Xavi Hernández
  • Geburtsdatum: 25.01.1980
  • Geburtsort: Terrassa, Spanien
  • Nationalmannschaft: Spanien (bis 2014)
  • Größe: 170 cm
  • Position: Mittelfeld
  • Bildquelle: David Ramos/Getty Images

Karriere

VereinZeitraum
FC Barcelona (Jugend) 1991-1997
FC Barcelona B 1997-1999
FC Barcelona 1999-2015
al-Sadd Sport Club seit 2015

Kaum ein Spieler hat so viel Prestige wie Xavier Hernández i Creus beim FC Barcelona. Der Katalane wird unter Fußballexperten als einer der allergrößten Mittelfeldspieler aller Zeiten gehandelt. Man könnte meinen, Xavi Hernández wäre die Verkörperung des Traums eines jeden La-Masia-Absolventen: Der Regisseur im Mittelfeld der Blaugrana spielt seit Beginn dieses Jahrtausends für die erste Mannschaft des FC Barcelona und stellt jetzt schon eine lebende Legende in der langen Vereinsgeschichte dar. Mit seinem Herzensklub hat er alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt.

Ein Leben für die Blaugrana

Im Alter von lediglich elf Jahren begann die große Karriere von Xavi Hernández beim FC Barcelona. Ein kleiner Junge - nicht ahnend, dass er einmal der Spieler mit den meisten Partien für die Blaugrana sein würde - nahm seine Fußballschuhe und spielte drauf los. Der Vollblutkatalane durchlief von diesem Moment an alle weiteren Stationen in der Jugend von Barça. Im Jahre 1997 stieg der Mittelfeldspieler dann in die B-Mannschaft auf und machte sich langsam einen Namen. Bereits in der ersten Saison bei der Barça B konnte der damals 18-jährige mit dem Meistertitel in der dritten spanischen Liga einen großen Erfolg feiern.

Dank herausragender Leistungen durfte er bereits am 24. März 1998 sein Debüt für die erste Mannschaft feiern. Kurioser Fakt: Coach in dieser Partie war kein Geringerer als José Mourinho. Louis van Gaal überließ seinem portugiesischen Co-Trainer die Leitung für das Spiel der Copa Catalunya. Im gegnerischen Team, namentlich Unió Esportiva Lleida, spielte zudem ein Mann namens Tito Vilanova. Ein wahrlich kurioses Debüt aus heutiger Sicht.

Die erste offizielle Ligapartie durfte der Mittelfeldakteur gegen den FC Valencia bestreiten, welche mit 3:1 gewonnen wurde. In der Saison 1998/1999 trug Xavi Hernández einen entscheidenden Teil dazu bei, dass man trotz zwischenzeitlich schlechter Platzierung am Ende der Spielzeit den Ligatitel ergattern konnte. Die Sterne standen zu diesem Zeitpunkt gut für den jungen Katalanen, sprang er doch für den verletzten Pep Guardiola als Spielmacher ein und konnte sich dank seiner überzeugenden Darbietungen einen Stammplatz sichern. Am Ende der Saison wurde Xavi gar zum besten Nachwuchsspieler der Saison ernannt.

Infolgedessen wurde 'El Maestro' in den kommenden Jahren etwas defensiver eingesetzt, doch die Erfolge sollten lange Zeit ausbleiben. Erst die Spielzeit 2004/05 brachte wieder einen Titel in die katalanische Metropole: Der FC Barcelona wurde Meister in der nationalen Liga. Xavi Hernández wurde in dieser Spielzeit zum besten spanischen Spieler der Primera División gewählt und gleichzeitig Vizekapitän der Blaugrana. Ein großes Jahr für den Barça-Star.

Obgleich die darauf folgende Saison für den FC Barcelona grandios verlief und man das Double aus Champions League und Meistertitel errang, hatte diese Spielzeit einen bitteren Nachgeschmack für den Mittelfeldspieler: Xavi Hernández riss sich das Kreuzband und verpasste den Großteil der Saison. Im Endspurt um die Titel spielte er keine Rolle mehr, da er sich fast ausschließlich auf der Ersatzbank wiederfand.

Doch kurz danach sollte die historische Ära unter Pep Guardiola folgen, in welcher Xavi Hernández einen ganz zentralen Baustein darstellte. Zusammen mit Andrés Iniesta und Lionel Messi wirbelte er die Fußballwelt auf und prägte die erfolgreichste Zeit der Katalanen in ihrer langjährigen Geschichte. Champions League, Primera División, Copa del Rey, Supercopa, UEFA Super Cup und FIFA-Klub-Weltmeisterschaft: Kein einziger Titel wurde von 2008 bis 2012 ausgelassen. Zudem konnte Xavi in diesen Jahren sämtliche Titel mit der spanischen Nationalmannschaft erobern: Er wurde zweimaliger Europameister (2008, 2012) und darüber hinaus Weltmeister (2010). In der Saison 2010/11 landete er zudem auf Platz drei der Weltfußballer-Wahl; vor ihm platziert waren nur noch seine Teamkollegen Andrés Iniesta sowie der Gewinner Lionel Messi. Xavi Hernández erreichte in der Ära Pep Guardiola mit Sicherheit die Blütezeit seiner Karriere.

Im Jahr 2014 bestritt die Vereinslegende übrigens ihr 700. Spiel für den Verein – somit ist Xavi der Spieler mit den meisten Partien für den FC Barcelona. Und seit der Saison 2014/15 ist er offiziell erster Kapitän: Nicht nur aus diesen Gründen ist ihm ein Platz in den Geschichtsbüchern der Blaugrana sicher.

Xavi: Der Dirigent mit dem Adlerauge

Einerseits könnte man den Spielstil von Xavi Hernández mit einem feinen Dirigenten vergleichen, welcher gerade dabei ist, sein Ensemble zu leiten, da er pure Ballkontrolle und Ruhe in den Spielfluss des eigenen Teams bringt. Andererseits wäre aber auch ein Vergleich mit einem hungrigen Greifvogel zulässig – denn Xavi Hernández ist ein Spieler, der in den entscheidenden Momenten den magischen Pass spielen und dabei eine unglaubliche Gelassenheit an den Tag legen kann.

Ist der Barça-Star erst einmal auf dem Platz, spürt man es in der Regel sofort: Das Spiel der Katalanen ist ruhiger, sicherer und kontrollierter. Xavis pure Präsenz sorgt für Harmonie. Mit einer Ballführung, als wäre das Kunstleder am Fuß angewachsen, präsentiert der Weltmeister immer wieder eine beeindruckende Abgeklärtheit und Konzentration auf dem Feld. Seine Anwesenheit und seine Fähigkeit, das Spiel zu verlangsamen, üben positiven Einfluss auf seine Feldkollegen aus. Diese äußerst nützliche Eigenschaft, die der Dirigent mit sich bringt, kann besonders beim Verwalten eines Vorsprungs Vorteile verschaffen, aber auch, wenn Chaos auf dem Feld herrscht.

Eine weitere Stärke sind seine tödlichen Pässe in den richtigen Momenten. Wie ein Adler, der auf seine Beute wartet, zögert der Katalane mit dem Ball am Fuß so lange, bis er die Lücke sieht, und schnappt dann rasch zu. Der Mittelfeldakteur ist für seine präzisen Pässe bekannt, seien es Lang- oder Kurzpässe - beides gelingt ihm in der Regel.

Weiterhin erwähnenswert ist die Übersicht, welche Xavi Hernández sein Eigen nennt. Selten bleibt dem Visionär ein Detail auf dem grünen Rasen verwehrt. So ist es nicht verwunderlich, dass ihm ebenso der Spitzname 'Taktgeber' verliehen wurde. Über alle Zweifel erhaben ist natürlich auch seine Ballbehandlung: Häufig schafft er sich mit eleganten Drehungen viel Zeit und Platz, um einen Ballverlust zu vermeiden und einen besser postierten Mitspieler zu finden. So ist es nicht verwunderlich, dass er auch im Gegenpressing äußerst stabil ist und die Gegenspieler zur Verzweiflung bringt.

Wenn man bei der Legende eine kleine Schwäche identifizieren möchte, dann muss man den Fokus wohl auf seine Torgefahr richten. Schon als Kind spielte Xavi Hernández den Ball lieber ab, statt selbst einzunetzen. Er selbst sagt diesbezüglich, dass er zwar mehr Tore hätte erzielen können, sich jedoch meist für den Pass entschied. Weitere Schwachstellen liegen in der körperlichen Unterlegenheit gegenüber stämmigeren und größeren Gegenspielern und in der fehlenden Dynamik. Aufgrund seiner Art und Weise, Fußball zu zelebrieren, kann er diese physischen Defizite jedoch mit Leichtigkeit kaschieren.

„Xavi gibt den Rhythmus an“

Pep Guardiola, ehemaliger Spieler und Trainer des FC Barcelona: „Ich habe Xavi und Iniesta nicht das Spielen beigebracht. Trainer machen Spieler nicht besser, sie sind lediglich dazu da, um das, was in den Spielern steckt, mit einer unterstützenden Rolle zu verstärken. Sie [Xavi und Iniesta] spielen auch ohne mich gut genug.“

Johann Cruyff, ehemaliger Spieler, Trainer und Legende des FC Barcelona: „Xavi gibt im Barça-Spiel den Rhythmus an. Durch diesen Rhythmus finden Spieler wie Messi die nötigen Lücken, um die entscheidenden Spielzüge zu verrichten. Diese Details machen den Unterschied im Fußball aus.“

Louis van Gaal, ehemaliger Trainer des FC Barcelona: „Ich habe großartige Erinnerungen an sie [die Jugendspieler, die van Gaal hervorbrachte]. Ich habe die Jungs in der B-Mannschaft spielen gesehen und habe sie in die A-Mannschaft hochgezogen. Seitdem wir zusammengearbeitet haben, entwickelten sich diese Spieler – Xavi, Iniesta und all die anderen – hervorragend. Sie sind seit Jahren der Grundbaustein für den Erfolg Barcelonas.“

Sergio Busquets über Xavi: „Er ist ein Vorbild für mich und für all jene Spieler, die aus dem Jugendsystem kommen und versuchen, in die erste Mannschaft zu gelangen.“

Andrés Iniesta über seinen Spielerkollegen: „Manchmal weiß ich, wo er [Xavi] steht, ohne ihn zu sehen.“

„Ich liebe es, Fußball zu spielen“

Xavi Hernández: „Seitdem ich denken kann, liebe ich den Fußball. Meine Familie war schon immer begeistert von diesem Ballsport und ich konnte noch nie ohne Fußball leben. Es ist meine Leidenschaft – ich liebe es, Fußball zu spielen. Ich wüsste nicht, wie mein Leben ansonsten aussehen würde. Ich denke, wenn ich meine Karriere eines Tages beende, werde ich etwas tun, was mit dieser Sportart zu tun hat. Ich weiß zwar nicht genau was, aber es wird auf jeden Fall mit Fußball zu tun haben.“

Der Barça-Star über Pep Guardiola: „Guardiola wird immer wichtig sein. Er war es, als ich ein Kind war und er war es wieder, als ich unter ihm spielte. Wenn ich die zwei besten Trainer wählen müsste, für die ich spielte, müsste ich Luis Aragonés und Pep Guardiola sagen.“

Xavis Philosophie: „Ich bin ein Romantiker. Ich mag es, dass Talent und technische Brillanz höher als physische Fähigkeiten bewertet werden.“