Noten vs. Villarreal: Barça-Systemabsturz in Schlussphase – Duo stemmt sich gegen Pleite

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Gegen den FC Villarreal war der FC Barcelona auf Wiedergutmachung nach dem Copa-del-Rey-K.o. aus, um im Rennen um die Meisterschaft noch mitreden zu können. Die Katalanen starteten ordentlich, ließen sich jedoch schon früh abkochen. Zur Pause wechselte Trainer Xavi bereits dreimal, was deutlich machte, wie wenig bis dahin nach Plan lief. In elf Minuten schaffte man eine „Remuntada“, doch dann traf Villarreal Barça mehrfach mitten ins Herz. Ilkay Gündogan und Lamine Yamal stemmten sich noch am meisten. Die Spielerkritik und Noten.

FC Barcelona 3:5 FC Villarreal: Die Spielerkritik der Barça-Akteure

 Iñaki Peña

War bei beiden Abseitstoren aus nächster Nähe verständlicherweise machtlos. Barcelonas Nummer 13 spielte einige nicht ganz so saubere Pässe nach vorn. Bei Gerard Morenos Tor gab es für Peña wieder nichts zu halten, da er kollektiv von seinen Vorderleuten im Stich gelassen wurde. Das 0:2 verlief nicht besser, im Eins-gegen-Eins wurde Peña einfach umkurvt. Als die Katalanen voll im Spiel waren und auf die Führung drängten, erwies Peña seiner Mannschaft einen Bärendienst, indem er einen schwachen Ball nicht festhalten konnte und eine an sich ungefährliche Szene wieder scharf machte. Auch beim 3:5 hätte der Ersatzmann womöglich schneller reagieren können. Barçawelt-Punkte: 3

 Andreas Christensen (bis 46.)

Christensen hatte wie all seine Nebenmänner von Beginn an weg viel zu tun, da Villarreal mutig loslegte. Mit 60 Kontakten schon zur Pause war die Nummer 15 mit am häufigsten am Ball. Beim Gegentor durch Moreno kurz vor der Pause stand der Däne viel zu weit weg und machte so einen groben Fehler. Möglicherweise noch immer nicht bei 100 Prozent, blieb Christensen zur Pause in der Kabine. Barçawelt-Punkte: 4

 Jules Koundé

Der Franzose spielte ob vieler Verletzungen erneut als Rechtsverteidiger. Koundé fiel durch eine positive Körpersprache auf und erzeugte, auch im Verbund mit Yamal, zunächst einigen Druck nach vorn. Bei Villarreals Angriff in Minute 23 war Koundé zu passiv und hatte seinen Anteil am vermeintlichen Gegentor, welches glücklicherweise zurückgenommen wurde. Der Franzose machte als Aushilfs-Rechtsverteidiger mit 68 von 71 erfolgreichen Pässen und 14 Defensivaktionen an sich keine schlechte Partie, wurde allerdings von der allgemeinen Schwäche seiner Mannschaft stellenweise mit heruntergezogen. Barçawelt-Punkte: 5

 Ronald Araújo

Kapitän Araújo beackerte den wuchtigen Alexander Sørloth. Dies gelang überwiegend, doch Barcelonas Nummer 4 wurde hier und da auch vor Probleme gestellt. Araújo hatte zunehmend Mühe, sich gegen Villarreals Stürmer zu behaupten, so verlor er statistisch gesehen jedes zweite Duell. Im zweiten Durchgang schaltete Araújo sich vermehrt offensiv ein, da Barcelona Zugriff zur Partie erhielt. Beim Eigentor zur 3:2-Führung hatte der Uru entscheidenden Einfluss, eher er sich wie die gesamte Hintermannschaft in der Nachspielzeit noch zweimal überrumpeln ließ und geschlagen geben musste. Barçawelt-Punkte: 4

 Héctor Fort (bis 46.)

Der 17-Jährige vertrat Balde, der erneut lange ausfallen wird, und ließ sich zu Beginn im eigenen Strafraum den Ball abluchsen – zum Glück ohne Folgen. Das gelbe U-Boot kam bevorzugt über rechts, so musste Fort sofort auf Betriebstemperatur sein. Das Talent aus eigenem Nachwuchs meisterte diese Aufgabe sehr solide. Zur Halbzeitpause wich der Youngster, der seine Sache gut machte, für den deutlich erfahreneren Cancelo. Barçawelt-Punkte: 6

 Ilkay Gündogan

Der Deutsche übernahm zeitig das Zepter im Mittelfeld und kreierte die meisten Angriffe der Katalanen. Nicht alle von Gündogans langen Zuspielen erreichten ihr Ziel; so kam nur jeder vierte hohe Ball an den Mann. Barcelonas Nummer 22 stemmte sich bei jedem Ballbesitz mit Dynamik und Tatendrang gegen die drohende Niederlage, scheiterte aber fast immer daran, dass seine Kollegen gedeckt oder die Räume geschlossen waren. Nach einer Stunde bescherte die 22 mit einem überlegten Flachschuss den Anschlusstreffer. Das 3:2 entstand aus einem Freistoß Gündogans heraus, somit war der Stratege, der schon unfreiwillig Pedris Tor vorbereitete, an allen Treffern beteiligt. Barçawelt-Punkte: 8, Man of the Match

 Frenkie de Jong

Barcelonas Nummer 21 musste häufiger in der Defensive aushelfen, als er nach vorn seine Kreativität ausspielen konnte. De Jong fand im Angriff nur selten eine Idee, weil er über weite Strecken das zielstrebigere Villarreal aufzuhalten hatte. Nach der Auswechslung Romeus agierte der Niederländer noch einen Tick defensiver und konnte sich mit satten neun Defensivaktionen darin auszeichnen. In der Nachspielzeit war De Jong noch Teil einer kuriosen Fehlerkette, die zum bitteren 3:4 führte. Barçawelt-Punkte: 6

 Oriol Romeu (bis 46.)

Nach dem Copa-Achtelfinale gegen Salamanca stand Romeu wieder in der Startformation. Mit einigen unsaubere Ballannahmen machte der Rückkehrer gute Angriffsversuche unnötig kompliziert oder ganz unmöglich. Beim Gegentor hätte Romeu energischer eingreifen können, stattdessen war sein Einsatz eher Marke “Geleitschutz”. Zur Pause wurde Barcelonas Sechser erlöst. Barçawelt-Punkte: 3

 João Félix (bis 58.)

Der Portugiese prüfte Villarreals Schlussmann in der Frühphase mit einem sehenswerten Schlenzer. Félix positionierte sich zentraler und nicht als klassischer Linksaußen. Im Gegensatz zu Yamal auf dem rechten Flügel kam von Félix nicht mehr viel. Zwar lahmte im ersten Durchgang nahezu die komplette katalanische Offensive, doch gerade Félix, der mit viel Spielfreude nach Barcelona kam und furios begann, hätte mehr Verantwortung übernehmen können. Barçawelt-Punkte: 4

 Lamine Yamal

Der zweite 17-jährige Starter knüpfte an seine gute Leistung aus dem Copa-Viertelfinale an und brach auf dem rechten Flügel schon früh durch. Mit seinen Einzelaktionen war Yamal in der ersten Halbzeit der einzige richtige Aktivposten Barças. Obwohl Yamal keine direkte Torbeteiligung beisteuerte, war er über die volle Distanz einer der Faktoren im Spiel der Katalanen und setzte noch in der siebten Minute der Nachspielzeit zu einem energischen Dribbling mit Torabschluss an. 100 Ballkontakte und sieben Torschüsse sind Yamals persönlicher Bestwert in einer Partie. Barçawelt-Punkte: 7

 Robert Lewandowski (bis 77.)

Kaum eingebunden, war Lewandowski in Halbzeit eins unauffällig. Mit nur einem Ballkontakt alle drei Minuten und einem einzigen Schuss aufs Tor hatte der Pole für den zweiten Durchgang sehr viel Optimierungsbedarf. Es dauerte bis zur 60. Minute, als Lewandowski – vermutlich sogar unfreiwillig – den 1:2-Anschlusstreffer auflegte. Der einstige Weltfußballer hatte summa summarum erneut einen schweren Stand, steigerte sich jedoch in Halbzeit zwei und trug unmittelbar zur vorübergehenden Wende bei. Barçawelt-Punkte: 4

 João Cancelo (ab 46.)

Nach überstandener Verletzung meldete sich die zweite portugiesische Leihgabe zurück. Cancelo reihte sich in die schwache Abwehrkette ein, so war es sein Aussetzer, durch den das 0:2 entstand. Am gegnerischen Strafraum war der Portugiese gefährlich, kreierte zwei Chancen und schoss einmal selbst aufs Tor, doch beim 3:3 fehlte Cancelo auf der linken Abwehrseite, so dass Villarreals Guedes freie Bahn hatte. Der Portugiese ist noch nicht wieder bei 100 Prozent, doch Xavi mangelt es schlicht an Alternativen. Barçawelt-Punkte: 4

 Pau Cubarsí (ab 46.)

Um den noch nicht komplett genesenen Christensen nicht zu überlasten, durfte das Nachwuchstalent erneut eine Partie bestreiten. Herausragend war ein Tackling in Minute 80 im eigenen Strafraum gegen Villarreals Moreno, bei dem Cubarsí eine Großchance vereiteln konnte. Wieder machte der 17-Jährige auf Anhieb eine gute Partie und zeigte Xavi, dass der einen vielversprechenden Innenverteidiger in der Hinterhand hat, ehe er in der Nachspielzeit Teil einer bitteren Slapstick-Serie wurde. Barçawelt-Punkte: 5

 Pedri (ab 46.)

Sollte die drohende Blamage abwenden und wurde neben Gündogan zum zweiten Ballverteiler der Katalanen. Mit Pedri wurden die Aktionen Barças zwingender und fanden offensiv wieder vermehrt statt. Schließlich war es der Achter selbst, der in Minute 68 für den Ausgleich sorgte. Eine Einwechslung nach Maß, die einmal mehr zeigt, wie wichtig der 21-Jährige für den FC Barcelona ist. Barçawelt-Punkte: 7

 Ferran Torres (ab 58.)

Unmittelbar nach dem 0:2 kam Torres in die Partie und sollte die Wende bringen. Nur zwei Minuten später leitete “El Tiburón” den Angriff ein, der zum Anschlusstreffer führte. Kurz danach hatte Torres den Ausgleich fast auf dem Fuß, kam jedoch einen Schritt zu spät. Die Nummer 7 war ein Dampfmacher in einer heißen letzten halben Stunde. Barçawelt-Punkte: keine Bewertung

 Vitor Roque (ab 77.)

Der Youngster ersetzte positionsgetreu Lewandowski und trat mit deutlich mehr Schnelligkeit auch deutlich früher in Erscheinung. Bei der Chance zum 4:2 scheiterte er nur knapp am schnell parierenden Jørgensen und ließ durchblicken: Ein Mittelstürmer dieses quirligen Formats passt nach Katalonien. Barçawelt-Punkte: keine Bewertung

 Trainer Xavi Hernández

Nach der späten Pleite im Copa-del-rey-Viertelfinale gegen Athletic Bilbao war der FC Barcelona auf Wiedergutmachung aus, um im Rennen um die Meisterschaft nicht auf der Strecke zu bleiben. Xavi musste kurzfristig auf Sergi Roberto und Alex Balde verzichten, welcher womöglich bis zum Saisonende fehlt. So starteten die Katalanen mit zwei 17-Jährigen gegen das gelbe U-Boot. In der ersten Hälfte der Partie lief bei Xavis Mannen kaum etwas zusammen. Zeigte man unmittelbar nach Anpfiff noch eine gute Körpersprache, war spätestens nach einer Viertelstunde alle Überlegenheit verflogen. Bereits zur Pause wechselte der 43-Jährige dreifach, was deutlich macht, dass bis dahin wenig funktionierte. Den Katalanen gelang es, das Ruder zu übernehmen und binnen elf Minuten die Partie zu drehen, doch wie schon in der gesamten Saison zeigten sich auch hier in der Defensive individuelle Schnitzer, wodurch Villarreal spät zurückschlagen konnte. Mit zwei Gegentreffern in der Nachspielzeit verlor der FC Barcelona mit einer “Manita” im eigenen Stadion und Xavis persönliche Krise verschlimmert sich weiter. 28 Gegentore in den letzten 12 Partien sind für eine Mannschaft wie den FC Barcelona deutlich zu viel. Barçawelt-Punkte: 3

 Erklärung zur Punktevergabe

10 Punkte: Weltklasse
9 Punkte: sehr gute Leistung
8 Punkte: gute Leistung
7 Punkte: ansprechende Leistung
6 Punkte: durchschnittliche Leistung
5 Punkte: unterdurchschnittliche Leistung
4 Punkte: unbefriedigende Leistung
3 Punkte: schwache Leistung
2 Punkte: ungenügende Leistung
1 Punkt: Totalausfall

Clemens Wustmann
Clemens Wustmann
Blaugrana im Herzen seit 2001
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8 Kommentare

  1. Mal ne steile These: mit ter Stegen hätten wir heute gewonnen. Und nicht nur heute. Christensen mittlerweile ein Schatten der letzten Saison, Kounde belanglos, Gündoğan hat sich gewaltig gesteigert. Überall viel Licht und Schatten, aber Torres finde ich unterirdisch. Und das von Anfang an. Man hatte ewig Hoffnung, aber der ist einfach nur schlecht. Dennoch gab es heute phasenweise richtig guten Fußball.

    • Ich bin da ganz bei dir. Ich behaupte auch das wir die letzten beiden Spiele mit Ter Stegen & Gavi gewonnen hätten.
      Aber so ist das Fußball Geschäft nun mal. Xavi wollte Ferran unbedingt
      , genauso wie er Raphina unbedingt wollte.
      Letzte Saison wurden wir Meister weil wir Busquets, Alba und Dembele noch hatten.
      Es ist wie du beschrieben hast viel Licht und Schatten dabei. Aber mehr Licht. Die Zukunft kann nur besser werden.

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