• Geburtsdatum: 10.03.1988
  • Geburtsort: Rheinfelden, Schweiz
  • Nationalmannschaft: Kroatien
  • Größe: 184 cm
  • Position: Mittelfeld
  • Bildquelle: PAU BARRENA/AFP/Getty Images

Karriere

VereinZeitraum
FC Möhlin-Riburg (Jugend) 1992-1995
FC Basel (Jugend) 1995-2005
FC Schalke 04 2007-2011
FC Sevilla 2011-2014
FC Barcelona seit 2014

Im Sommer 2014 ging für den zu diesem Zeitpunkt 26-jährigen Ivan Rakitić ein Traum in Erfüllung. Nach überzeugenden Leistungen bei seinen ehemaligen Vereinen und vielen Rückschlägen im Laufe seiner Karriere erspielte sich der junge Mittelfeldspieler den verdienten Platz in der Weltspitze des Fußballs. Er mag für viele nicht der Begnadetste mit dem Ball am Fuß sein, doch wenn andere sich verloren fühlen, weiß Rakitić auch dann wie nur ganz Wenige zu überzeugen und sein Team zum Sieg zu führen. Fast im Alleingang führte er den FC Sevilla zum Europa-League-Erfolg 2014 und ebnete sich selbst den Weg zu seinem lang ersehnten Traum - dem FC Barcelona. Endlich ist er da angekommen, wo er schon immer sein wollte.

Ivan Rakitić wurde am 10. März 1988 als Sohn kroatischer Eltern in Rheinfelden, einer Kleinstadt im Schweizer Kanton Aargau, geboren. Als Sohn eines Fußballers kam Rakitić schon sehr früh in seiner Kindheit mit dem Fußball in Kontakt. Drei Jahre lang spielte der Blondschopf für den Ortsklub FC Möhlin-Riburg und machte dann im Jahr 1995 einen wichtigen Schritt in seiner Karriere in die Jugendabteilung des FC Basel. Dort kämpfte er sich mit großen Schritten durch die Jugendklassen des Schweizer Großklubs. So dauerte es auch nicht lange, bis Rakitić in die Jugendabteilung der Schweizer Nationalmannschaft einberufen wurde. Bei der U-17-Europameisterschaft 2005 in Italien führte er sein Team sogar als Kapitän an, doch man kam nicht über die Gruppenphase hinaus.

Rascher Aufstieg trotz Hindernisse

Sein Werdegang danach sollte aber ein schönerer sein. Nach der U-17-Europameisterschaft unterschrieb der 17-jährige Ivan Rakitić am 29. August seinen Profivertrag beim FC Basel dank seiner überzeugenden Leistungen in den Jugendabteilungen der Schweizer und auch bei der Europameisterschaft in Italien. Sein Pflichtspiel-Debüt für den FC Basel folgte dann am 29. September 2005 im UEFA Cup gegen NK Široki Brijeg im Alter von nur 17 Jahren. Ein erster großer Erfolg in seiner noch jungen Karriere. Trotz eines sehr frühen Einsatzes für die erste Mannschaft des FC Basel dauerte es relativ lange, bis Rakitić sich über regelmäßige Einsätze freuen durfte. Erst im April 2006 bestritt der damals 18-Jährige seine ersten 30 Einsatzminuten in der Schweizer Super League gegen Neuchâtel Xamax. Dies sollte aber der letzte Einsatz in der laufenden Saison für Rakitić bleiben. Die Saison danach war aber der endgültige Beginn einer bis heute sehr erfolgreichen Karriere.

In der Saison 2006/07 genoss der heutige Barça-Star dank überzeugender Leistungen mehrere Einsätze für die erste Mannschaft des FC Basel und avancierte zu einem sehr wichtigen Akteur im Team der Basler. Am Ende der Saison wies das Trefferkonto von Rakitić elf Tore auf. Als Draufgabe gewann er auch noch die Trophäe für das beste Tor des Jahres, welches er im Liga-Spiel gegen St. Gallen am 22. Oktober 2006 erzielte. Der Youngstar spielte sich ebenso in die Herzen der Basler Fans und erhielt am Ende der Saison auch die Auszeichnung für den besten Jugendspieler der Saison. Nach einem eher enttäuschenden ersten Jahr machte sich Rakitić also in der zweiten Saison bei den Baslern einen Namen in der Fußballwelt und zog damit die Aufmerksamkeit von vielen europäischen Topklubs auf sich.

Die Wahl der Nationalmannschaft

Wie zu erwarten, entfachte auch der Kampf um Rakitić bei den beiden Nationalverbänden, die er zu diesem Zeitpunkt vertreten durfte, denn der Mittelfeldspieler besitzt sowohl einen schweizer als auch einen kroatischen Pass. Seine endgültige Wahl fiel aber für das Land seiner Vorfahren – Kroatien. Die Entscheidung wollten jedoch nicht alle akzeptieren, da darauf folgend Rakitić von vielen verbal attackiert wurde und mehrere Morddrohungen erhielt. Er debütierte sodann am 8. September 2007 für die kroatische Nationalmannschaft beim EM-Qualifikationsspiel gegen Estland. Der Blondschopf wurde in der 60. Minute eingewechselt und feierte am Ende einen 2:0-Sieg. Die Gruppe E der EM-Qualifikation beendete man auf dem ersten Tabellenplatz noch vor Russland und England. Auch die Gruppenphase der EM 2008 mit Deutschland, Österreich und Polen überstand man auf dem ersten Platz. Erst im Viertelfinale gegen die Türkei mussten sich die Kroaten nach dem Ausgleichstreffer der Türken in der 120. Minute und dem verlorenen Elfmeterschießen verabschieden. Rakitić spielte bis auf die Partie gegen Österreich in allen EM-Partien von Kroatien durch.

Der Durchbruch in Europa

Schon in der anschließenden Saison wagte Rakitić den nächsten großen Schritt in seiner Karriere. Seine nächste Spielstätte: Die Königsblauen aus Gelsenkirchen. Rakitić unterschrieb einen Vierjahresvertrag beim FC Schalke 04 und wollte von da an auch die Deutsche Bundesliga mit seinem Talent und Können aufmischen. Bereits in seinem ersten Spiel für die Königsblauen konnte der Aufsteiger sein Können darbieten und legte einen Einstand nach Maß hin. Eingewechselt in der 70. Minute beim Stand von 2:1 für den VfB Stuttgart, erzielte Rakitić sechs Minuten später den rettenden Ausgleich für Schalke. Die Saison beendete Schalke mit 64 Punkten auf dem dritten Tabellenplatz - Rakitić kam auf insgesamt 42 Einsätze (29 in der Liga). Bereits in der ersten Saison hat der junge Fußballer sein Können unter Beweis gestellt. Etwas enttäuschender verlief jedoch die darauf folgende Saison. Die Anzahl der Einsätze in der Bundesliga reduzierte sich auf 23 und auch insgesamt war die Saison mit Schalke mit dem achten Tabellenplatz nicht erfreulich. Seinen Stammplatz verlor er aber nicht.

Trotz vieler Veränderungen im Kader vom neuen Trainer Felix Magath war es auch in der Saison 2009/10 Rakitić, der eine der wichtigsten Säulen im Mittelfeld der Königsblauen bildete. Am Ende wies die Bilanz 29 Einsätze in der Liga und insgesamt sieben Torerfolge aus. In der Liga erspielte man sich den zweiten Platz hinter Bayern München – für Rakitić seine wohl erfolgreichste Saison zu diesem Zeitpunkt seiner Karriere. Doch schon bald kamen die ersten Rückschläge. Nach hartnäckigen Verletzungsproblemen verlor der kroatische Nationalspieler seinen Stammplatz und kam nur mehr auf 16 Spiele in der Liga. Nach einer katastrophalen Saison von Schalke mit dem 14. Platz und finanziellen Schwierigkeiten ließ der Verein ihn ziehen. Im Winter-Transferfenster der Saison 2010/11 wechselte Rakitić zum spanischen Erstligisten und Traditionsklub FC Sevilla. Die Andalusier erkannten seine Fähigkeiten sofort und der Neuzugang zeigte eine gute Leistung nach der anderen. An diesem kleinen Höhepunkt erlebte Rakitić jedoch den nächsten Rückschlag. Am 34. Spieltag gegen UD Almería musste er nach bereits 30 Minuten mit einem gebrochenen Fuß vom Platz. Die bis dahin recht erfolgreiche Saison für Sevilla endete für Rakitić mit einer schlimmen Verletzung.

Im Kreise der Besten

Von dieser schwerwiegenden Verletzung ließ sich Rakitić nicht von seinem Weg abbringen. Schon kurz nach seiner Genesung eroberte er sich wie bei allen seinen bisherigen Stationen einen Stammplatz und führte sein Team zu vielen guten Ergebnissen. In den nächsten Jahren kam es nur sehr selten vor, dass dem Blondschopf ein Einsatz für die Andalusier verwehrt wurde. In seiner letzten Saison bei Sevilla ernannte Sevillas Trainer Unai Emery seinen wichtigsten Leistungsträger zudem zum Kapitän. Noch nie zuvor war die enorme Bedeutung von Rakitić in der Mannschaft der Andalusier so gut zu erkennen wie in seiner letzten Saison. Es gab kaum einen Angriff, der nicht über den Nationalspieler eingeleitet wurde. Der Mittelfeldspieler war überall auf dem Platz zu finden und legte sehr lange Wege zurück - und das in seiner Rolle als Zehner. So trug er mit seinen Fähigkeiten und seinem Einsatz auf dem Spielfeld einen enormen Anteil am Sieg der Europa League am 14. Mai 2014. Ivan Rakitić war am (vorläufigen) Gipfel seiner Karriere.

Die Erfüllung eines Traums: FC Barcelona

So war es auch nicht verwunderlich, dass der FC Barcelona auf der Suche nach einer Verstärkung im Mittelfeld den Namen Rakitić ganz oben auf der Wunschliste hatte. Am 16. Juni 2014 war der Deal schon fixiert. Der Ex-Schalker unterschrieb einen Fünfjahresvertrag bei Barça. Bei seiner Vorstellung auf der Pressekonferenz kommentierte er seine Wahl wie folgt: „Ich bin hier, um der Mannschaft zu helfen, die Geschichte neu zu schreiben.“ Mit der Wahl der Rückennummer 4, die bereits Pep Guardiola vor ihm trug, konnte man schon seine hohen Ambitionen erahnen. Denn niemand würde freiwillig in die großen Fußstapfen von Guardiola treten wollen, ohne davon überzeugt zu sein, die Erwartungen erfüllen zu können.

Am 24. August feierte Rakitić sein Pflichtspiel-Debüt in den Farben der Blaugrana gegen den FC Elche und spielte 90 Minuten durch. An seinen fußballerischen Fähigkeiten bestanden selten Zweifel, doch mit seinem taktischen Verständnis auf dem Spielfeld und seiner Laufbereitschaft konnte Rakitić eine bereits länger vorhandene Lücke im Mittelfeld der Katalanen füllen. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass er ein großer Baustein des Triple-Gewinns des FC Barcelona in der Saison 2014/15 war. Umso länger die Spielzeit andauerte, umso stärker wuchs sein Einfluss auf das Spiel der Blaugrana und zugleich sein Standing bei den Fans. Stellvertretend dafür steht sein Führungstreffer im Finale der Champions League gegen Juventus Turin. Die Partie endete 3:1 und krönte die perfekte Saison für Ivan Rakitić und das Team.

Spielweise: Meister im Antizipieren und Passen

Als Rakitić dem FC Barcelona zusagte, wusste er bereits, welch großer Konkurrenz er im Mittelfeld der Katalanen - regiert von Andrés Iniesta, Xavi Hernández und Sergio Busquets - ausgesetzt sein würde. Trotzdem durfte sich Rakitić große Hoffnungen auf einen Platz im Mittelfeld der Blaugrana machen, denn es waren bestimmte Fähigkeiten des Kroaten, die beim FC Barcelona zu der Zeit besonders gefragt waren.

Mit einem sehr guten Auge für die Mitspieler ausgestattet, stellt er für jede gegnerische Verteidigung eine Gefahr dar, die er mit einem Pass alleine überwinden kann, um so seine Kollegen in der Offensive in Szene zu setzen. Darüber hinaus ist er ein sehr variabel einsetzbarer Mittelfeldspieler, der sich nicht zu schade ist, auch mal den ballführenden Gegenspieler zu pressen und auch lange Wege nach hinten hinzulegen. Er mag technisch nicht so versiert sein wie seine Kollegen Busquets, Iniesta oder Rafinha, und dennoch eroberte er sich im Verlauf seiner ersten Saison bei den Katalanen einen Stammplatz.

Rakitić stellte insbesondere in Kombination mit Lionel Messi die stark vermisste Harmonie zwischen dem Mittelfeld und Offensive der Katalanen wieder her. Dieses Zusammenspiel mit dem Argentinier eröffnete dem Offensivspiel des FC Barcelona neue Möglichkeiten, wovon auch andere Spieler wie Neymar, Suárez, Dani Alves und in späterer Folge das gesamte Offensivspiel von Barça profitierte. Außerdem besitzt der Kroate einen hammerharten Schuss, mit dem er immer wieder für große Gefahr aus der Distanz sorgen kann. Ganz allgemein strahlt der Barça-Star eine nicht zu verachtende Torgefahr aus - so traf er, wie weiter oben beschrieben, beispielsweise auch im Champions-League-Finale 2015 gegen Juventus. Bevorzugt liefert er jedoch Vorlagen für seine Mitspieler.

Wie kein Zweiter im Kader der Katalanen besitzt Rakitić die Kunst des Flankenschlagens. Deshalb ist er auch bei Standardsituationen ein gefragter Mann. Seine größte Stärke hat der Mann mit der 'Nummer 4' aber wohl im Antizipieren und Lesen der Räume. Sein Geschick bei gegnerischem Ballbesitz ist über jeden Zweifel erhaben - er versteht es, den richtigen Moment für Pressingsituationen zu erkennen oder einfach Räume zu schließen. Zahlreiche Balleroberungen sind Ausdruck seiner großen fußballerischen Intelligenz - beispielsweise wenn er Pässe abfängt, die er im Vorhinein antizipiert. Dadurch verleiht er seiner Mannschaft eine ungemeine defensive Stabilität und kann gleichzeitig mit vielen Ballgewinnen gefährliche Gegenangriffe einleiten.

Im direkten Zweikampf ist der Kroate ob seiner Physis auch sehr schwer zu überwinden. Ob in der Luft oder am Boden, der Barça-Star agiert immer knallhart und gibt keinen Ball verloren. Seine wohl größte Schwachstelle ist seine mangelnde Agilität und Schnelligkeit. Hier kann Rakitić häufig nicht mit seinen Gegenspielern mithalten und muss das durch seine kognitiven Fähigkeiten wieder ausgleichen.

„Er ist ein nahezu kompletter Spieler“

Unai Emery (Ex-Trainer von Ivan Rakitić) in einem Abschiedsbrief über den Kroaten: „Ein Beispiel auf und neben dem Fußballplatz. Es war eine Ehre, einen Spieler wie ihn trainieren zu dürfen. [...] Danke und alles Gute, Ivan.“

Andrés Iniesta über seinen Kollegen: „Er ist ein unglaublicher Mittelfeldspieler. Er ist stark und beherrscht den Ball mit beiden Füßen. Er ist ein nahezu kompletter Spieler. Barça tat sehr gut daran, ihn zu verpflichten.“

Ivan Rakitić: „Ich war immer sicher, dass ich zu Barça will“

Ivan Rakitić nach seiner Ankunft bei Barça: „Ich bin hier, um der Mannschaft zu helfen, die Geschichte neu zu schreiben.“

Zudem: „Ich war mir immer sicher, dass ich zu Barça will.“

Der Blondschopf zur Nationalmannschaftswahl: „Wenn ich mich jetzt entscheiden müsste, würde ich wieder Kroatien wählen.“