Brennpunkte | Lebhafte rechte Außenbahn und ertragreiches Unterzahlspiel

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Beim 5:1 gegen Ferencváros Budapest betrieben die jungen Spieler des FC Barcelona Eigenwerbung, das Zusammenspiel zwischen Miralem Pjanic und Frenkie de Jong funktionierte – zudem war Barça trotz Unterzahl erneut gefährlich vor dem Tor. Die Brennpunkte zum Spiel.

Die rechte Außenbahn

Die Situation auf dem rechten Flügel bereitete Trainer Ronald Koeman zuletzt nicht nur etwas Kopfzerbrechen, sondern brachte auch Meinungsverschiedenheiten mit Antoine Griezmann einher. „Ich denke, dass er auf der rechten Seite mit viel Freiraum spielen kann, aber er spielt nicht auf dem Flügel, er zieht eher nach innen“, erklärte der niederländische Coach vor dem vergangenen Ligaspiel beim FC Getafe, bei dem der französische Angreifer plötzlich in vorderster Front agieren durfte – aber auch da nicht nur blass blieb, sondern auch eine Großchance liegen ließ.

Für das Spiel gegen Ferencváros setzte Koeman auf einen echten Flügelspieler: Trincão begann erstmals für Barça. Der 20-Jährige brauchte etwas Zeit, um ins Spiel zu finden, hatte dann aber schwungvolle Aktionen und zeigte einige Ansätze, die Lust auf mehr machten. Vor allem zeigte er jene Attribute, die ein Flügelstürmer benötigt, ob bei Barcelona oder anderswo: Dribbelstärke und das Potenzial, in Eins-gegen-Eins-Situationen zu gehen und diese erfolgreich zu bestreiten.

 

Nach etwas über 60 gespielten Minuten kam dann Ousmane Dembélé für den Portugiesen auf den Rasen. Nach einem zuletzt schwachen Auftritt in Getafe agierte der Franzose gegen Ferencváros dynamisch und krönte seine erfrischende Leistung mit einer Vorlage für Pedris zwischenzeitliches 4:1 (82.) sowie mit einem eigenen Treffer zum 5:1-Endstand (89.).

Während Antonie Griezmann erstmals unter Trainer Koeman nicht dem Platz stand, betrieben seine Mitspieler Eigenwerbung – und könnten den 29-Jährigen im anstehenden Clásico gegen Real Madrid erneut auf die Bank verdrängen. Denn der Schwung, der von beiden auf dem rechten Flügel ausging, der ging Barça zuletzt mit Griezmann auf dieser Position gewaltig ab.

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Zusammenspiel Pjanic und de Jong

Die Partie gegen Ferencváros war nicht nur für Trincão eine Startelf-Premiere, sondern auch für Mittelfeldmann Miralem Pjanic. Der Bosnier nahm auf der Doppelsechs mit Frenkie de Jong eine zentrale Rolle ein. Mit insgesamt 86 Pässen hatte er die meisten aller Akteure auf dem Rasen und suchte dabei immer nach Anspielstationen im vorderen Bereich.

Gleichzeitig sorgte der Einsatz des 30-Jährigen dafür, dass Frenkie de Jong erneut in die Rolle des Box-to-Box-Spielers schlüpfen und sich selbst an Aktionen in der Offensive beteiligen konnte. Beispielhaft die Vorlage des Niederländers zum zwischenzeitlichen 2:0 von Ansu Fati (42.).

Doch über diese positiven Aspekte hinaus waren die Schwächen des Duos im Defensivbereich zu erkennen, um den sich normalerweise Sergi Busquets kümmert. Es kam durchaus vor, dass bei einem gegnerischen Angriff beide nicht rechtzeitig zur Stelle waren und außerdem Freiräume rund um den Sechszehner boten. Dennoch zeigte das Spiel, dass diese Doppelsechs eine Zukunft haben kann, auch wenn Busquets im kommenden Clásico vermutlich wieder in die Startelf zurückkehrt.

Wieder Tore trotz Unterzahl

Über diese individuellen Positiverscheinungen aus dem Champions-League-Auftritt strahlte die Mannschaft abermals nach einer Roten Karte weiterhin Torgefahr aus. Nach der Notbremse von Gerard Piqué und dem anschließenden Elfmeter, aus dem der einzige der Treffer der Gäste in der Partie resultierte (71.), überließ die Koeman-Elf den Ungarn zwar den Ball und legte den Fokus auf die Ordnung der Hintermannschaft, zog sich dabei jedoch nicht komplett zurück und kam vor allem über die Außen immer wieder zu Möglichkeiten – und auch zu Toren.

Bereits im Auswärtsspiel bei Celta Vigo zeigte die Blaugrana dasselbe. Am 2. Spieltag der laufenden La-Liga-Saison war Clément Lenglet bereits vor der Halbzeitpause mit einer Gelb-Roten-Karte vom Platz geflogen. Auch damals bekam der Gegner die Kontrolle über das Spielgerät, doch die Koeman-Schützlinge zeigten eine geschlossene Teamleistung gegen den Ball, ein gutes Umschaltspiel sowie Effizienz vor dem gegnerischen Tor und gewannen schlussendlich mit 3:0.

 

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