Conte haucht Inter neues Leben ein: Italiens Tabellenführer zu Gast im Camp Nou

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Am zweiten Spieltag der Champions League empfängt der FC Barcelona den italienischen Tabellenführer Inter Mailand. Während das Team von Antonio Conte im Moment in der Serie A auf Wolke sieben schwebt und demzufolge in starker Form ins Camp Nou reist, bereitet den Katalanen die Personalsituation einiges an Stirnrunzeln.

Zweiter Spieltag in der Königsklasse, zweites klanghaftes Duell: Am Mittwoch (21 Uhr, live auf DAZN) trifft der FC Barcelona im zweiten Gruppenspiel der Gruppe F in der Champions League auf Inter Mailand, womit es zur Neuauflage des Duells aus der letzten Champions-League-Vorrunde kommt. Beide Vereine konnten ihre erste Partie jeweils nicht siegreich gestalten und dürsten daher nach ihrem ersten Erfolg in der laufenden Königsklasse – und haben auch schon ein klein wenig Druck.

Während der FC Barcelona am 1. Spieltag bei Borussia Dortmund gastierte und die Partie dank eines herausragenden Marc-André ter Stegen mit einem durchaus schmeichelhaften 0:0-Unentschieden beenden konnte, standen die Mailänder zuhause gegen Underdog Slavia Prag ganz dicht vor einer waschechten Blamage. Gegen die Tschechen lag Internazionale lange mit 0:1 zurück und konnte erst durch Nicoló Barellas Ausgleichstreffer in der zweiten Minute der Nachspielzeit einen Punkt retten.

Doch obwohl sich Inter beim klaren Außenseiter der Gruppe F derart schwer tat, täte der FC Barcelona gut daran, den kommenden Gegner nicht zu unterschätzen, vor allem mit einem Blick auf den bisherigen Saisonverlauf der Italiener.

Mit Antonio Conte zur Tabellenführung

In der Serie A konnte Inter nämlich bis dato vollends überzeugen. Nach sechs Spielen stehen sechs Siege zu Buche – ein perfekter Saisonstart also, und so grüßen die Mailänder in der italienischen Liga von der Tabellenspitze. Der Erfolg trägt dabei mehrere Gesichter, der größte Anteil lässt sich aber dem neuen Coach an der Seitenlinie zuschreiben.

Nach einem Sabbatical in der Saison 2018/2019 heuerte im Sommer der italienische Startrainer Antonio Conte in der Modemetropole an und formte den Verein zu einem waschechten Anwärter auf den Scudetto, mit der Hoffnung, die mittlerweile acht Jahre andauernde Regentschaft von Rekordmeister Juventus Turin zu beenden. Wie man Meister in Italien wird, weiß Conte indes bereits, zeichnete ausgerechnet er sich doch für die ersten drei Scudettos in Juventus’ neuzeitlicher Ära verantwortlich.

Die beste italienische Defensive

Natürlich braucht man für ein derartiges Unterfangen auch ein großartiges Team und so investierten die Mailänder in diesem Sommer ordentlich in ihre Mannschaft. 155 Millionen Euro gaben die Nerazzurri im Sommer für Neuzugänge aus. Allein 65 Millionen Euro flossen dabei in die Verpflichtung von Stürmer Romelu Lukaku. Der Ex-Spieler von Manchester United soll den in Ungnade gefallenen und schließlich zu Paris Saint-Germain abgeschobenen Mauro Icardi vergessen machen und schlägt sich bislang ganz ordentlich. Drei Tore gelangen dem Belgier in bisher sechs Einsätzen.

Neben Lukaku stechen außerdem der Transfer von Nicoló Barella (12 Millionen Euro), der ablösefrei Wechsel von Diego Godín (Atlético Madrid) und die Leihe von Alexis Sánchez (ebenfalls ManUnited) heraus. Während der Chilene Sanchez, ehemals auch im Dress des FC Barcelona aktiv, noch seine Rolle im neu-formierten Team von Conte sucht, mauserten sich Barella und Atléticos ehemaliger Abwehrchef Godin in Windeseile zu wichtigen Stützen bei Inter Mailand. Die Dreierabwehrkette um den Uruguayer sowie seine Nebenmänner Milan Skriniar und Stefan de Vrij bildet dabei das Herzstück der Nerazzurri, in den bisherigen sechs Serie-A-Spielen kassierte diese gerade einmal zwei Gegentore.

Eine echte Ergebnismaschine

In der Offensive wiederum verteilt sich die Last auf mehrere Schultern – denn hier rotiert Chefcoach Conte gerne mal. Neben Top-Neuzugang Lukaku stürmt normalerweise im Zweiersturm in den meisten Partien der Argentinier Lautaro Martínez, der bisher jedoch erst einen Treffer beisteuern konnte. Auch Alexis und der vielseitige Matteo Politano sind jedoch Alternativen für den Angriff.

Die besten Torschützen, neben Lukaku, sind mit drei Treffern Stefano Sensi und mit einem Treffer weniger Marcelo Brozovic, beide sind im zentralen Mittelfeld beheimatet. Insgesamt schossen die Mailänder in der Serie A bisher 13 Tore, der drittbeste Wert aller Klubs.

Auffällig dabei: Drei von sechs Partien gewann Inter dabei lediglich mit einem Tor Unterschied und konnte sich vor allem bei ihrer starken Verteidigung bedanken. Eine echte Ergebnismaschine, die Conte da formte und kein Vergleich zu dem Team, das in der vergangenen Saison in der Champions-League noch mit 0:2 im Camp Nou verlor und mit diesem Resultat mehr als gut bedient war.

Barça mit Sorgen in der Offensive

Das 2:0 aus der vergangenen Saison würden die Katalanen derzeit wohl direkt unterschreiben. Der Saisonstart verlief bekanntermaßen nicht unbedingt nach Wunsch, insbesondere auswärts tat sich die Blaugrana lange schwer, ehe sie am vergangenen Wochenende gegen Getafe endlich den ersten Sieg in der Fremde feiern konnten. Zuhause jedoch ist der FC Barcelona seit Beginn der Spielzeit eine Macht und gewann im Camp Nou bisher jede Partie. 12 Tore in drei Heimpartien sprechen eine deutliche Sprache, auch wenn vor dem Duell mit dem italienischen Tabellenführer gerade in der Offensive der Schuh drückt.

Nachdem sich der gerade erst zurückgekehrte Lionel Messi im Spiel gegen Villarreal erneut verletzte und zur Halbzeit ausgewechselt werden musste, feierte ein weiterer Rückkehrer für ihn sein Comeback: Ousmane Dembélé. Unglücklicherweise bereitete dessen Oberschenkel am Wochenende erneut Probleme, sodass er für das Spiel gegen Getafe kurzfristig aus dem Kader gestrichen werden musste. Beide absolvierten jedoch bereits am Montag wieder einen Teil des Mannschaftstrainings, fraglich jedoch, ob es jeweils für einen Einsatz gegen Inter Mailand am Mittwoch reicht.

Durch die Verletzung von Shootingstar Ansu Fati, der gegen Getafe ebenfalls fehlte, hat der FC Barcelona mit Luis Suárez, Antoine Griezmann und Carles Pérez aktuell nur drei fitte Stürmer zur Verfügung; die, sollte Ernesto Valverde sein System nicht umstellen, gegen Inter wohl erneut starten werden.

Unterbesetzte Defensive, vollbesetztes Mittelfeld

Ähnlich schlecht sieht die Personalsituation seit Wochen in der Defensive aus. Samuel Umtiti ist weiterhin verletzt und so wird die Innenverteidigung von Gerard Piqué und Clément Lenglet gebildet werden. Auf der rechten Außenverteidigerposition ist mit einer Startelfrückkehr von Nélson Semedo zu rechnen, während Júnior Firpo auf links den weiterhin verletzten Jordi Alba vertreten wird.

Im Gegensatz zur Offensive und der Defensive hat Valverde im Mittelfeld nach wie vor die Qual der Wahl. In den letzten Partien kristallisierte sich das Trio bestehend aus Sergio Busquets, Arthur und Frenkie de Jong als das Bevorzugte des Trainers heraus, auch wenn de Jong gegen Villarreal zunächst geschont wurde und erst später reinkam. Im bisher schwierigsten Spiel der Saison, der Auswärtspartie bei Borussia Dortmund, spielte das Trio jedoch bereits und wird wahrscheinlich auch gegen Inter Mailand starten. Darüber hinaus tummeln sich im Mittelfeld noch Arturo Vidal, der zuletzt kaum berücksichtigte Ivan Rakitic, Carles Aleñá und Sergi Roberto – genügend Möglichkeiten zur Variation bestehen also.

Doch egal in welcher Konstellation, die Aufgabe gegen die Italiener wird sicherlich schwerer als letzte Saison. Unter Conte ist die Mannschaft wiedererstarkt, so wartet nach dem BVB gleich der zweite Brocken auf Barça. Gegen Inter wird der spanische Meister eine mehr als konzentrierte Leistung brauchen, will man den starken italienischen Tabellenführer knacken und Antonio Contes Mannen die erste Niederlage der Saison beibringen. 

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