• Geburtsdatum: 28.07.1987
  • Geburtsort: Santa Cruz de Tenerifa, Spanien
  • Nationalmannschaft: Spanien
  • Größe: 167 cm
  • Position: Sturm
  • Bildquelle: Chris Brunskill/Getty Images

Karriere

VereinZeitraum
CD San Isidro (Jugend) 2003-2004
FC Barcelona (Jugend) 2004-2006
FC Barcelona B 2006-2008
FC Barcelona 2008-2015
FC Chelsea seit 2015

Immer ein Underdog, am Ende jedoch sehr oft triumphierend über große Spielernamen. So könnte man den 167 Zentimeter großen Flügelspieler Pedro Rodríguez beschreiben. Thierry Henry war das erste 'Opfer' des Kanariers, welcher Henry in der Saison 2009/10 kurzerhand aus der Stammelf verdrängte. Bereits bei der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft Ende des Jahres 2009 schrieb der Spanier Fußballgeschichte, als er es als erster Spieler vollbrachte, in sechs verschiedenen Turnieren innerhalb nur eines Jahres zu treffen. Pedro Rodríguez bleibt ein Phänomen, auch weil man ihn bis zum heutigen Tag kaum schätzt.

Kometenhafter Aufstieg beim FC Barcelona

Pedro Rodríguez spielte bis kurz vor Vollendung seines 17. Lebensjahres noch auf seiner Heimatinsel - den Kanarischen Inseln. Ab dem 1. Juli 2004 begann jedoch eine neue Etappe in seinem Leben: Der FC Barcelona nahm den Jungspund in seine Reihen auf, was sich schon sehr bald als eine äußerst glückliche Entscheidung erwies. Nach zwei Jahren in der Juvenil A sollte auch schon seine Profikarriere bei den Katalanen starten.

2006/07 sollte der Stürmer also bei der Barça B für Furore sorgen, was ihm allerdings erst so wirklich unter Pep Guardiola gelingen sollte. Der ehemalige Startrainer der Katalanen gilt als der Entdecker des Kanariers und brachte die Karriere 'Pedritos' in der Spielzeit 2007/08 so richtig in Fahrt. Am 12. Januar 2008 kam für den damals 20-jährigen dann der ganz große Moment: Beim Heimspiel gegen Real Murcia wurde er kurz vor Ende für Samuel Eto'o eingewechselt. Ein neuer Barça-Star betrat den heiligen Rasen des Camp Nou. Es sollte nicht sein letzter Auftritt werden.

Als Pep Guardiola im Sommer 2008 den kriselnden FC Barcelona als Cheftrainer übernahm, war der Stürmer bereits fixer Bestandteil der ersten Mannschaft. Gegen die Stars Lionel Messi, Samuel Eto'o oder Thierry Henry sah der Jungspund in seiner Premierensaison allerdings kaum Land. Bei insgesamt 14 Einsätzen und 573 Spielminuten konnte die Nachwuchshoffnung keinen Treffer oder Assist verbuchen. Pep Guardiola ließ sich davon jedoch nicht täuschen - er wusste, was er an Pedro Rodríguez hatte. Vertrauen, das sich bezahlt machen sollte!

Die Spielzeit 2009/10 brachte mit Zlatan Ibrahimović erneut einen Weltstar in die katalanische Metropole. Doch Pedro ließ sich davon nicht beeindrucken und erkämpfte sich prompt einen Stammplatz im Starensemble der Blaugrana. Kein Geringerer als Thierry Henry musste dafür immer öfter auf der Ersatzbank Platz nehmen. Bei der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft am 16. Dezember 2009 vollendete der Kanarier schlussendlich das Kunststück, in allen sechs Bewerben innerhalb nur eines Jahres zu treffen. Zuvor konnte er bereits in der Primera División, der Copa del Rey, der Champions League, der spanischen Supercopa und im europäischen Supercup einnetzen. Damit war Pedro Rodríguez Ledesma der erste Fußballer, dem dieses Kunststück gelang.

Dank dieser starken Darbietungen durfte der Flügelspieler sogar mit in den WM-Kader der Spanier für die Weltmeisterschaft 2010. Gerade einmal drei Freundschaftsspiele absolvierte der Überflieger bis dahin. Sein erstes Pflichtspiel von Beginn an stellte das WM-Halbfinale gegen Deutschland dar. Auch im Finale stürmte der Spanier von Beginn an. Am Ende des Turniers durfte sich der Kanarier schlussendlich Fußball-Weltmeister nennen.

2010/11 bestätigte der Flügelspieler seine tolle Form und bildete zusammen mit Lionel Messi und David Villa ein unfassbares Angriffs-Trio. Mit Treffern beim 5:0-Kantersieg gegen Real Madrid und im Champions-League-Halbfinale (Real Madrid) sowie im Finale der Königsklasse (Manchester United) erhob sich Pedro endgültig zu einem Publikumsliebling und Leistungsträger.

Der Dauerbrenner Pedro konnte in seiner Karriere alle Titel gewinnen, die es zu gewinnen gibt. Auch sein Name wird auf ewig mit der erfolgreichsten Ära des FC Barcelona verknüpft sein. In der Nationalmannschaft errang er nach dem WM-Titel 2010 auch noch den EM-Titel im Jahr 2012. Somit sind alle Titel auf der Liste von Pedro Rodríguez Ledesma abgehakt.

Dauerbrenner, Kämpfer und Torschütze

'Pedrito' ist kein Spieler, den man als Vollblutstürmer bezeichnen würde. Den Dauerbrenner zeichnen vordergründig seine kämpferischen Qualitäten aus - doch wer glaubt, dass man den Kanarier darauf reduzieren könnte, hat weit gefehlt. Um beim FC Barcelona über Jahre hinweg bestehen zu können, muss man Qualitäten aufweisen, die darüber hinausgehen. Der Welt- und Europameister kann durchaus auch mit folgenden Ausdrücken in Verbindung gebracht werden: Kaltschnäuzigkeit, Beidbeinigkeit oder Tempodribbling.

Der Flügelstürmer stellt sich dabei immer in den Dienst der Mannschaft. Ob mit Toren, Assists oder öffnenden Läufen: Pedro Rodríguez stellt das Wohl des Teams in den Vordergrund. Ob der Kanarier dabei auf dem rechten oder linken Flügel agiert, spielt für ihn keine Rolle.

Charakteristisch für sein Spiel sind vor allem sein starker Abschluss mit beiden Beinen, seine Tempoläufe in der Offensive, sein unbändiger Wille, sein starkes Pressingverhalten und viel Defensivarbeit. Durch seine kämpferischen Fähigkeiten verschafft er seinem Team eine hohe Stabilität und erlaubt es seinen Sturmpartnern mehr Freiheiten zu genießen. Vor allem sein Spiel gegen den Ball bedarf hierbei einer gesonderten Erwähnung. Nicht zuletzt kommen diese Fähigkeiten auch Lionel Messi entgegen, der für seine explosiven Tempodribblings immer wieder Ruhephasen im Spiel benötigt. Doch auch mit dem Ball weiß der Spanier einiges anzufangen und kann sich nicht selten aus brenzligen Situationen befreien, auch wenn er hier den ganz großen Technikern beim FC Barcelona nachsteht. Perfektioniert hat er hingegen sein Kurzpassspiel.

Darüber hinaus zeichnet ihn ein hohes Maß an Uneigennützigkeit aus. In manchen Situationen würde man sich gar wünschen, dass er dieser Eigenschaft etwas weniger Aufmerksamkeit schenkt und es auf eigene Faust versucht. Doch im Grunde genommen trifft der Weltmeister zumeist die richtige Wahl, was mittlerweile mit Sicherheit auch auf seine langjährige Erfahrung zurückzuführen ist. Defizite findet man naturgegeben im Kopfballspiel - das ist jedoch lediglich auf seine geringe Körpergröße zurückzuführen. Dank all seiner Fähigkeiten könnte man Pedro Rodríguez auch auf der Position des Rechtsverteidigers oder im Mittelfeld positionieren. Der Spanier bietet seinen Trainern dahingehend viele Optionen.

„Als Brasilianer würde man ihn Pedrinho nennen“

Pedros "Ziehvater" Pep Guardiola ist eine der wenigen Personen, die den Kanarier von Anfang an zu schätzen wussten. Und so verwunderte es wenig, als er nach dem 2:0-Auswärtserfolg 2010 gegen Real Madrid (Pedro erzielte einen Treffer) meinte: „Es ist Zeit, dass wir einmal ernsthaft über Pedro sprechen.“ Der Katalane äußerte sich dann zu den spärlichen Einsatzzeiten, die er seinem Schützling in der Saison 2008/09 gewährte: „Ich war nicht fair zu ihm und trotzdem beschwerte er sich nie. Er erzielte Tore für die Barça B und kam am Montag wieder zum Training der ersten Mannschaft. So glücklich wie immer.“ Danach folgte die endgültige Adelung für den Weltmeister: „Wenn Pedro Brasilianer wäre, würde man ihn Pedrinho nennen und wir hätten nicht genug Geld, um ihn zu verpflichten.“

Ebenfalls Guardiola: „Pedro ist sehr wichtig für uns, absolut fundamental. Er ist ein Vorbildsportler, ein Großer. Er erfüllt immer alle Erwartungen.“

Piqué über seinen Teamkollegen: „Alles was er tut, hat auch funktioniert. Er ist stets auf der Hut und in Schlüsselmomenten immer voll da.“

Pedro Rodríguez: „Ich schulde ihm sehr viel“

Der Kanarier über Pep Guardiola: „Er war alles für mich. Er hat mir seit dem Tag meiner Ankunft hier vertraut und hat mir die Chance gegeben, für die erste Mannschaft zu spielen. Ich schulde ihm sehr viel.“

Pedro in der Saison 2010/11 auf die Frage, warum er so viele Treffer erziele: „Wie kann man keine Tore bei Barça erzielen? Während die Verteidiger Probleme mit Messi, Villa und Bojan haben, vergessen sie auf mich. Das ist der Grund, warum ich Tore erzielen kann. Viele Gelegenheiten bekomme ich nur, weil ich einen Vorteil durch einen Laufweg oder Pass eines Mitspielers habe.“