Kommentar | Bartomeus Rücktritts-Weigerung schadet dem Verein

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Josep Maria Bartomeu bleibt weiter eisern Präsident des FC Barcelona. Er hätte den Weg freimachen und damit eine dringend nötige Veränderung auf allen Ebenen bei Barça möglich machen können, doch er klebt an seinem Sessel. Die Bauernopfer sind andere. Damit schadet Bartomeu dem Verein. Ein Kommentar.

„Se queda.“ Er bleibt. Was bei Neymar nicht galt, gilt Jahre später für Josep Maria Bartomeu. Der Präsident des FC Barcelona „überlebt“ nach der Schmach von Rom, dem Waterloo in Liverpool auch das schlimmste Europapokaldebakel der Vereinsgeschichte. Selbst nach dem 2:8 in Lissabon gegen den FC Bayern München steht Bartomeu über den Dingen und klebt an seinem Sessel. Die Bauernopfer sind andere – Quique Setien und Eric Abidal mussten ihren Hut nehmen – und einmal mehr wird die große Umstrukturierung angekündigt.

 

Vorgezogenen Wahlen als Täuschungsmanöver

Dabei geht es darum längst nicht mehr. Es geht um die Entfesselung des FC Barcelona. Um eine Rückkehr zur Cruyff-Ideologie und eine Rückbesinnung auf La Masia. Bartomeu könnte den Weg freimachen und damit eine Veränderung auf allen Ebenen möglich machen, doch selbst in dieser Phase lässt er jegliche Klasse vermissen. Ein Abgang mit Stil? Fehlanzeige! Der Intimus von Sandro Rosell wird bis zum letzten möglichen Tag das Zepter in der Hand halten. Die „vorgezogenen Wahlen“ sind nicht mehr als ein weiteres Täuschungsmanöver, hätte die Wahl ohnehin zwischen 15. März und 15. Juni stattfinden müssen.

Bis dahin setzt Bartomeu, der sich mit Gaspart um den Titel „schlechtester Präsident der Vereinsgeschichte“ streitet, das nächste Bauernopfer ein: Ronald Koeman. Der Holländer mag eine Klub-Legende sein und die Cruyff-Ideologie verinnerlicht haben, dennoch kann er fast nur verlieren. Für einen radikalen Umbruch fehlen nicht nur die Mittel, sondern auch die Zeit: Spätestens im Wahlkampf wird Koeman als „Bartos Mann“ zerrieben und die Wahl schon lange davor seinen Schatten werfen. Höchstens mit einer außergewöhnlichen Saison könnte er eine Zukunft beim FC Barcelona haben, laut Präsidentschaftskandidat Victor Font jedoch nicht einmal dann, sollte Font 2021 ins Amt gewählt werden.

Ein Szenario, wie es Bartomeu kennt – der im Juli 2015 nur dank des Triples die Wahl gewann, in Folge dessen das Werk seines Förderers Sandro Rossell fortführte und sämtliche Prinzipien der Katalanen über Bord warf. Im Rückblick betrachtet war der Champions-League-Titel 2015 so etwas wie der Sargnagel des FC Barcelona. Nach der Demütigung gegen Bayern München ist die Tatsache, dass „er bleibt“, ein weiterer Faustschlag in die Magengrube. Die Talsohle ist zwar erreicht, aber längst nicht durchschritten, weil Bartomeu so agiert, als wäre er größer als der Klub. Weitere Nackenschläge – Stichwort Messi – drohen und die Angst bleibt, dass der FC Barcelona vor seiner größten institutionellen Krise steht – finanziell und sportlich.

 

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