• Geburtsdatum: 14.05.1985
  • Geburtsort: Kapellen, Belgien
  • Nationalmannschaft: Belgien
  • Größe: 183 cm
  • Position: Abwehr
  • Bildquelle: JOSEP LAGO/AFP/Getty Images

Karriere

VereinZeitraum
Germinal Ekeren (Jugend) 1991-1999
Germinal Beerschot (Jugend) 1999-2003
Ajax Amsterdam 2003-2004
RKC Waalwijk (Leihe) 2004-2005
Ajax Amsterdam 2005-2009
Arsenal FC 2009-2014
FC Barcelona seit 2014

Er ist kopfballstark, ein knallharter Zweikämpfer, stark mit dem Ball am Fuß und ein Mann mit großen Führungsqualitäten: Thomas Vermaelen! Der Belgier vereint alle Fähigkeiten, die einen modernen Innenverteidiger auszeichnen. Sein Aufstieg im Jahr 2009 beim FC Arsenal war kometenhaft und offenbarte, welch großes Potenzial in ihm schlummerte. Von den Fans der 'Gunners' mit dem Namen 'Verminator' ausgestattet, avancierte er schnell zum Kapitän seiner Mannschaft. Im August 2014 sicherte sich schließlich der FC Barcelona die Dienste des Belgiers.

Thomas Vermaelen und sein Weg zum FC Barcelona

Thomas Vermaelen kam im Alter von 14 Jahren in die Jugendakademie von Ajax Amsterdam und konnte nach nur drei Jahren bereits den Sprung in die erste Mannschaft der Niederländer schaffen. Sein Debüt feierte er bei einem 2:0-Auswärtserfolg gegen FC Volendam am 15. Februar 2004. Zur Saison 2004/05 wurde der Innenverteidiger an RKC Waalwijk verliehen.

Bei seiner Rückkehr zu Ajax Amsterdam zur Spielzeit 2005/06 erkämpfte er sich schnell einen Stammplatz in der Mannschaft und wurde darüber hinaus erstmals für die belgische Nationalmannschaft nominiert (März 2006). Am Ende des Sportjahres stand der Gewinn des KNVB Cups zu Buche. In der darauf folgenden Saison konnte dieser Erfolg wiederholt werden, während PSV Eindhoven in diesen Jahren die nationale Liga dominierte. In seiner letzten Spielzeit bei Ajax (2008/09) wurde er nach dem Abgang von Klaas-Jan Huntelaar im Wintertransferfenster zum Kapitän.

Dank seiner starken Auftritte im Dress des niederländischen Rekordmeisters wurde der FC Arsenal auf den Belgier aufmerksam und verpflichtete ihn im Sommer 2009 prompt für eine Gesamtsumme von 12 Millionen Euro. Dort avancierte der beinharte Verteidiger auf Anhieb zum Publikumsliebling und sein Spitzname 'Verminator' wurde geboren. In seinem Debütspiel - ein 6:1-Auswärtserfolg gegen den FC Everton - konnte er sogar einen Treffer erzielen. Seinen kometenhaften Aufstieg in diesem Jahr komplettierte der Umstand, dass er im Oktober 2009 zum Kapitän der belgischen Nationalmannschaft gewählt wurde. Am Ende seiner Auftaktsaison in England standen schließlich 45 Einsätze und starke acht Treffer für den FC Arsenal zu Buche. Darüber hinaus wurde der neue Publikumsliebling in das Team des Jahres der Premier League gewählt.

In der Vorbereitung auf die Spielzeit 2010/11 durfte er in Abwesenheit von Cesc Fàbregas, Manuel Almunia und Robin Van Persie erstmals sein Team als Kapitän auf das Spielfeld führen. Doch sein persönlicher Aufwärtstrend sollte ein jähes Ende finden, als er sich im vierten Saisonspiel an der Achillessehne verletzte. Nach weiteren Rückschlägen verpasste er beinahe die gesamte Spielzeit - erst kurz vor Ende konnte er sein Comeback feiern.

Die Saison 2011/12 begann ähnlich wie jene im Jahr zuvor: Die Verletzungssorgen ließen Thomas Vermaelen ganze sechs Wochen pausieren. Danach sollte es allerdings endlich wieder bergauf gehen. Der Belgier blieb bis zum Saisonende von Verletzungen verschont und bildete ein starkes Duo mit Laurent Koscielny. Sein Trainer - Arsène Wenger - sprach ein Sonderlob für den „Fels in der Abwehr“ aus.

In der darauf folgenden Spielzeit wurde der 'Verminator' zum Kapitän der 'Gunners'. Dies sollte allerdings die letzte gute Nachricht für den Belgier im Dress des FC Arsenal sein. Denn nach schwachen Leistungen in der Hinrunde wurde er schnell zum Ersatzspieler unter Arsène Wenger. Das Innenverteidiger-Duo hieß von nun an Laurent Koscielny und Per Mertesacker. Der Belgier konnte nur noch eine untergeordnete Rolle bei den Londonern einnehmen.

Die Saison 2013/14 änderte nichts an der Reservistenrolle des Innenverteidigers, der darüber hinaus abermals mit einigen hartnäckigen Verletzungen zu kämpfen hatte. Insgesamt musste er 20 Spiele verletzt verpassen und konnte so seinen Stammplatz nicht zurückerobern. Den einzigen Titelgewinn am Ende seiner fünften Spielzeit mit dem FC Arsenal (FA Cup) musste der Belgier von der Ersatzbank aus verfolgen.

Trotz dieser wenig erfolgreichen und äußerst bitteren Zeit warf der FC Barcelona im Sommer 2014 ein Auge auf den Kapitän der 'Gunners'. Die Katalanen zögerten nicht lange und verpflichteten den Belgier, obwohl er sich während der Weltmeisterschaft im selben Jahr abermals verletzte - diesmal am Oberschenkel. Noch ohne Einsatz für die Blaugrana musste sich Thomas Vermaelen am 2. Dezember 2014 einer Operation unterziehen. Während sich der Belgier im Anschluss hieran in der Physiotherapie quälte, marschierte der FC Barcelona zum Gewinn des Triples. Vermaelen blieb dabei nur die Zuschauerrolle - eine bittere Zeit für den Verteidiger. Immerhin konnte er am letzten Spieltag der Saison in La Liga sein Debüt für die Blaugrana gegen Deportivo feiern und kämpft nun um seine Rolle in der Mannschaft.

Spielweise: Anführer und vielseitiger Verteidiger

Thomas Vermaelen ist kein Abwehrspieler der alten Schule, sondern ein Verteidiger, der sehr vielfältige Attribute vereint. Sein Werdegang bei Mannschaften, die einen offensiven, auf Ballbesitz orientierten Fußball zelebrieren, ist dabei kein Zufall. So ist eine seiner großen Stärken beispielsweise das Halten des Balles sowie sein ausgereiftes Kurzpassspiel. Der Belgier kann dabei auch sehr gut mit gegnerischen Pressingsituationen umgehen; eine Fähigkeit, die vor allem beim FC Barcelona von zentraler Bedeutung ist. Eine kleine Schwäche offenbart er jedoch bei langen Ballwechseln, die in sein Spiel kaum integriert sind.

Abgesehen davon besticht der Innenverteidiger jedoch durch seine ungemein hohe Präsenz auf dem Spielfeld. Sowohl bei Ajax Amsterdam als auch beim FC Arsenal erkämpfte er sich bereits nach wenigen Jahren die Kapitänsbinde, was seine Führungsqualitäten untermauert. Hat er sich erstmal ein gewisses Standing im Team erarbeitet, kann er die defensiven Geschicke einer Mannschaft auch leiten und koordinieren.

Darüber hinaus besitzt Thomas Vermaelen keine Scheu, jeden Zweikampf mit voller Härte anzunehmen. Seine Zweikampfführung würde man den Kategorien 'aktiv' und 'hartnäckig' zuordnen. Der Belgier ist also wahrlich kein Kind von Traurigkeit; trotzdem bewegt er sich stets in einem sehr fairen Rahmen und fällt nicht durch übertriebene Härte auf. Eine weitere ganz große Stärke des Belgiers stellt sein Kopfballspiel dar. Dieses Attribut kommt ihm sowohl defensiv als auch offensiv zugute, wie er bereits oftmals eindrucksvoll unter Beweis stellen konnte. Hierbei ist auch seine ausgefeilte Sprungtechnik und -kraft hervorzuheben. Außerdem muss er sich mit seinen Qualitäten im Markieren seiner Gegenspieler nicht vor anderen Fußballkollegen verstecken. Hie und da kommt es jedoch leider zu defensiven Konzentrationsschwächen beim Belgier. Das ist eine seiner wenigen, aber signifikanten Schwächen, die punktuell auftreten können.

Doch beim 183-Zentimeter-Mann überwiegen die Stärken eindeutig: So kann er auch noch mit Qualitäten aufwarten, die nicht unbedingt typisch für einen Innenverteidiger sind. Denn der Belgier besitzt eine äußerst ausgefeilte Technik am Ball und kann diese auch für raumöffnende Dribblings nutzen. Dank all dieser Vorzüge kann der 'Verminator' auch als Linksverteidiger aushelfen.

„Sein Abgang wäre ein großer Verlust“

Arsène Wenger über Thomas Vermaelen nach dessen Verpflichtung für den FC Arsenal im Sommer 2009: „Thomas ist eine großartige Verpflichtung für Arsenal und wir sind alle glücklich, dass er zu uns stößt. [...] Thomas ist vordergründig ein linksfüßiger Innenverteidiger, aber er ist multifunktional einsetzbar und kann auch als Linksverteidiger spielen. Er ist technisch sehr stark, mit einer positiven Gewinner-Mentalität ausgestattet und ich habe keine Zweifel, dass er unser Team verstärken wird. Thomas Vermaelen ist eine riesige Bereicherung für Arsenal.“

Als sich die Anzeichen für einen Abgang vom FC Arsenal verdichteten, meldete sich Aaron Ramsey, langjähriger Teamkollege des Belgiers, öffentlich zu Wort: „Er ist ein fantastischer Spieler und ein guter Freund von mir. Wenn er tatsächlich den Verein verlässt, ist das ein großer Verlust für uns, denn er ist ein Topspieler.“

Thomas Vermaelen: „Ich bin sehr selbstsicher“

Thomas Vermaelen als Teamspieler, nachdem er beim FC Arsenal vermehrt nur noch auf der Ersatzbank Platz nehmen durfte: „Ich habe Fehler gemacht. Würde ich vollkommen einwandfrei spielen, wäre ich Lionel Messi. Als Fußballer weißt du, was passieren kann, wenn man schlecht spielt.“

Der Innenverteidiger nach seiner Ankunft beim FC Barcelona: „Viele Spieler wollen für diesen Klub spielen. Für einen Spieler wie mich ist es keine schwierige Entscheidung, hierher zu kommen. [...] Ich bin bereit und sehr selbstsicher. Es ist eine große Herausforderung für mich, aber ich bin bereit und freue mich auf sie.“