Messis Geschenk gibt Griezmann Selbstvertrauen – Barça wiederholt Fehler

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Beim 2:1-Erfolg des FC Barcelona beim FC Villarreal standen die langen Bälle der Blaugrana im Fokus, genauso wie der selbstbewusste Auftritt von Antoine Griezmann – bei dem Lionel Messi einigen Anteil hatte. Gleichzeitig wiederholte Barça erneut einen Fehler der Vergangenheit. Die Brennpunkte zum Sieg in Villarreal.

Lange Bälle gegen hochstehendes Villarreal 

Der FC Barcelona ist bekannt dafür, im „Tiki Taka“-Stil mit vielen Kurzpässen das eigene Spiel aufzuziehen und zu dominieren. Gegen den FC Villarreal wählte Barça hingegen einen anderen Weg, um zu Chancen zu gelangen – auch weil die Gastgeber es ihnen anboten. Villarreal stand hoch, presste aber nur sporadisch oder gar nicht. Das gelbe U-Boot agierte passiv und das gab den Katalanen den Freiraum, das Spiel in die Tiefe mit hohen oder langen Pässen zu forcieren. 

Immer wieder versuchte die defensive Dreierkette oder die beiden Außenverteidiger mit einem langen Vertikalpass – völlig egal, ob hoch oder flach – die hinterste Reihe zu überspielen. Dazu muss gesagt werden, dass sich dadurch zwar im Ansatz gute Möglichkeiten ergaben, aber entweder war es der letzte Pass, der zu unscharf gespielt wurde oder die mangelhafte Chancenverwertung, die dem Torschrei im Weg standen.

In der 28. war es dann aber soweit: Oscar Mingueza spielte über 30 Meter einen hohen Ball auf Antoine Griezmann, der die komplette Hintermannschaft Villarreals aushebelte. Der Franzose vollendete diesen Spielzug sehenswert per Lupfer zum zwischenzeitlichen 1:1. Es war deutlich zu erkennen, dass die langen Bälle hinter die Abwehrkette Teil des Matchplans waren. Gerade gegen im Mittelfeld sehr passive Gegner, die gleichzeitig aber hoch stehen – so wie Villarreal im ersten Durchgang – ist das ein adäquates Mittel.

Schlüsselspieler Antoine Griezmann

Beim 5:2-Heimsieg gegen den FC Getafe übergab Lionel Messi Antoine Griezmann den Ball zum Elfmeter in der Nachspielzeit. Es war ein Zeichen. Ein Zeichen nach dem Motto: „Hier Junge, du kannst es gebrauchen.“ Messi hat ein Gespür für solche Situationen, es ist nicht das erste Mal, dass La Pulga einem Mitspieler einen Elfmeter überlässt. Griezmann verwandelte den Elfmeter und konnte wieder Selbstvertrauen tanken – was ihm selbst und vor allem dem Team zu Gute kommt – und zwar direkt gegen Villarreal, als er direkt doppelt traf. 

Das Spiel des Franzosen ist sehr kräftezehrend und oftmals frustrierend für ihn, weil andere die Lorbeeren ernten. Griezmann geht viele Wege, die wehtun und die andere nicht gehen würden. Er arbeitet vor allem defensiv viel mit und macht Laufwege in der Offensive, um Räume für Messi und Co. zu öffnen. Griezmann ist nicht der klassische Neuner, aber gegen Villarreal stellte er seine Qualitäten auf dieser Position eindrucksvoll unter Beweis. 

In der 28. Minute führte einer seiner Laufwege zum Ausgleich. Den klasse Pass von Mingueza nahm er gekonnt mit, guckte Asenjo im Eins-gegen-Eins aus und lupfte den Ball voller Selbstvertrauen ins lange Eck. Wenige Minuten später stand er erneut richtig, hatte ein Näschen für Juan Foyths Rückpass und schob eiskalt zum Führungs- und letztlich Siegtor ein.

Auch Cheftrainer Ronald Koeman weiß, was er an Griezmann hat und wieso er ihn trotz anhaltender Kritik immer wieder aufstellt: „Ich schätze Antoines Leistungen immer sehr. Heute war er der Schlüsselspieler auf dem Weg zum Sieg. Er hat ein fantastisches Tor geschossen, das ihm viel Selbstvertrauen gegeben hat.“ Selbstvertrauen, das auch mit Messis geschenktem Elfmeter zusammenhängt.

Erneut zu passiv im zweiten Durchgang 

Schon im Spiel gegen den FC Getafe dominierte Barça eigentlich das Spiel, wurde dann aber zu passiv in der zweiten Halbzeit. Man kassierte das zwischenzeitliche 3:2 und geriet nochmal ein wenig in Schwierigkeiten. Gegen Villarreal ereignete sich wieder ähnliches. Nach Wiederanpfiff gehörten die ersten gut zwanzig Minuten des zweiten Durchgangs den Gastgebern. Barcelona wollte Kräfte sparen, das war offensichtlich, doch der Energiesparmodus hätte sich beinahe gerächt.

Man spürte, dass die Beine der Blaugrana schwerer wurden. Dass das nicht immer gut geht, wissen die an diesem Nachmittag in schwarz gekleideten wohl am besten. In der 66. Minute sah auf der Gegenseite auch noch Manu Trigueros den roten Karton nach einem deftigen Foul an Lionel Messi, doch selbst das sorgte nicht für die gewünschte Entlastung. Barça agierte weiterhin lethargisch und müde  – von dem einen Mann mehr auf dem Platz war nur äußerst wenig zu sehen.

Die Blaugrana schien nur noch zu versuchen, irgendwie den Sieg über die Zeit zu retten und hoffte darauf, dass sich noch die eine Kontermöglichkeit ergibt, um das Spiel zu entscheiden. Diese vergab Frenkie de Jong in der 84. Spielminute fahrlässig.

Ronald Koeman begründete den erneuten Leistungsabfall in der zweiten Hälfte mit den anstrengenden letzten Wochen und Monaten. „Wir haben heute nicht so gut gespielt wie zuletzt, was vielleicht auch mit Müdigkeit zusammenhängen könnte. Wir haben bereits so viele Spiele hinter uns, vor allem in der Copa del Rey mussten wir in einigen Spielen in die Verlängerung.“

Zweimal ging ein passiver zweiter Durchgang gut, doch Barça sollte zusehen, diesen Fehler im Schlussspurt La Ligas nicht erneut zu begehen. Noch haben die Katalanen sechs Ligaspiele vor sich – unter anderem das Spitzenspiel gegen Atlético – das wird noch ein anstrengender Saisonendspurt, bei dem der Fokus bis zum Ende hoch gehalten werden sollte. Sonst droht man, im Liga-Schlussspurt entscheidende Punkte leichtfertig zu verspielen.

 

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Luis Manzi
Freier Sportjournalist
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