Barça gegen ManUtd – Ein Rückblick auf zwei CL-Finals

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Mit dem FC Barcelona und Manchester United treffen zwei der größten europäischen Topklubs im Viertelfinale der Champions League aufeinander. Bereits in der Vergangenheit bestritten beide Vereine viele wichtige und große Spiele im Ringen um den Henkelpott, zweimal trafen sie gar in Endspielen aufeinander. Auf beide Partien wollen wir hier einen Rückblick werfen.

2009 – Das erste Triple

Das erste mal trafen Barça und Manchester United am 27. Mai 2009 in einem Champions-League-Finale aufeinander. Austragungsort war das Olympiastadion in Rom. Beide Mannschaften hatten bereits zu diesem Zeitpunkt eine fantastische Saison hinter sich. Sir Alex Ferguson und sein Team, welches damals als Titelverteidiger der Champions-League ins Rennen ging, wurde mit vier Punkten Vorsprung vor dem FC Liverpool englischer Meister. Pep Guardiolas Mannschaft wiederum sicherte sich bereits die Meisterschaft und den Pokal in Spanien, womit sich die einmalige Chance auftat, als erstes Team von der iberischen Halbinsel das Triple zu gewinnen. Vor dem Spiel gab es keinen klaren Favoriten, jedoch erinnerten sich wohl viele Fans des FC Barcelona noch an das Halbfinale des Vorjahres, als man ausgerechnet gegen United den Kürzeren zog, bevor der englische Meister sich im Endspiel die Krone aufsetzte, nachdem man den FC Chelsea im Elfmeterschießen bezwingen konnte.

Doch der FC Barcelona war eine andere Mannschaft. Von Pep Guardiola übernommen, veränderte sich das Gesicht des Teams merklich, was man sowohl an einigen Personalien, besonders aber am in der Tradition von Johan Cruyff implementierten Spielstil festmachen konnte. Dabei im Blickfeld: Lionel Messi, der in dieser Saison wohl endgültig den Schritt zum besten Spieler des Planeten machte und am Ende Torschützenkönig des Wettbewerbs wurde. Entsprechend stark fokussierte sich die Berichterstattung der meisten Medien auf das persönliche Duell zwischen Messi und dem damaligen Weltfußballer Cristiano Ronaldo. Ein Vergleich, aus dem Messi als Sieger hervorgehen sollte.

Das Spiel begann insgesamt eher suboptimal für Barça. Die ersten Minuten war von ManUtd deutlich mehr zu sehen und die Briten kamen vor allem durch den stark aufgelegten Ronaldo zu einigen Abschlüssen, die bereits in einem Gegentor hätten resultieren können. In der zehnten Minute jedoch nutzte Samuel Eto’o den ersten richtig gefährlichen Angriff der Katalanen zur Führung, sodass der FC Barcelona deutlich mehr Sicherheit und Ruhe in sein Spiel bekam. Weitere Chancen von United gab es dennoch, allerdings vor allem in Form von Fernschüssen oder Standards. Die Katalanen dominierten in der Folge mehr und mehr, sodass United oft nur hinterherlaufen konnte. In der 70. Minute setzte dann Messi den Schlusspunkt: Nach einer Flanke von Xavi vollendete der Argentinier mit einem wunderschönen Kopfball zum 2:0 Endstand. Der FC Barcelona gewann somit das Triple und läutete die wohl großartigste Epoche der Vereinsgeschichte ein, in der nur zwei Jahre später der nächste Champions-League-Triumph folgen sollte.

2011 – Das stärkste Team

Im zugehörigen Endspiel am 28. Mai 2011 im Londoner Wembley-Stadion ging es erneut gegen den großen Rivalen aus England und wieder trafen zwei hervorragende Mannschaften aufeinander, die sich im Vergleich zum letzten Duell in einigen Punkten veränderten. Auf Seiten Uniteds spielte kein Ronaldo mehr, da sich dieser zwei Jahre vorher dem spanischen Spitzenklub Real Madrid anschloss, den Barça im Halbfinale des Wettbewerbs ausschalten konnte. Mehr Verantwortung in der Offensive fiel daher dem englischen Nationalstürmer Wayne Rooney zu, der als hängende Spitze hinter dem Mexikaner Javier Hernández eine brilliante Saison spielte. Ebenfalls ein wichtiger Faktor im neuformierten Team: Ryan Giggs. Die United-Legende war mit 38 Jahren bereits im fortgeschrittenen Fußballeralter und erfand sich aufgrund dessen in der Saison 2010/2011 komplett neu. So wurde der ehemalige Flügelspieler von Sir Alex Ferguson vermehrt auf der Position im zentralen, defensiven Mittelfeld aufgestellt, was sich als fantastischer Schachzug entpuppte. Giggs spielte diese Position extrem stark und bildete zusammen mit Michael Carrick ein hervorragendes Duo in der Zentrale.

Barça wiederum veränderte im Vergleich zum letzten Finale recht wenig, dennoch waren die wenigen Änderungen elementar wichtig. Das gefürchtete Sturmtrio aus Henry, Eto’o und Messi wurde aufgelöst und es blieb nur La Pulga übrig. Henry wurde vom jungen, aufstrebenden Pedro ersetzt, der Barcelonas eigener Jugendakademie La Masia entwachsen ist. Eto’o ersetzte man bereits ein Jahr vorher durch den Schweden Zlatan Ibrahimović, der jedoch bereits zur Saison 2010/2011 seinen Platz für den spanischen Weltmeister David Villa räumen musste. Die beiden flankierten Serien-Weltfußballer Lionel Messi, der seiner Rolle als Flügelspieler mittlerweile komplett entwachsen war und von Guardiola regelmäßig als “Falsche Neun” eingesetzt wurde.

Das Spiel wurde dann von Beginn an vom FC Barcelona dominiert. Guardiolas Team erspielte sich eine Chance nach der anderen und United konnte glücklich sein, nicht bereits sehr früh entscheidend zurück zu liegen. In der 27. Minute war es dann Pedro, der einen wundervollen Pass von Xavi zum 1:0 verwertete und seinen Teamkollegen damit einige Last von den Schultern nahm. Sieben Minuten später jedoch der Schock. Mit dem ersten kontrollierten Angriff kam der englische Spitzenklub zum Ausgleich. Natürlich war es Spitzenstürmer Wayne Rooney, der eine Vorlage von Altmeister Ryan Giggs nutzen konnte, um die Kugel im oberen linken Eck unterzubringen. Am generellen Bild des Spiels änderte sich jedoch auch in der Folge wenig. Barça dominierte und kam immer wieder zu gefährlichen Chancen. Diese Qualität mündete in der 54. Minute in der erneuten Führung durch Lionel Messi, der United-Torhüter Edwin van der Sar mit einem Fernschuss keine Chance ließ. In Minute 69 tat es ihm sein Mannschaftskollege David Villa gleich und vollendete, ebenfalls per Fernschuss, zum 3:1 Endstand. Der FC Barcelona bestieg also erneut Europas Thron und Sir Alex Ferguson sollte nach dem Spiel vom besten Team sprechen, dem er in seiner über 20-jährigen Trainerkarriere gegenüberstand.

Bleibt zu hoffen, dass die nächsten beiden Duelle mit dem englischen Rekordmeister ähnlich spektakulär verlaufen werden, wie die letzten beiden – und dass sie für Barça ein ähnlich gutes Ende nehmen. Wir können uns freuen auf das Viertelfinale der Champions League, wenn es erneut heißt: FC Barcelona gegen Manchester United.

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