Blamage von Anfield: Geschichte wiederholt sich doch

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Die Schande von Anfield wird Narben auf der Seele des FC Barcelona hinterlassen. Obwohl man bei Barça nicht müde wurde, an Rom zu erinnern, kassierte die Blaugrana abermals eine historische Pleite – vielleicht gerade deswegen. 

“Die größte Blamage der Historie”, titelte die Sport in riesigen gelben Lettern auf schwarzem Grund. Nicht einmal ein Bild des Scheiterns wurde verwendet, keine Abbildung des konsternierten Messi etwa, oder des fassungslosen Luis Suárez – nein, einfach nur ein schwarzer Hintergrund. Symbolcharakter hatte dieser Hintergrund, denn die Nacht von Liverpool wird wahrlich als schwarze Stunde in die Geschichte des FC Barcelona eingehen. Abermals. Rom war letztes Jahr, dieses Mal hinterlässt Liverpool dunkle Narben auf der blauroten Seele.

“Die Geschichte von Rom hat sich wiederholt”, bedauerte El Mundo Deportivo. Was nicht für möglich gehalten wurde, trat erneut ein. Wieder einmal warf der glorreiche FC Barcelona einen drei-Tore-Vorsprung in der Ferne weg, ließ sich übertölpeln, überrumpeln, überwältigen von hochmotiverten, willensstarken Hausherren. Und man selbst sah perplex mit an, wie der Traum abermals zerplatzte. 

 

Immer wieder hatten Luis Suárez, Trainer Ernesto Valverde und Co. vor der Partie an die Pleite von Rom erinnert, davor gewarnt – und doch, es nützte nichts, es passierte ihnen erneut. Vielleicht gerade deswegen, weil die Schlappe in der italienischen Capitale in den Hinterköpfen steckte? Wer Angst vor dem Versagen hat, ständig daran denkt, der ist nicht frei, der erhöht die Gefahr, dass er genau das tut: Versagen.

“Ein tragisches Team”

“Barça ist in Europa nicht mehr zu helfen. Es ist ein tragisches Team, der Protagonist der erniedrigsten Niederlagen, das Opfer des grausamsten Spotts, den die Champions League zu bieten hat. Auf die klangvollsten Siege folgen die blutigsten Niederlagen, ob in Rom oder in Anfield”, klagte die spanische Tageszeitung El País am Tag danach

Suárez gab sich nach der Partie geknickt: “Wir müssen viel Selbstkritik üben, es ist das zweite Mal, dass uns das passiert ist. Wir können diese Fehler nicht zweimal in Folge machen.” Allein, auch er schien ratlos. Die Mannschaft und gerade der Uruguayer wussten um die Wucht Anfields, um die Magie und Kraft dieses Stadions – verhindern konnten sie es nicht. Angst essen Seele auf. “Das ist etwas, das einmal im Jahrhundert passieren sollte. Stattdessen ist es Messi und seinen Freunden in der zweiten Saison in Folge passiert”, staunte der Corriere dello Sport. 

Jürgen Klopp, der Motivator, der Menschenfänger, der Magier, hatte es mit seiner heldenhaft aufspielenden Mannschaft tatsächlich geschafft. “Klopp hat mehr als jeder andere Trainer die Gabe, Emotionen zu entfesseln und Gefühle in Tore zu verwandeln. Das Wunder gegen Barcelona ist sein bisher größtes Werk”, huldigte die Süddeutsche Zeitung dem deutschen Trainer und brachte es auf den Punkt. Ohne Mohamed Salah, Roberto Firmino und Naby Keita ein 3:0 gegen Messis Barça aufzuholen ist wahrlich eine bemerkenswerte Leistung.  

Auch der Guardian konnte sich nur verneigen: “Das war nichts weniger als außerordentlich – eines dieser beispiellosen Champions-League-Comebacks sowie, inmitten all der Euphorie, eine Erinnerung an die Größe dieses Sports und seiner Fähigkeit, uns zu überraschen und kaum fassbare Handlungsstränge hervorzuzaubern.”

Kaum fassbar war die Nacht von Anfield in der Tat. Sie wird noch lange nachwirken. Besonders für den FC Barcelona.

 

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