Brennpunkte | Geschwindigkeit und Breite in Barças spielfreudiger Offensive

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Der FC Barcelona meisterte die Pflichtaufgabe gegen Ferencváros Budapest souverän und begeisterte durch Tempo und die Nutzung des gesamten Spielfeldes. Außerdem hat Koeman ein kleines Luxusproblem im Mittelfeld. Die Brennpunkte zum Auswärtssieg in Ungarn.

Ferencváros mit Problemen gegen Barças Tempo

Der FC Barcelona war in Ungarn schnell darauf bedacht, alles klar zu machen, so fielen alle Tore der Blaugrana in der ersten Halbzeit. Schnelligkeit zeichnete am Mittwochabend auch die Spielweise Barças aus, beziehungsweise jene Momente, die zu gefährlichen Situationen führten.

Ein ums andere Mal wurden die flinken Offensivspieler um Ousmane Dembélé, Antoine Griezmann und Martin Braithwaite mit Schnittstellenpässen in die Tiefe gefüttert, Letzterer holte so den Elfmeter heraus, der zur Vorentscheidung führte. Den Raum für diesen Sprint erarbeitete der Däne sich dabei selbst, als er Francisco Trincão zum Doppelpass entgegen kam und somit Abraham Frimpong minimal aus der Kette zog.

Auch im zweiten Durchgang zeigten sich die Budapester anfällig für diese Tempogegenstöße, vor allem Dembélé wurde des Öfteren in Laufduelle geschickt und setzte seinen Speed an diesem Abend hervorragend ein. Auch die beiden Außenverteidiger Jordi Alba und Sergiño Dest konnten ihre Geschwindigkeit problemlos ins Spiel integrieren, um offensiv für noch mehr Wirbel zu sorgen, aber auch defensiv gegen die wenigen Gegenstöße der Ungarn abzusichern. All dies lag auch am guten Positionsspiel der Mannschaft an diesem Abend.

Barça nutzt die ganze Breite 

Um so viele Spieler wie möglich an den eigenen Angriffen teilhaben zu lassen, waren die Katalanen von Beginn an darauf bedacht, die komplette Breite des Spielfeldes zu nutzen. Dafür zogen häufig die Flügelspieler ins Zentrum, um den temporeichen Außenverteidigern Alba und Dest genug Platz auf der Außenbahn zu lassen.

Wie damit umzugehen war, wussten beide Spieler. Nach bereits vier Minuten versorgte Dest Braithwaite mit einer scharfen Hereingabe, nachdem der US-Amerikaner den nötigen Platz von Trincão bekam, um an der Seitenlinie ins Dribbling mit seinem Gegenspieler zu gehen. Den ersten Treffer des Tages legte Alba nach einem mustergültigen Lauf und leicht verzögerten Doppelpass mit Dembélé auf, als er die rechte Abwehrseite von Ferencváros auseinander zog und kurz vor der Grundlinie – wie Dest zehn Minuten zuvor – eine flache scharfe Flanke auf Griezmann schlagen konnte.

Sechs Minuten später kam Dembélé aus gleicher Position zu einer weiteren flachen Hereingabe, auch diese wurde – diesmal von Braithwaite – verwertet. Besonders bemerkenswert ist dabei, dass vor diesem Tor 33 Pässe in Folge gespielt wurden, was einem neuen Bestwert in der diesjährigen Champions-League-Saison entspricht. Jeder einzelne Feldspieler beteiligte sich an diesem Angriff. Die folgende Grafik belegt zudem, dass auch hier die ganze Breite des Feldes ausgenutzt wurde. 

Reichlich Alternativen in zentralen Positionen

Dass der FC Barcelona aufgrund der vielen verletzten Innenverteidiger auf dieser Position eine Neuverpflichtung forcieren wird, steht wohl außer Frage. Am Mittwochabend demonstrierte Koeman dafür, wie vielseitig die Katalanen in anderen zentralen Positionen aufgestellt sind.

In der Puskás Aréna kamen mehrere Mittelfeldakteure auf Einsatzminuten, jeder mit verschiedenen Anlagen. Die erste Halbzeit wurde mit Sergio Busquets und Miralem Pjanic bestritten, die dem Spiel Barças Sicherheit gaben. Beide agierten nahezu fehlerlos im Spiel mit dem Ball und interpretierten ihre Rolle als Ballverteiler offensiv, so konnten beide Sechser impulsgebende Pässe spielen, ohne dabei besonders spektakulär aufzufallen.

Vor ihnen wirbelte Antoine Griezmann, der sich gut ins Spiel der Blaugrana einfinden konnte und überall auf dem Spielfeld präsent war – ohne dabei Mitspielern auf den Füßen zu stehen. Sein Tor zum 1:0 krönte seine positive Leistung (Barçawelt-Note 8).

In der Halbzeit rückte dann Frenkie de Jong ins Mittelfeld, als er für Busquets den Rasen betrat. Wie Busquets und Pjanic zuvor konnte der Niederländer kaum für offensive Akzente sorgen, was jedoch auch an Barcelonas passiverer Einstellung zu Beginn von Hälfte zwei lag. Einige Culés hätten sich vermutlich dennoch etwas mehr Dynamik von de Jong versprochen, der zwanzig Minuten später aber auch schon in die Innenverteidigung rückte.

Nach 65 Minuten wurden die beiden La-Masia-Talente Carles Aleñá und Riqui Puig eingewechselt, zwei andere Spielertypen, die kleiner und wuseliger als Busquets, de Jong und Pjanic sind und daher Barça im Zentrum ein anderes Element geben.

Vor allem Puig schaffte es, Barças teilweise etwas erlahmtes Spiel wieder anzutreiben, er sorgte mit reichlich Esprit für eine erfrischende Schlussphase. Am liebsten auf der Acht unterwegs, stellte der 21-Jährige seine Qualitäten in Budapest als Zehner unter Beweis. Aleñá hingegen wusste dem Spiel eine gewisse Selbstverständlichkeit zu verleihen und fügte sich als ballverteilender Sechser auch gut ein, wie zuletzt in Kiew bereits.. Ronald Koeman stehen somit mehrere zentrale Mittelfeldspieler in den kommenden Wochen zur Verfügung, die allesamt Leistung zeigen und verschiedene Attribute anbieten.

 

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