Barças nächstes Teenager-Toptalent: Pedri trumpft bei Las Palmas auf

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16 Jahre alt, dribbelstark und selbstbewusst – so lautet die kurze Beschreibung von Pedro González López, genannt Pedri, dem neuen Stern an Spaniens Talentehimmel. Bei UD Las Palmas zeigt Pedri bereits jetzt erstaunlich gute Leistungen, der FC Barcelona hat sich die Dienste für die kommende Saison gesichert. Wir stellen euch das Talent vor.

Die (potentiellen) Stars der Zukunft, sie machen immer früher auf sich aufmerksam, und immer häufiger bereits im Teenageralter: Bei Barça spielte sich der 16-jährige Ansu Fati aus dem Nichts ins Rampenlicht, bei Stade Rennes zieht der ebenfalls 16-jährige Mittelfeldspieler Eduardo Camavinga die Blicke der europäischen Topklubs auf sich, nun tut es ihm ein 16-Jähriger in Spaniens zweiter Liga gleich – mit dem Unterschied, dass er bereits einem Topklub gehört: dem FC Barcelona.

Während sich Ende August medial einiges um die Neymar-Posse drehte, schnappte sich Barcelona am Ende des Transferfensters die Dienste des jungen Talents Pedri. Fünf Millionen Euro kostete der Mittelfeldspieler, wobei die Summe durch verschiedene Klauseln ansteigen könnte. Auf der großen Transferbühne blieb diese Meldung nur eine Randnotiz, besonders weil der Wechsel erst zur Saison 2020/21 vollzogen wird und weil Pedri ein bis dato völlig unbekannter Nachwuchsspieler im Teenageralter war.

Aktuell sorgt Pedri, eigentlich Pedro González López, wie der 16-Jährige mit vollem Namen heißt, in der Segunda División bei UD Las Palmas für Furore und ist plötzlich in aller Munde. Bei der jüngsten Partie gegen Deportivo La Coruña ging sein Stern auf. Mit zwei Assists für seinen Stürmerkollegen Tomás Pekhart war er maßgeblich am 3:0-Sieg beteiligt – nach beeindruckender Leistung ist ganz Spanien auf den Jugendlichen aufmerksam geworden.

Pedri dribbelte sich durch Depors Hintermannschaft, organisierte Angriffe durch mutige Pässe, bereitete Chancen vor – und all das mit einer Ruhe und Abgeklärtheit, dass man meinen könnte, da spiele ein abgezocktes 22-jähriges Supertalent. Doch Pedri ist 16 Jahre jung; kaum zu glauben, wenn man nur seine Youtube-Highlights der Partie kennt.

Mit dieser Entwicklung hat weder der FC Barcelona, noch Las Palmas gerechnet – und ganz sicher nicht Real Madrid. Denn Pedri spielte im Februar in Madrid vor, konnte im Probetraining in Valdebebas aber nicht überzeugen, Los Blancos sahen von einer Verpflichtung ab, dann schlug Barça im Sommer zu, und lieh ihn weiter an seinen Stammverein Las Palmas aus. Dabei sollte er bei den Kanarienvögeln lediglich erste Erfahrungen im Profibereich sammeln – doch plötzlich avanciert er zu einem der besten Spieler der Mannschaft. 

Ob Pedri nächstes Jahr bereits zum FC Barcelona wechselt, steht noch nicht fest. Das Jungtalent könnte noch ein weiteres Jahr an Las Palmas verliehen werden, sofern Barça Pedri nicht für die erste oder zweite Mannschaft registriert oder an einen höherklassigeren Klub als Las Palmas verleihen wird.

Pedri: Auf den Spuren von Laudrup und Iniesta

Pedri wurde 2002 auf der Ferieninsel Teneriffa geboren und erlernte das Fußballspielen mit seiner Familie. „Meine ersten Erinnerungen an den Fußball habe ich, als ich mit meinem Vater und meinem Bruder gespielt habe“, erzählt der 16-Jährige in seinem ersten Interview mit Leaderbrock Sports. Auf seiner Heimatinsel als „zu dünn und klein“ beschrieben, wechselt Pedri 2018 zu Las Palmas – der richtige Schritt. Große Vorbilder hat er ebenfalls, wie er jetzt verriet: „Meine größte Referenz war Iniesta, aber mein Vater zeigte mir immer Videos von (Michael) Laudrup und ich liebte es, wie er spielte, sie sind beide Vorbilder.“

Wie ist Pedri selbst fußballerisch einzuschätzen? Er ist 1,70 Meter groß und ein offensiver Mittelfeldspieler, der vor allem über den linken Flügel kommt. Die Spielweise erinnert sehr an die seiner Vorbilder. Beim ersten Tor gegen Deportivo filetiert er die Abwehrreihe mit einem Steilpass à la Iniesta, den Tomas Pekhart – alleine vorm gegnerischen Torhüter – nur noch einschieben muss. Diese präzisen Pässe, die eine ganze Abwehr aushebeln, waren in den 90er Jahren das Erkennungsmerkmal Laudrups. Später perfektionierte Andres Iniesta diese Pässe.

Trotz seiner Position auf dem linken Flügel hat Pedri auch strategische Spielmacherfähigkeiten. Mit kurzen Pässen in die Schnittstellen oder aber mit langen Diagonalbällen beruhigt oder beschleunigt er das Spiel. Seine mentale Stärke und Ballsicherheit erlauben es ihm, gegen mehrere Gegenspieler in Dribblings zu gehen und sie erfolgreich zu gestalten. Durch seine Pass- und Dribbelstärke ist er für jeden Gegner schwer zu verteidigen.

Stammplatz bei Las Palmas 

Für seine Mannschaft ist der Teenager aktuell aus der Startelf nicht wegzudenken. Nach mäßigem Saisonstart gewann Las Palmas fünf der vergangenen sechs Spiele. Drei Tore und zwei Assists steuerte Pedri bei. Hinzu kommt ein weiterer Assist aus dem zweiten Saisonspiel. Seine Tore sind wichtig: Beim ersten Saisonsieg gegen Gijón erzielt er den Siegtreffer, beim 2:0-Sieg gegen Lugo markiert er den Führungstreffer. Sein Coach Pepe Mel sagt bereits jetzt über ihn: „Es wird unmöglich sein Pedri, zu ersetzen.“

Denn Las Palmas muss für ein paar Wochen ohne seinen Youngster auskommen, Pedri nimmt an der U17-Weltmeisterschaft in Brasilien teil, auf die er sich besonders freut: „Ich war wirklich glücklich darüber, nominiert zu werden, denn wenn du siehst, wie deine Vorbilder Piqué oder Xavi mit der Nationalmannschaft eine Weltmeisterschaft gewannen und dieses Trikot dabei trugen, es das für mich eine große Ehre.“

Bereit für Barças A-Team?

In den letzten Wochen wurde Pedri mit Lob überschüttet, zum etablierten Profi ist es freilich noch ein enorm weiter Weg. Besonders im körperlichen und athletischen Bereich sollte das Talent noch zulegen, aufgrund seiner mangelnden Physis verliert er noch einige Duelle. Bislang hat er erst zehn Spiele im Seniorenbereich bestritten, er steht also buchstäblich noch am Anfang seiner Karriere.

Von den Anlagen her ist Pedri definitiv ähnlich talentiert wie Ansu Fati, der in dieser Saison bereits eingeschlagen hat. Die mentale Stärke, die Unbekümmertheit, die vorhin bereits erwähnte Pass- und Dribbelstärke könnten ihm – trotz großer Konkurrenz – einige Einsätze bringen. Sogar gegenüber Ousmane Dembélé könnte er den entscheidenden Vorteil haben: Er gestaltet das Spiel auf der Außenbahn, agiert mehr als spielmachender Flügelspieler, nicht nur als reiner Dribbler.

Die Barça-Verantwortlichen wissen, was sie an ihrem Talent haben. Sofern er künftig für Barça B aufläuft, beträgt die Ausstiegsklausel bereits 100 Millionen Euro. Kommt er nächste Saison aber in der A-Mannschaft zum Einsatz, vervierfacht sich diese. Mit Pedri und Ansu Fati dürfen sich die Culés auf eine goldene Zukunft freuen. Die Next-Gen-Superstars stehen in den Startlöchern.

Da Ansu Fati, der soeben für den Golden Boy nominiert wurde, nicht an der U17-WM teilnimmt, werden die zukünftigen Teamkollegen hier nicht zusammen zu bewundern sein. In Brasilien steht Pedri nach seinen Leistungen bei Las Palmes sicherlich unter größerer Beobachtung, als dies in Spaniens zweiter Liga der Fall wäre. Die WM ist aber auch eine große Chance: Er kann seinem zukünftigen Arbeitgeber FC Barcelona beweisen, dass er als Leistungsträger in der Lage ist, ein Team (zum Titel) zu führen. Und sich so für höhere Aufgaben zu empfehlen: Einen Platz im Kader des FC Barcelona.

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