• Geburtsdatum: 30.01.1987
  • Geburtsort: Istanbul, Türkei
  • Nationalmannschaft: Türkei
  • Größe: 177 cm
  • Position: Mittelfeld, Sturm
  • Bildquelle: LLUIS GENE/AFP/Getty Images

Karriere

VereinZeitraum
Altıntepsi Makelspor (Jugend) 1997-2000
Galatasaray Instanbul (Jugend) 2000-2003
Galatasaray Istanbul II 2003-2005
Galatasaray Istanbul 2005
Vestel Manisaspor (Leihe) 2006
Galatasaray Istanbul 2006-2011
Atlético Madrid 2011-2015
FC Barcelona seit 2015

Er gehört in seiner Heimat zu den größten Sporthelden, die jemals hervorgebracht wurden. Sein Bart ist in der Fußballwelt einzigartig - er spiegelt die Entwicklung jenes Mannes wider, den man als 'Türkischen Magier' bezeichnet. Mit seiner spielerischen Eleganz und spartanischen Leidenschaft stellt er einen der letzten, unverwechselbaren 'Typen' in der moderneren Branche des Fußballs dar. Sein Name? Arda Turan.

Wie die Magie seinen Weg ging...

Das Licht der Welt erblickte Arda Turan am 30. Januar 1987 in Fatih - einem Stadtteil der Landeshauptstadt Istanbul -, das auf der europäischen Seite der Stadt liegt. Bereits als kleines Kind zeigte der Türke reges Interesse für das Fußballspielen, und so kam es, dass sich der kleine Junge relativ schnell für die Tätigkeiten rund um das türkische Fußball-Schwergewicht Galatasaray Istanbul begeisterte. Doch bevor er in die Jugendabteilung seines Lieblingsklubs eintrat, absolvierte er von seinem 10. bis zum 13. Lebensjahr noch ein dreijähriges Engagement bei Altıntepsi Makelspor. Danach war es endlich so weit: Im Jahr 2000 trat Arda Turan in die Jugendabteilung des türkischen Rekordmeisters ein. Es sollte eine gute Entscheidung sein.

Nach weiteren drei Jahren stieß der heutige Barça-Star dann zur zweiten Mannschaft von Galatasaray. In 56 Partien konnte er 17 Torerfolge für sich verbuchen. Zur Saison 2004/05 wurde Arda dann bereits von Teamchef Gheorghe Hagi in die erste Mannschaft gehievt. Sein Pflichtspieldebüt durfte er jedoch erst am 22. Januar 2005 feiern - im Cup-Spiel gegen Bursaspor triumphierte Galatasaray mit 1:0. Der Cup wurde anschließend auch gewonnen, jedoch kam das Nachwuchstalent nicht mehr zum Einsatz. Am letzten Spieltag des Ligabetriebs durfte der damals 18-Jährige immerhin noch 27 Minuten sein Können unter Beweis stellen. Etwas Zählbares kam dabei jedoch nicht heraus.

In der Rückrunde der darauf folgenden Spielzeit 2005/2006 wurde er für ein halbes Jahr an Vestel Manisaspor verliehen, die damals erstmals in der höchsten Spielklasse Türkeis - der Süper Lig - auf Punktejagd gingen. Dort kam Arda Turan schließlich zu regelmäßigen Einsätzen und durfte sich erstmals auf höchster Ebene präsentieren. Am Ende standen 15 Einsätze und zwei Treffer zu Buche. Dieses kurze Intermezzo südlich von Istanbul sollte seine Wirkung jedoch nicht verfehlen.

Denn die Rückkehr zu Galatasaray zur Saison 2006/07 markierte den absoluten Durchbruch in der Karriere des Edeltechnikers. Noch vor dem Ligastart durfte er bei einem 1:0-Sieg über Luxemburg sein Debüt in der Nationalmannschaft feiern. Auf Vereinsebene kam er in 26 Liga-Partien zum Einsatz und durfte fünf der sechs Spiele in der Champions League bestreiten. Belohnt wurden seine Darbietungen mit der Wahl zum besten Jugendspieler der türkischen Liga. Für seine Mannschaft verlief die Saison allerdings weniger erfolgreich. Am Ende wurden die Gelb-Roten Dritter in der Liga und verpassten damit sogar die Teilnahme an der UEFA Champions League. 

In der anschließenden Spielzeit sollte es für Arda allerdings auch in Sachen Titelsammlung Erfolge geben. Mit sieben Toren und 14 Assists trug der Türke maßgeblich zum Gewinn der damals 17. Meisterschaft für Galatasaray bei. Im UEFA Cup konnte man bis ins Sechzehntelfinale vorstoßen, unterlag dort allerdings relativ klar Bayer Leverkusen mit 5:1 im Gesamtergebnis. Bei der anschließenden Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz konnte er mit seiner Mannschaft bis ins Halbfinale vordringen, wo man schlussendlich an Deutschland scheiterte. Arda Turan konnte bei diesem Großereignis drei Treffer erzielen und war zentraler Bestandteil des großen Erfolgs - im Halbfinale fehlte er jedoch aufgrund einer Gelbsperre. Kurz darauf, am 17. August 2008, triumphierte er mit Galatasaray im türkischen Supercup-Finale gegen Kayserispor mit 1:0.

Rückschläge und der Wechsel nach Spanien

Die folgenden Spielzeiten glichen für Arda sowie Galatasaray einer einzigen Talfahrt. In den drei Liga-Spielzeiten nach dem Meistertitel 2007/08 wurde man lediglich Fünfter, Dritter sowie Achter. Und auch in den anderen Bewerben konnte der türkische Rekordmeister seinem Namen nicht gerecht werden. Die Saison 2010/11 markierte aufgrund von Verletzungen - die lediglich 12 Liga-Einsätze zuließen - den absoluten Tiefpunkt in Arda Turans Karriere bei Galatasaray. Wechselabsichten vonseiten des Türken waren kein großes Geheimnis und so kam es, dass der damals 24-Jährige für eine zu diesem Zeitpunkt türkische Rekordablösesumme von 12 Millionen Euro zuzüglich einer Million Erfolgsboni zum 'kleineren' spanischen Hauptstadtverein - namentlich Atlético Madrid - wechselte. Schlussendlich brachte es der 'Türkische Magier' in sechs Jahren bei Galatasaray auf eine Meisterschaft, einen Pokalsieg sowie einen Superpokalsieg.

Die persönliche Talfahrt wurde zunächst auch in der ersten Hinrunde in der Primera División weitergeführt. Atlético beendete die erste Hälfte der Meisterschaft 2011/12 auf dem enttäuschenden siebten Zwischenrang und vollzog einen - wie sich später herausstellte - nachhaltigen Trainerwechsel. Der neue Coach hörte auf den Namen Diego Simeone und konnte die Madrilenen wieder in die Erfolgsspur zurückbringen. Als Liga-Fünfter verpasste man mit zwei Punkten Rückstand knapp eine Teilnahme an der UEFA Champions League. Überraschenderweise brauste man in der Europa League jedoch von Sieg zu Sieg und konnte sich schließlich mit einem klaren Finalerfolg gegen Athletic Bilbao (3:0) die Krone aufsetzen. Arda Turan konnte im Finale einen Treffer vorbereiten. Insgesamt kam der Flügelstürmer zu 33 Liga- sowie 12 Europa-League-Einsätzen.

Im Anschluss an den Europa-League-Triumph schaffte es Atlético mit einem beeindruckenden 4:1 gegen den FC Chelsea, auch den UEFA Supercup zu erringen. Zudem konnten die Rojiblancos und insbesondere auch Arda Turan die Spiellehre Diego Simeones besser verinnerlichen - das führte schlussendlich zu einem respektablen dritten Platz in der Ligasaison 2012/13. Doch ohne Titel verabschiedete sich der Dribbelkünstler auch nicht aus dieser Saison; durch einen Finalsieg über Real Madrid in der Copa del Rey errang man den 10. Pokalsieg der Vereinsgeschichte.

Die folgende Liga- sowie Champions-League-Spielzeit (2013/14) markierte die Rückkehr Atléticos zu Spaniens sowie Europas Elite. Man brach die schier unendlich erscheinende Phalanx zwischen dem FC Barcelona sowie Real Madrid und holte sich den ersten Meistertitel nach 17 Jahren. Mittendrin statt nur dabei war Arda Turan, der zum festen Baustein im Team von Trainer Diego Simeone wurde. In der Königsklasse fixierte man nach einem 3:1-Erfolg (der Türke erzielte den Endstand) im Rückspiel gegen den FC Chelsea nach sage und schreibe 40 Jahren erneut den Einzug in ein Finale. In einem packenden Spiel gegen Stadtrivale Real Madrid, das Atlético lange Zeit mit 1:0 anführte, musste man in letzter Sekunde den Ausgleich hinnehmen und verlor schlussendlich mit 1:4. Arda selbst konnte am Spiel aufgrund einer Verletzung nicht teilnehmen und sah von der Tribüne aus zu.

Aufgrund zahlreicher Abgänge beziehungsweise Neuzugänge verlief die Spielzeit nach dem Meistertitel erwartungsgemäß weniger optimal. Zwar gewann der Dribbelkünstler mit den Hauptstädtern erstmals auch den spanischen Supercup, doch in der Copa del Rey musste man im Viertelfinale gegen den FC Barcelona passen und erreichte als Titelverteidiger in der Liga lediglich den dritten Rang mit 16 Punkten Rückstand auf den Primus FC Barcelona. In der Champions League strich man zudem gegen Stadtrivale Real Madrid im Viertelfinale die Segel.

Zur Saison 2015/16 wechselte der nun 28-jährige Arda Turan für eine Summe von 34 Millionen Euro zuzüglich erfolgsabhängiger Boni von sieben Millionen Euro zum Triple-Sieger aus Barcelona. Aufgrund der von der FIFA verhängten Registrierungssperre war es dem Türken aber bis Januar 2016 nicht gestattet, für offizielle Bewerbe seines neuen Arbeitgebers angemeldet zu werden. Am 6.1.2016 gab Arda Turan schließlich sein Pflichtspieldebüt für die Blaugrana in der Copa del Rey gegen Espanyol Barcelona.

Spielweise: Leidenschaft und Dribblings als Markenzeichen

Bei Galatasaray war der Flügelstürmer insbesondere für seine Flügel-Dribblings sowie Läufe mit anschließenden Flanken an der Grundlinie bekannt. War der Türke während seiner Anfangsjahre bei Manisaspor sowie Galatasaray noch ein linearer und durchbruchsstarker Dribbler, so entwickelte er sich in der ersten und auch einzigen Saison unter Frank Rikjaard als inverser und kombinationsorientierter Stürmer. Mit elf Toren sowie unglaublichen 26 Assists war dies auch die persönlich erfolgreichste Spielzeit für den Stürmer (2009/10).

Unter Diego Simeone bei Atlético Madrid agierte Turan in einer etwas anderen Rolle als noch unter Rijkaards 4-3-3-Auslegung. Zusammen mit seinem Partner Koke besetzte er im 4-4-2 Atléticos die Halbpositionen, wobei der Türke hier eher den offensiveren und höheren Part einnahm, während Koke deutlich fokussierter im Aufbau arbeitete. Zudem konnte Arda mit seinen Dribblings gen Zentrum Freiräume auf den Flügeln schaffen. Auch bei Kontersituationen schreckte der Türke nicht davor zurück, weite Wege mit dem Ball über das Feld zu gehen, zumeist mit diagonalen Läufen vom Flügel in Richtung des gegnerischen Sechzehners.

Darüber hinaus ist der Edeltechniker auch überaus geschickt, den Ball zu halten, um nachrückende Spielerkollegen in Szene zu setzen oder einfach Zeit zu gewinnen, um bessere Optionen zu evaluieren. Gepaart mit seiner Fähigkeit, sich aus scheinbar aussichtslosen Situationen spielend zu befreien, macht ihn das zu einem ständigen Gefahrenherd. Übertrumpft werden diese Eigenschaften nur noch von einem überragenden Passspiel. Dabei spielt es für Arda Turan keine Rolle, ob kurz oder lang - der Türke bringt den Ball fast ausnahmslos an den Mann. Eine Fähigkeit, die vor allem beim FC Barcelona äußerst fruchtbar sein kann.

Die Kehrseite der eleganten Dribblings ist die intensive Arbeitsweise des 'Türkischen Magiers', die perfekt zur Philosophie Diego Simeones passte. Bei Atlético musste der Türke mit leitenden Läufen auf den ballführenden Spieler, die diesen zu einem Pass auf die Flügel zwangen, oder auch bei kollektiven Pressingmechanismen der Madrilenen, stets viele Lauf-Kilometer einlegen. Zu erwähnen ist hierbei die oftmals sehr gute Nutzung des eigenen Deckungsschattens. Dies wird natürlich auch den Katalanen zugutekommen - denn vor allem die überragenden Neymar und Messi danken es einem mit magischen Szenen, wenn ihnen der Rücken freigehalten wird.

Im direkten Zweikampf - den der Barça-Stars übrigens zu keinem Zeitpunkt scheut - lässt sich seine Gangart am besten mit dem Verb "ruppig" beschreiben. Hier und da, insbesondere wenn sein Temperament mit ihm durchgeht, schlägt der Türke jedoch auch über die Strenge und sorgt mit Platzverweisen für negative Schlagzeilen. Weiterhin zu erwähnen wäre seine manchmal aufblitzende mentale Schwäche, die in seiner Hitzigkeit wurzelt. Dann kann es vorkommen, dass Arda Turan mit dem Kopf durch die Wand möchte.

„Arda ist der türkische Messi“

Fatih Terim, Teamchef der türkischen Nationalmannschaft, zu seinem Kapitän sowie seinem Wechsel zum FC Barcelona: „Arda ist unser türkischer Messi. Er hat auch schon als Xavi, als Iniesta sowie als Busquets bei uns gespielt. Und wenn es nötig war, dann hat er auch als zweiter Stürmer agiert [...]. Arda wird die Leute mit seiner extremen Qualität sicherlich überzeugen können.“

Carles Cuadrat, Assistenz-Trainer während Rikjaards Amtszeit bei Galatasaray, über den Türken: „Arda demonstrierte vom ersten Tag an, dass er ein natürlicher Anführer und ein großartiger Kapitän ist. [...] Er war ein harter Arbeiter und äußerst kritisch sich selbst gegenüber.“

Diego Simeone nach dem Triumph der Meisterschaft in einem Interview über Turan: „Er ist außergewöhnlich. Er hat ein sehr großes Herz und will auf dem Platz immer alles geben. [...] Als ich hier ankam, sagten sie mir, dass Arda nicht gerne läuft und ungerne nach hinten für die Defensive arbeitet. Aber ich glaube, dass Arda der intelligenteste Spieler ist, den wir hier haben. Manchmal bevorzugt er es, seine Position zu halten und etwas zu entspannen, damit ihm nicht gleich die Puste ausgeht. Wenn er aber nach innen zieht, dann ist er sehr kreativ und kann den Unterschied ausmachen.“

Arda Turan: „Iniesta ist mein Idol“

Arda Turan zu seinem Trikottausch mit Lionel Messi nach einem Aufeinandertreffen: „Ich habe es früher schon mehrmals betont, dass Messi einer der besten und einzigartigsten Spieler der Fußballhistorie ist. Es ist für mich eine Ehre, sein Trikot bekommen zu haben. Wir wünschten uns nach dem Spiel auch gegenseitig Glück.“

Der Türke zu seinen früheren und jetzigen Fußballidolen: „Früher war mein persönlicher Held stets Diego Maradona. Heute ist es Andrés Iniesta, den ich bewundere.“

Der Edeltechniker über sich selbst: „Für mich ist es wichtig, glücklich zu sein und zu lächeln. Ich mag es auch, andere Menschen glücklich zu machen. In diesem Augenblick bist du vielleicht ein Star mit Ruhm und Titeln, aber wenn deine Karriere endet, dann erinnern sich die Leute nur mehr an deine Persönlichkeit. Für mich ist es wichtig, als gute Person in Erinnerung zu bleiben.“

Sonstiges

Ein prägendes und gleichzeitig auch höchst skurriles Ereignis ereignete sich im Rückrunden-Spiel des Copa-del-Rey-Viertelfinals zwischen Atlético Madrid und dem FC Barcelona in der Spielzeit 2014/15. Der Türke zeigte sich in Rage aufgrund einer Entscheidung des Unparteiischen, nahm seinen Schuh in die Hand- er hatte ihn Sekunden zuvor in einem Zweikampf verloren - und bewarf damit den Linienrichter. Doch weder dieser - Arda Turan verfehlte das Ziel - noch jemand des restlichen Schiedsrichtergespanns bemerkte diese Unsportlichkeit. Nicht einmal eine nachträgliche Sperre seitens des spanischen Verbandes zog diese Entgleisung nach sich.

Tags darauf - an Ardas Geburtstag - veröffentlichte sein Bruder Okan Turan in Anlehnung an diese Aktion ein Bild mit sich und seinem Bruder sowie einer Torte, auf der ein Fußballschuh die Oberfläche zierte.

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