Brennpunkte vs. Cadiz | Koemans Aufstellung der Top-Elf geht nicht auf

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Nach dem bösen Erwachen in der Champions League tat sich der FC Barcelona auch in La Liga gegen Cádiz extrem schwer. Aufgrund fehlender Kreativität und eines schwachen Flügelspiels konnte man sich kaum Chancen erarbeiten. Ronald Koemans Aufstellung ging letztlich nicht auf. Unsere Brennpunkte.

Barça prallt an Bollwerk ab 

Im Heimspiel gegen den krassen Außenseiter Cádiz hatte Barça praktisch die gesamte Spieldauer über die totale Dominanz. Ein Ballbesitzwert von 81 Prozent und 885 gespielte Pässe verdeutlichen die krasse Überlegenheit der Katalanen. Trotz der hohen Ballbesitzzeiten tat sich der FC Barcelona aber extrem schwer, gegen das tief stehende Cádiz gute Chancen herauszuspielen. 

Ergebnis waren nur zwei Großchancen auf Seite der Hausherren – und auch beim einzigen Tor der Blaugrana musste der Gegner tatkräftig mithelfen. Durch eine ungestüme Aktion wurde Pedri im Strafraum gelegt und Lionel Messi sorgte für den einzigen Barça-Treffer an diesem Nachmittag. 

Aber warum tut sich der FC Barcelona gegen ein vermeintlich schwaches Team, welches darüber hinaus noch seit einigen Wochen im Formtief steckt, so schwer, Chancen zu erarbeiten? Ein Grund ist sicherlich die extrem passive Spielweise der Gäste. In Großteilen der Partie fühlte man sich an ein Handball-Spiel erinnert. Cádiz verteidigte in einem 4-5-1-System und baute rund 35 Meter vor dem eigenen Tor ein massives Bollwerk auf. 

Bis zum Strafraum konnten sich die Katalanen meist ohne Druck den Ball zuspielen, jedoch hatte man extreme Probleme, im letzten Drittel für Gefahr zu sorgen. Ein weiterer Grund für die Harmlosigkeit war in diesem Spiel zweifelsohne das auffällig schwache Flügelspiel der Katalanen. 

Es ist allgemein bekannt, dass ein breit angelegtes Flügelspiel im letzten Drittel ein probates, meist erfolgsversprechendes Mittel gegen einen tiefstehenden Gegner sein kann. Durch das Spiel über die ganze Breite bringt man die gegnerische Defensive ins Laufen und kann entstehende Lücken ausnutzen. 

Von diesem Flügelspiel war beim FC Barcelona kaum etwas zu sehen. Betrachtet man die realtaktischen Aufstellung, sind selbst die Positionen der Flügelstürmer extrem zentrumsnah interpretiert worden. So standen sich die Spieler teilweise selbst im Weg und konnten nicht durch die Verteidigungsreihen durchbrechen – etwas, was schon beim 1:2 im ‚Hinspiel‘ Barças großes Problem war.

 

Individueller Fehler kostet wieder Punkte 

Die bereits angesprochene fehlende Durchschlagskraft gepaart mit einem in dieser Saison bekannten Problem – individuelle Fehler in der Defensive – sorgten letztendlich dafür, das es nicht zum Sieg reichte und der FC Barcelona den Patzer von Atletico Madrid nicht nutzen konnte. 

In diesem Spiel war es eine grobe Unaufmerksamkeit von Clement Lenglet, der in Minute 88 bei seinem Klärungsversuch seinen Gegenspieler traf und einen Elfmeter verschuldete. Für Lenglet war es nicht der erste Bock in dieser Spielzeit – während der französische Innenverteidiger in der letzten Saison noch Mr. Zuverlässig war, ist er seit dieser Saison ein Unsicherheitsfaktor. 

Darüber hinaus war es nicht das erste Mal, dass ein kapitaler individueller Schnitzer zu einem Gegentor führte – in dieser Saison ist eine Häufung von Aussetzer dieser Art auffällig. Die Frage, die sich den Fans zurecht stellt, ist der Grund für die regelmäßigen Fehler. 

Dass diese Fehler dann auch noch den erfahrenen Spielern gefühlt gleich oft passieren, wie den Youngsters, sorgt darüber hinaus für Verwunderung, zeigt aber auch die Verunsicherung der Mannschaft. Unabhängig von den Gründen scheint Ronald Koeman an der mentalen Stabilität seiner Spieler arbeiten zu müssen. 

    Koemans Aufstellung geht nicht auf 

    Kaum Überraschungsmomente, ein später individueller Fehler und meist fehlende Präzision im letzten Pass: Barça wirkte gegen Cádiz irgendwie müde, nicht ganz frisch. Nach den enormen Belastungen der vergangenen Wochen mit ausschließlich englischen Wochen seit dem Jahreswechsel kein Wunder. Dem FC Liverpool scheint es in England gleich zu gehen und selbst der europäische Primus FC Bayern München zeigt hier und da Abnutzungserscheinungen. 

    Einerseits völlig verständlich, andererseits ist die Aufstellung von Coach Koeman daher zumindest zu hinterfragen: Kaum Rotation – und das obwohl es die Spieler aus der zweiten Reihe in der vergangenen Woche in La Liga ausgesprochen gut gemacht haben. Es schien, als wollten die Katalanen lieber in Bestbesetzung mit geringer Intensität spielen, als hier und da die Rotationsmaschine anzuwerfen und mit voller Intensität zu spielen. 

    Koeman wollte der Startelf gegen Cadiz die Chance zur Wiedergutmachung geben, zudem sollten sich Piqué und Dest nach ihren Verletzungspausen einspielen. Letzteres ist gelungen, Ersteres zumindest Ergebnis-technisch nicht.

    Sicherlich war Koemans Idee, gegen Cadiz die Top-Elf aufzustellen, um gegen Elche am Mittwoch im Nachholspiel zu rotieren, da am Wochenende das enorm schwere Gastspiel beim FC Sevilla ansteht. Der Punktverlust gegen Cadiz bringt Barça nun aber schon gegen Elche in die Bredouille, auch da eine starke Elf aufzustellen. Auch deshalb, weil Elche unter dem neuen Coach Fran Escriba direkt gewinnen konnte und nun selbstbewusst ins Camp Nou reist. 

    Mehr zum 1:1 gegen Cadiz:

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