Vorschau: Real Madrid – Mit Zidane zurück zu alter Stärke?

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Die Meisterschaft ist erneut das klare Ziel des FC Barcelona, doch die Konkurrenz schläft nicht – und hat sich mächtig verstärkt. Kann Erzrivale Real Madrid unter Heilsbringer Zinedine Zidane wieder ein richtiger Herausforderer um den La-Liga-Titel werden? In unserer Vorschau beleuchten wir die Madrilenen und ihre Titelchancen näher.

Real Madrid erlebte letztes Jahr eine Saison zum Vergessen. In der Liga musste man sich Erzrivale Barcelona deutlich mit satten 19 Punkten Rückstand geschlagen geben und landete auch noch hinter Stadtrivale Atlético auf Platz drei. In der Copa del Rey scheiterten die Blancos im Halbfinale an Barça und in der Champions League bereits im Achtelfinale auf demütigende Art und Weise an Ajax Amsterdam.

Real Madrid dreht die Uhr mit Zidane zurück

Alles andere als rosige Zeiten also für die erfolgsverwöhnten Madridistas, und so fing man bereits im Laufe der vergangenen Saison an, die Weichen für die Zukunft zu stellen – die Zeit aber dabei zurückzudrehen. Hauptsächlich wurde Zidane aber für die kommende Saison verpflichtet, um mit einer kompletten Vorbereitung zu versuchen, an alte Zeiten anzuknüpfen.

Dazu hat Zidane in den bisherigen Testspielen allerlei neue taktische Ansätze ausprobiert. Von einer Dreierkette im 3-5-2 bis hin zu zwei versetzten Mittelstürmern im 4-4-1-1 versuchte der Franzose vieles und es ist zu erkennen, dass sich Real Madrid deutlich variabler aufstellen möchte, als dies in der Vergangenheit der Fall war. Um wettbewerbsfähriger zu sein, benötigt man jedoch auch geeignete Spieler, und so waren die Königlichen auf dem Transfermarkt fleißig.

Hazard an der Spitze der Neuzugänge

Knapp 305 Millionen Euro gab Real Madrid in diesem Transfersommer bisher aus (das Transferfester schließt erst am 1. September), was einen neuen Höchstwert in der Historie des spanischen Hauptstadtklubs darstellt. Bisheriger Rekord waren 250 Millionen Euro aus dem Jahr 2009. Damals investierte man das Geld unter anderem in Spieler wie Cristiano Ronaldo, Kaká, Karim Benzema oder Xabi Alonso.

In diesem Sommer lautet der prominenteste Neuzugang bisher Eden Hazard. 100 Millionen Euro ließ man sich den Belgier kosten. Der 28-Jährige gilt als einer der besten Flügelspieler der Welt und soll die Lücke füllen, die Cristiano Ronaldo mit seinem Wechsel zu Juventus Turin im vergangenen Sommer hinterlassen hat. Ein guter Transfer, ist Hazard doch nochmal ein deutliches Upgrade zu Vinícius Júnior dar, der die Position über weite Teile der vergangenen Saison bekleitet hat.

Kader in der Breite verstärkt

Darüber hinaus kam in Rodrygo Goes, wenn auch schon 2018 verpflichtet, ein weiterer Außenstürmer vom FC Santos für 45 Millionen Euro, der sich jedoch erstmal hinter den etablierten Kräften anstellen muss. Wie weit sich Luka Jovic hinten anstellen muss bleibt hingegen abzuwarten: Der von Eintracht Frankfurt für 60 Millionen Euro verpflichtete Serbe muss „natürlich“ Karim Benzema den Vortritt lassen, könnte aber von Zidanes Doppelspitze profitieren. So oder so: Dem 21-Jährigen soll die Zukunft gehören.

Für die Defensive holte man außerdem den Innenverteidiger Éder Militão (50 Mio.) vom FC Porto und den Außenverteidiger Ferland Mendy (48 Mio.) von Olympique Lyon. Beide sind noch nicht als absolute Stammkräfte eingeplant und werden sich ihre Einsätze erkämpfen müssen, sollen aber den etablierten Spielern Feuer machen und gelten auch als Additionen für die Zukunft.

Altgedientes Mittelfeld benötigt Blutauffrischung

Abgegeben hat Real Madrid vor allem eine ganze Reihe von Mittelfeldspielern. Neben dem bisher an den FC Chelsea ausgeliehenen Mateo Kovacic, der vom englischen Topklub schlussendlich fest verpflichet wurde, leihte man Dani Ceballos an den FC Arsenal aus und gab Eigengewächs Marcos Llorente an den Stadtrivalen Atlético Madrid ab. Folglich fehlt es dort an Tiefe und in weiten Teilen auch an Qualität. Die vergangene Saison hat gezeigt, dass dem altgedienten Mittelfeld bestehend aus Toni Kroos, Luka Modric und Casemiro eine Blutauffrischung gut tun könnte.

Seit langem wird deshalb Superstar Paul Pogba von Manchester United in der spanischen Hauptstadt gehandelt. Wie REAL TOTAL weiß, will Zidane seinen Landsmann, doch wird ein Transfer des 26-Jährigen mit dem Schließen des Transferfensters in England jedoch unwahrscheinlicher, da die Red Devils im Falle eines Abgangs nicht mehr die Möglichkeit hätten, einen Ersatz zu verpflichten. 

Wesentlich wahrscheinlicher erscheint daher ein Transfer des ebenfalls gehandelten Donnie van de Beek, er ist sozusagen Plan B. Der 22-jährige Niederländer war in der vergangenen Saison eines der Gesichter der Mannschaft von Ajax Amsterdam, die in den Niederlanden das Double holte und in der Champions League bis ins Halbfinale vorstoßen konnte. Der bei Ajax zumeist als Zehner eingesetzte Niederländer könnte dem Spiel der Madrilenen in der Offensive wesentlich mehr Zug zum Tor geben und somit vor allem Luka Modric entlasten, den offensivsten der drei etablierten Kräfte. 

Eine alarmierende Vorbereitung

Zusätzlich könnte van de Beek wesentlich mehr Tempo und Gier einbringen. Eigenschaften, die auch in der Rückwärtsbewegung von Vorteil sind, wenn es beispielsweise um das Verhindern oder Abfangen gegnerischer Konter geht. Das ging den Madrilenen in der vergangenen Saison spürbar ab, genauso wie in der bisher katastrophalen Vorbereitung. Mit insgesamt vier Niederlagen und nur drei Siegen im Vorlauf auf die anstehende Saison sieht es nicht besonders rosig aus, wenn man auf die kommenden Aufgaben blickt. Trauriger Tiefpunkt: Das 3:7 gegen den Stadtrivalen Atlético im International Champions Cup.

Wenn man den Ausklang der vergangenen Saison sowie die Pre-Season bewertet, kann man leicht davon ausgehen, dass Real Madrid auch in dieser Spielzeit nicht viel mit dem Gewinn der spanischen Meisterschaft oder der Champions League zu tun haben wird. Die Mannschaft wirkt nach wie vor satt, unkonzentriert und macht als Kollektiv weiterhin zu viele Fehler.

Der Schein könnte jedoch trügen. Neben den Versuchen mit neuen Systemen hat sich Real Madrid bisher sinnvoll sowohl in der Breite als auch in der Spitze verstärkt und wird weiterhin eine Mannschaft stellen, die in der Lage ist, in allen Wettbewerben lange mitzukämpfen. Lediglich im Mittelfeld besteht bei den Madrilenen noch Handlungsbedarf, Zidane hat seinen Wunschspieler noch nicht. Wenn dort noch mindestens ein größerer Transfer geschieht, könnte Real wieder ein ebenbürtigerer Konkurrent für den FC Barcelona werden, zumindest jedenfalls näher heranrücken als zuletzt. Doch aktuell herrscht bei den Blancos noch Unruhe. Und das, obwohl man mit Zidane die Zeit zurückgedreht hat.

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