viele wie noch nie auf dieser Position. Die Freude währte aber nur vorübergehend, bis heute kommt der Südamerikaner nicht über die Rolle des Ersatzspielers hinaus.

Auch die Spielzeit 2014/15 änderte nichts an Adrianos Reservistenrolle. Obwohl er einen soliden Back-up für Jordi Alba oder gelegentlich auch Dani Alves darstellte, vermochten seine Darbietungen nicht wirklich zu überzeugen. Zwar stand am Ende der Gewinn des Triples mit dem FC Barcelona zu Buche, doch der Brasilianer kam dabei kaum in Top-Spielen zum Einsatz. Trotz Wechselgerüchten im Sommer 2015 überzeugte ihn Trainer Luis Enrique von einem Verbleib bei Barça. Auch wenn die Perspektiven für Adriano weiterhin nicht gut sind, kann er immerhin auf eine reiche Trophäensammlung zurückblicken: Auf Vereinsebene hat er schon alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt.

Spielweise: Physisch stark und vielseitig

Adriano war schon immer für seine vielseitigen Einsatzmöglichkeiten bekannt. Ihn auf eine einzige Position zu reduzieren, würde seiner Spielernatur nicht gerecht. Denn es gibt nur wenige Spieler auf Top-Niveau, die wie er beidfüßig sind und viele Positionen überzeugend, d.h. fast ohne qualitativen Verlust besetzen können. Adriano kann sowohl auf der linken als auch auf der rechten Abwehrseite spielen. Neben seinen defensiven Aufgaben ist er auch ein offensivstarker Spieler, was im modernen Fußball Grundvoraussetzung für einen starken Außenverteidiger ist. Zudem kann er in auch im Mittelfeld oder auch als Außenstürmer eingesetzt werden. Trotz starker Konkurrenten zu jedem Zeitpunkt in seiner Karriere, konnte der Brasilianer dank seiner Vielfältigkeit immer viele Einsatzminuten ergattern.

Aufgrund seiner körperlichen Robustheit und Schnelligkeit ist er zudem äußerst zweikampfstark. Seine Beidfüßigkeit zeigt sich vor allem bei seinen präzisen Flanken von beiden Seiten und ganz besonders bei den Weitschüssen, die häufig ähnliche Grundzüge aufweisen. Dabei zieht Adriano nicht selten aus einer etwas äußeren Position außerhalb des Strafraums ab und visiert dabei haarscharf eine Ecke an. Perfekte Beispiele hierfür sind seine zwei Treffer aus der Saison 2012/13: Am dritten Spieltag mit seinem rechten Fuß gegen Valencia und am 16. Spieltag gegen mit seinem linken Fuß gegen Atlético Madrid. Bei all seinen Toren ist zu erkennen, wie viel Kraft, Gefühl und auch Technik er in seinen beiden Füßen vereint.

„Er ist ein außergewöhnlicher Spieler“

Adriano ist ein von seinen Trainern und Mannschaftskameraden sehr geschätzter Spieler. Es folgt nur eine kleine Auswahl von Zitaten, die diesen Umstand belegen.

Seydou Keita über seinen damaligen Mitspieler: „Er ist ein großartiger Spieler, der auf vielen verschiedenen Positionen spielen kann.“

Pep Guardiola über Adriano: „Er ist ein außergewöhnlicher Spieler, der für seine Vielseitigkeit bekannt ist und auf verschiedenen Positionen spielen kann."

Luis Suárez über den Brasilianer: „Adriano ist ein hervorragender Mitspieler und selbiges gilt für seine Person. Er hat mich herzlichst im Verein aufgenommen. Da ich von Anfang an mit ihm gemeinsam trainierte, haben wir ein gutes Verhältnis zueinander aufgebaut. Er ist immer sehr gut gelaunt. Als Fußballer kennt man seine Karriere einfach - die vielen Jahre mit Sevilla und die Titeljagden mit dem FC Barcelona sind jedem von uns ein Begriff.“

Adriano: „Er ist wie ein Vater für mich“

Adriano steht nicht häufig im Mittelpunkt der Presselandschaft. Umso genauer hört man hin, wenn er sich zu Wort meldet.

Adriano nach seinem Wechsel zum FC Barcelona: „Für mich ist Barça ein Traum, der wahrgeworden ist. Deshalb macht es so viel Spaß, man genießt alles hier.“

Über sich selbst: „Egal auf welcher Position ich spiele, ich will es gut machen.“

Der Brasilianer über Pep Guardiola: „Ich bin glücklich, Pep als Trainer zu haben. Seit meiner Ankunft bei Barça habe ich sehr viel von ihm gelernt. Er ist wie ein Vater für mich.“