• Geburtsdatum: 14.11.1993
  • Geburtsort: Yaoundé, Kamerun
  • Nationalmannschaft: Frankreich
  • Größe: 181 cm
  • Position: Abwehr
  • Bildquelle: JOSEP LAGO/AFP/Getty Images

Karriere

VereinZeitraum
Menival (Jugend) 1999-2001
Olympique Lyon (Jugend) 2001-2011
Olympique Lyon B 2010-2012
Olympique Lyon 2011-2016
FC Barcelona seit 2016

Samuel Umtiti stand im Sommer 2016 schon sehr früh auf der Einkaufsliste des FC Barcelona. Bereits vor und während der Europermeisterschaft in Frankreich wurden die Gerüchte über einen Wechsel immer lauter. Am 30. Juni bestätigten Barça-Präsident Josep Maria Bartomeu und Olympique Lyon den Wechsel des französischen Nachwuchstalents für ungefähr 25 Millionen Euro. Für Umtiti, der später auch offen gestand, in Anbetracht des Wechsels ein paar Freudentränen vergossen zu haben, wurde ein Traum war - und der FC Barcelona hatte nach einer gefühlten Ewigkeit endlich einen Innenverteidiger für die Zukunft verpflichtet.

Über Lyons Talentschmiede zum FC Barcelona

Der in Yaoundé, Kamerun und geborene und dort die ersten zwei Lebensjahre wohnhafte Umtiti begann bereits im Alter von sechs Jahren seine fußballerische Laufbahn bei Menival in Lyon, Frankreich, ehe er 2001 im Alter von acht Jahren bei Olympique Lyon anheuerte. Nach einer mustergültigen Entwicklung wurde Umtiti im Alter von 17 Jahren für die B-Mannschaft des französischen Traditionsvereins nominiert. Für diese bestritt er knapp 30 Liga-Spiele, bevor er für die Saison 2011/12 in den Profikader berufen wurde. Dort feierte er im Januar sein Pflichtspieldebüt als Innenverteidiger. Mit Fortdauer der Saison wurde Umtiti auch ab und an als linker Außenverteidiger eingesetzt.

Während er 2012/13 noch vermehrt als Ersatzspieler zum Einsatz kam und nebenbei sein Europa-League-Debüt geben durfte, gelang ihm 2013/14 endgültig der Durchbruch als Stammspieler. In der Saison vor der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien stand Umtiti in insgesamt 42 Pflichtspielen für Lyon auf dem Platz und konnte mit seinem Verein auch in der Europa League beachtliche Erfolge verbuchen. Im Halbfinale war gegen Juventus Turin jedoch Endstation. Trotz der beeindruckenden Saison kam die Weltmeisterschaft noch ein ganzes Stück zu früh für den aufstrebenden Innenverteidiger, und so dauerte es bis ins Jahr 2016, bis Samuel Umtiti sein Nationalmannschafts-Debüt feiern durfte. Kurz vor der Heim-Europameisterschaft wurde Umtiti nachnominiert. Er reiste ohne einen einzigen Einsatz zu seiner Nationalmannschaft. Im Viertelfinale gab Umtiti dann gegen Island sein Länderspiel-Debüt. Gegen das Überraschungs-Team der EM durfte er über die volle Spielzeit spielen, da Adil Rami aufgrund einer Sperre nicht zur Verfügung stand. Im weiteren Turnierverlauf festigte er seine Position als Innenverteidiger und zeigte, dass Barça mit ihm einen Glücksgriff gelandet haben dürfte.

Umtiti war aber auch in der Jugend für die Nationalmannschaft aktiv und dort durchaus erfolgreich. Ab der U17-Nationalmannschaft spielte er in sämtlichen Jugendteams Frankreichs und darf sich seit 2013 sogar U20-Fußballweltmeister nennen. Beim Turnier in der Türkei schlug Samuels Mannschaft Uruguay im Finale nach Elfmeterschießen, nachdem es nach 90 Minuten 0:0 stand.

Der steile Aufstieg in Frankreichs A-Mannschaft hatte sich also schon eine Weile abgezeichnet, ebenso das Interesse diverser Klubs, darunter auch des FC Chelsea im Jahr 2015. Schlussendlich machte Barça dann das Rennen und hat mit der neuen Nummer 23 nun einen Spieler mit großem Stammplatzpotenzial in den eigenen Reihen, bei dessen Können z.B. auch Fußballgröße Éric Abidal in Schwärmen kommt.

Spielweise: Robust und äußerst intelligent

Samuel Umtiti ist 181 Zentimeter groß und 75 Kilogramm schwer. Auf dem Datenblatt sticht er damit nicht heraus, aber das heißt bekanntlich nichts. Der Franzose weiß seinen Körper äußerst geschickt einzusetzen und stellt damit einen äußerst unangenehmen Widersacher für die meisten Angreifer dar. Zumeust ist Umtiti darauf bedacht, Situationen verstärkt durch geschicktes Stellungsspiel und seine herausragende Antizipationsgabe zu lösen, bevor es brenzlig wird. Das gelingt dem Abwehrtalent häufig, weshalb er sich maßgenau ins Profil der Katalanen einfügt.

Umtitis Spielaufbau ist ebenfalls eine seiner Spezialitäten. Durch geschicktes, aber vorsichtiges Herausrücken und seine große Ballsicherheit gelingt es ihm, Mitspieler zu finden und Räume zu öffnen. Das teilweise unkonventionell anmutende Positionsspiel erlaubt es ihm, für Mitspieler auch in Bedrängnis eine sichere Anspielstation zu bilden.

Ein weiterer großer Pluspunkt ist die Passquote des Abwehrakteurs, die bei der Europermeisterschaft teilweise die magische Marke von 100 Prozent kratzte. Das Kurzpass- und Ballbesitzspiel der Blaugranas scheint ihm also auf den Leib geschneidert zu sein.

Trotz der durchschnittlichen Körpergröße ist Umtiti in der Luft eine Bank und gewinnt durch seine Physis viele Zweikämpfe. Durch seine bedachte und ballsichere Spielweise gibt der Linksfuß auch auf der Position des linken Außenverteidigers eine gute Figur ab und könnte dort ein etwas defensiveres Pendant zu Jordi Alba und Lucas Digne abgeben, sofern ein dahingehender Bedarf festgestellt wird.

Sein Laufstil erinnert an eher an ein elegantes Schreiten, das einst Éric Abidal in den Reihen der Katalanen zugeschrieben wurde. In den sozialen Medien wird er teilweise als neuer Carles Puyol gefeiert, was weniger seiner Spielweise geschuldet ist. Damit wollen die Anhänger vielmehr ihre Wertschätzung zum Ausdruck bringen und ihre Hoffnung, dass Umtiti die Abwehr in ähnlicher Weise stabilisieren wird, wie es einst Puyol getan hat.

Éric Abidal adelt seinen designierten Nachfolger

Eine der großen Säulen von Pep Guardiolas Barça, der unermüdliche Kämpfer und Landsmann von Samuel Umtiti, Éric Abidal, macht keinen Hehl daraus, dass er in Samuel einen großen Innenverteidiger der Zukunft sieht, der schon jetzt über Attribute der Spitzenklasse verfügt. Auf der offiziellen Webseite von Olympique Lyon erzählte Abidal, der einst den gleichen Werdegang wie Umtiti hinter sich brachte und ebenfalls von Lyon zu den Katalanen wechselte, dass Umtiti „Weltklasse" sei. Im Einzelnen:

„Er ist Weltklasse. [...] Darum ist er ein Stammspieler bei einem einem Klub wie Olympique Lyon. [...] Ich wünsche ihm wirklich das Beste für die Jahre, die noch kommen. Es wäre schwer für Lyon, ihn gehen zu lassen."

Diese Schwierigkeit bewahrheitete sich allerdings und Umtiti, der in einem Interview zu verstehen gab, bereits Ratschläge von Abidal angenommen zu haben, wechselte zum FC Barcelona.

Auch Umtitis neue Mitspieler sind voll des Lobes für ihren neuen Teamkollegen. Gerard Piqué sieht in ihm einen Spieler mit viel Qualität, der mit „einer Menge Enthusiasmus" ankam. Auch Sergio Busquets schwärmt: „Umtiti hat großes Potenzial".

Umtiti ambitioniert und kämpferisch

Kurz nach seiner Ankunft gab Umtiti ein Interview für L'Esportiu, in welchem er zu verstehen gab: „Es [Barça] ist der beste Klub der Welt. Ich bin sehr stolz, hier zu sein, und es ist natürlich klar, dass es einen starken Wettbewerb um Einsatzminuten geben wird. Aber ich trainiere mit den Besten der Welt. Das wird mir helfen, ein viel höheres Level zu erreichen."

Ganz realisiert hatte er seinen Wechsel zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht, denn auf die Frage, ob er geglaubt hätte, am Ende des Sommers [2016] ein Barça-Spieler zu sein, antwortete er: „Ich hätte gelacht, da es ein Traum für mich war. Doch im Fußball geht alles sehr schnell, wie wir diesen Sommer gesehen haben. Zuerst mit der Nationalmannschaft und dann Barça ... "

Wenn er sich einen Titel aussuchen dürfte, dann wäre das: „Ehrlich gesagt, alle. Ich bin hierher gekommen, um alles zu gewinnen. Ich habe keine Präferenz, ich will sie alle."

Auch die Vergleiche mit Abidal stören Umtiti nicht wirklich: „Ich bin sehr stolz darüber, mit ihm verglichen zu werden, aber wir sind unterschiedlich. Er hatte gewisse Qualitäten und ich habe meine. Aber wenn der Vergleich bedeutet, dass ich einen ähnlichen Stempel bei Barça hinterlassen werde wie er, dann freut mich das natürlich."