Brennpunkte | Tiefenläufe aus dem Mittelfeld als taktischer Schlüssel gegen Huesca

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Beim Auswärtserfolg des FC Barcelona über Tabellenschlusslicht Huesca wählte Ronald Koeman wieder eine Viererkette, das Team agierte taktisch verändert. Gegen die verteidigenden Hausherren glänzte besonders die linke Seite, allen voran waren jedoch Tiefenläufe aus dem Mittelfeld der Schlüssel zum Sieg. Die Brennpunkte.

Koemans taktischer Ansatz

Nach zwei Partien in Folge mit einer Dreierkette in der Hintermannschaft hatte sich Ronald Koeman für das Spiel gegen Tabellenschlusslicht SD Huesca wieder für ein 4-3-3-System entschieden – auf dem Papier jedenfalls. Früh war zu erkennen, wenn die Blaugrana den Ball in den eigenen Reihen hielt, dass sich Sergi Busquets teilweise gerne zwischen die beiden Innenverteidiger geschoben und damit wieder eine Art Dreierkette im Spielaufbau gebildet hat.

Barça kontrollierte das Geschehen über die gesamten 90 Minuten, 69 Prozent der Ballbesitzanteile lagen auf Seiten der Gäste. Die Hausherren konzentrierten sich primär auf die Defensive, fanden so aber überhaupt nichts ins Spiel und kamen auch nicht zu nennenswerten Torchancen. Das lag aber auch am für die Blaugrana sonst eher ungewohnten Pressing bei gegnerischem Ballbesitz.

Nicht selten attackierten die in Gelb gekleideten Gäste früh den Ballführer Huescas, der wiederum häufig in einem langen Ball in Richtung Spitze einen Ausweg fand. Auch Lionel Messi ging hier und da der Kugel hinterher. Barça kam so jedenfalls immer wieder an das Spielgerät und konnte Angriffe wieder von vorne beginnen.

Die Koeman-Elf stand sowohl für das Pressing als auch im eigenen Spielaufbau sehr hoch. Die Partie spielte sich deshalb nicht nur nahezu ausschließlich in der Hälfte des Aufsteigers ab (siehe Abbildung unten), sondern auch auf einem engen und dichten Raum – der wenig Platz zur Entfaltung ließ.

heatmap huesca barca

Die Heatmaps der beiden Teams. Barça agierte vornehmlich in des Gegners Hälfte – und machte Huesca so das Leben schwer. Quelle: Whoscored.com

Alba bestimmt aktive linke Seite

Dieser Raum beschränkte sich darüber hinaus fast nur auf die linke Seite, das lässt sich besonders an den Ballberührungen der beiden Außenverteidiger Jordi Alba und Sergiño Dest (wurde in der 75. Minute ausgewechselt) ablesen. Während Dest auf der rechten Außenbahn lediglich auf 52 Kontakte kam und damit auf Seiten der Blaugrana nach Torwart Marc-André ter Stegen und Stürmer Martin Braithwaite die wenigsten der Starter vorwies, hatte Alba ganze 141 und so sogar die meisten aller Akteure auf dem Rasen – zum wiederholten Male in dieser Saison.

Barças Nummer 18 inszenierte immer wieder Angriffe, war der Aktivposten schlechthin (Barcawelt-Punkte: 8). Der Linksfuß durchbrach häufiger die tiefstehende Abwehrreihe des Gastgebers und brachte Hereingaben in den gegnerischen Strafraum. 

Auf seiner Seite war Alba jedoch nicht alleine. Vordermann Ousmane Dembélé legte ebenfalls einen guten Auftritt hin. Auf den bespielten Flügel zog es auch teilweise Lionel Messi, der auf dem Papier zwar einen Rechtsaußen gab, sich wie gewohnt aber häufiger in Ballnähe aufhielt und überwiegend auf die Spielmacherposition ins Zentrum zog. Seine Spielmacherqualitäten sorgten in der ersten Halbzeit auch für den Durchbruch durch die gegnerische Verteidigung, als der Kapitän die Führung mit einem punktgenauen Zuspiel aus dem linken Halbfeld auf Frenkie de Jong vorbereitete (27.).

Tiefenläufe aus dem Mittelfeld

Eine solche Aktion hat es gebraucht, um den Knoten zu lösen. Zum Führungstreffer gehört aber auch die vorangegangene Arbeit von de Jong selbst, der erst mit einem Tiefenlauf aus dem Mittelfeld heraus sich in Szene und in eine gute Schussposition gesetzt hatte. Ein häufig verwendetes Mittel, so schalteten sich sowohl Pedri als auch de Jong immer wieder in das Offensivspiel mit ein und tauchten oft  im Sechzehner nah an der Seite von Braithwaite auf.

Pedri hatte in der ersten Halbzeit vor dem Treffer gleich schon zwei gute Möglichkeiten, selbst ein Tor zu erzielen (7./21.) – eben auch durch besagtes Vorstoßen in die Spitze. Ein klar zu beobachtendes taktisches Mittel der Blaugrana an diesem kalten Januarabend.

Schlussendlich war dann doch de Jong, der das Zuspiel von Messi innerhalb des Fünfers nur noch im Gehäuse unterbringen musste (27.). „Besonders in Spielen wie diesen, wenn alles eng ist und sie hinten mit quasi der gesamten Mannschaft stehen, ist es sehr wichtig, als Mittelfeldspieler solche Läufe in den Strafraum zu machen“, merkte der Torschütze nach der Partie an und stellte dabei die Tiefenläufe der Mittelfeldspieler heraus.

 

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