Brennpunkte vs. Osasuna: Sechser Pedri, routinierter Mingueza und eine flexible Offensive

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Nach einem enttäuschenden Auftritt gegen Atlético Madrid fand der FC Barcelona beim Heimspiel gegen CA Osasuna wieder in die Spur. Ronald Koeman überraschte dabei mit Pedri als Sechser, während Barças Offensive beweglich und flexibel agierte. Unsere Brennpunkte.

Pedri beginnt als Sechser 

Bei Bekanntwerden der personellen Aufstellung stellten sich die Fans der Blaugrana wohl einige Fragen. Frenkie de Jong, Pedri und Coutinho standen gemeinsam in der Anfangsformation. Was zunächst wie eine Rückkehr zu einem 4-3-3-System mit Coutinho und Pedri auf den Achterpositionen aussah, stellte sich bereits nach wenigen Minuten als 4-2-3-1-System heraus. 

Überraschend begann dabei Pedri als zweiter Sechser neben de Jong. Antoine Griezmann startete auf der Zehn, Messi auf halbrechts und Coutinho auf halblinks. Dabei ist Pedri alles, aber kein gelernter Sechser. Dennoch nahm der spanische Youngster die von Ronald Koeman aufgetragene Rolle sofort an und agierte auf gleicher Höhe wie sein niederländisches Pendant. 

Obwohl man Pedri in einigen Situationen anmerkte, dass er diese Position nicht gewohnt ist, spielte er eine ordentliche erste Halbzeit und deutete an, dass diese Position vielleicht auch in Zukunft interessant für ihn sein könnte. Dennoch musste der eigentliche Offensivspieler bereits zur Pause runter und wurde durch den etatmäßigen defensiven Mittelfeldspieler Sergio Busquets ersetzt. Die Auswechslung war wohl viel mehr Pedris Müdigkeit geschuldet, denn einer schlechten Leistung. 

Für Neuzugang Miralem Pjanic sowie Riqui Puig muss die Aufstellung Pedris ein deutlicher Wink mit dem Zaunpfahl gewesen sein. Dass der bislang verletzte Sergio Busquets und Carles Aleña eingewechselt wurden und Pjanic und Puig über 90 Minuten auf der Bank schmoren mussten, kann als kleines Zeichen von Koeman gesehen werden. Zumindest ist nun davon auszugehen, dass beide gegen Ferencvaros Budapest in der Champions League gute Einsatzchancen haben werden.

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Minguezas routinierter Auftritt  

Nach seinem Debüt in der Champions League durfte das katalanische Eigengewächs Oscar Mingueza auch in La Liga gegen den CA Osasuna beginnen. Und wie in der Champions League überzeugte der junge Spanier auch bei seinem Debüt in Spaniens Eliteklasse über weite Strecken, auch wenn die Leistung noch Luft nach oben offenbarte. 

Bis auf einen groben Abspielfehler kurz vor dem Ende der zweiten Halbzeit spielte der 21-jährige Spanier fast fehlerlos und überzeugte durch kompromisslose Zweikampfführung gepaart mit einem guten Stellungsspiel und eine sauberen Spieleröffnung. Insgesamt brachte Mingueza 69 Pässe an den Mann, wovon einige sehr raumgreifend waren und brenzlige Situationen im Spielaufbau lösten. 

Besonders beeindruckend bei Mingueza ist dabei sein ruhiges und souveränes Auftreten, welches sein Alter nicht annähernd widerspiegelt. Der La Masia-Absolvent legte einen derart ruhigen und unaufgeregten Auftritt an den Tag, dass man meinen könnte, dass Mingueza schon seit Jahren in Barças erster Mannschaft spielt. 

Auch wenn ihn Koeman im Nachhinein für zwei nicht ganz saubere Aktionen rügte – ein Innenverteidiger, der derart Ruhe ausstrahlt und eine solide Leistung bringt, kann der FC Barcelona aufgrund der aktuellen Verletzungsmisere mehr als gut gebrauchen. 

Koeman über Mingueza: „Er hat zwei Bälle verloren, das kann nicht sein. Er muss lernen und sich verbessern“

 

Bewegliches Offensivspiel der Blaugrana 

Während das Offensivspiel der Katalanen in den letzten Wochen oftmals extrem statisch und ausrechenbar wirkte, fand gegen Osasuna deutlich mehr Bewegung in den vorderen Linien statt. Nach wie vor hat Barça den Zehnerraum mit Lionel Messi, Antoine Griezmann und Coutinho extrem überladen und auch in diesem Spiel standen sich die Offensivspieler oftmals auch gegenseitig im Weg. 

Kleiner aber feiner Unterschied: Durch die Hereinnahme von Martin Braithwaite wurden die beiden Innenverteidiger der Gäste von einer echten Nummer Neun gebunden und so blieb deutlich mehr Platz für Messi, Griezmann und Coutinho. 

Insbesondere Griezmann zeigte sich dabei im Vergleich zu den vergangenen Wochen auch deutlich formverbessert. Zusätzlich zu seiner gewohnt guten Arbeitsmoral, die Barça beispielsweise das 3:0 ermöglichte, machte der französische Weltmeister dieses mal auch einige gute Laufwege in die Tiefe und ermöglichte es Messi immer wieder, ihn in Szene zu setzen. Darüber hinaus hat sich Griezmann in diesem Spiel auch das notwendige Glück erarbeitet, erzielte ein Traumtor und bewies bei seinem Assist auch noch eine tolle Übersicht. 

Neben dem Franzosen zeigte sich auch Messi wesentlich spielfreudiger als in den vergangenen Wochen – das lag definitiv auch an seinem veränderten Positionsspiel. Messi wusste in diesem Spiel ganz genau, wann er die Breite halten und das Zentrum Griezmann und Coutinho überlassen sollte, wann er sich tief ins Mittelfeld fallen lassen und das Spiel aus der Tiefe ankurbeln und wann er an vorderster Front agieren musste. 

Heraus kamen einige traumhaft gespielte Angriffe mit zahlreichem Positionsrochaden und viel Bewegung in der Offensive. Es war mit Sicherheit noch nicht alles Gold, was gegen Osasuna glänzte, zumal die Gäste an diesem Abend ein harmloser Gegner waren – allerdings scheint Koeman die richtigen Schlüsse aus den vergangenen Liga-Spielen gezogen zu haben. 

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