Das Genie Messi sorgt für ein gutes Omen

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Das Genie des Fußballs bezwingt ein großes Liverpool: Wieder einmal bestimmte Lionel Messi die Schlagzeilen nach Barcelonas Triumph gegen die Reds. Dabei tat sich Barça lange Zeit schwer gegen einen äußerst unbequemen Gegner. Messis Doppelpack ist ein gutes Omen für Barça. 

“Diabolisch”, titelte die L’Equipe in großen Lettern, dahinter der strahlende Messi. Fürwahr muss er dem FC Liverpool wie der Teufel vorgekommen sein, der Teufel, der rücksichtslos zunichte machte, was die Reds sich mühsam mit einer erstaunlichen guten Auswärtsleistung aufzubauen versuchten. Besonders in Halbzeit zwei war Jürgen Klopps Team am Drücker, dem Ausgleich nahe, ter Stegen parierte zweimal stark, dann schoss Milner die bis dato größte Chance freistehend in die Arme des deutschen Keepers. Die Gäste waren im Spiel, Barça litt – da schlug der Gott zu, oder eben der Teufel, ganz nach Sichtweise.

Messi bestraft Liverpools Chancenwucher

“Barças kleiner Maestro bestraft Liverpool” fasste es die Daily Mail treffend zusammen, denn bestraft ist das richtige Wort für das, was passiert war. Die Strafe war hart für mutige Gäste, die wahrlich keine Ehrfurcht oder Angst vor dem Camp Nou hatten. Liverpool presste hoch, Liverpool war aktiv, Liverpool wollte den Ball, hatte auch 53 Prozent Ballbesitz, und Barça zog sich teilweise weit zurück, musste einige Angriffswellen abwehren, ohne Ball leiden. “Wir sind es nicht gewohnt, den Ball nicht zu haben und wir hatten Probleme damit”, gab auch Messi nach dem Spiel zu. Doch dann bestrafte der 31-Jährige Liverpool eigenhändig für ihren Chancenwucher, für ihre am Ende brotlose Überlegenheit: Abstauber zum 2:0, Traumfreistoß zum 3:0. 

“Ich war glücklich, dass wir gegen diesen Gegner solchen Fußball spielen konnten”, fasste Jürgen Klopp seine Gefühlslage zusammen, “es ist in Ordnung, auswärts zu verlieren, aber das Problem ist, dass wir kein Tor geschossen haben.”  Die Reds konnten sich für ihren mutigen Auftritt nicht belohnen, die Katalanen überstanden ihre gut 20-minütige Schwächephase schadlos und drehten dann auf. Beziehungsweise: Messi drehte dann auf. 

Ein Gemälde von einem Freistoß

“Im Verlauf der zweiten Halbzeit fiel Messi wellenartig über Liverpool hinweg, er produzierte diese hypnotisierenden kleinen Drehungen, bei denen urplötzlich der Tag stehen bleibt und sich nur ein Mann zu bewegen scheint”, sinnierte der Guardian über Messis Performance nach der Pause. Und bezüglich der Chancenverwertung hieß es: “Auf diesem Level sind diejenigen Mannschaften erfolgreich, die eiskalt sind. Oder die ein Genie in ihren Reihen haben”. Eiskalt war Messi besonders bei seinem fantastischen Freistoß, ein Geniestreich aus dem Fußgelenk, unhaltbar in den Winkel gezirkelt. Ein Gemälde von einem Freistoß, wie es in Museen hängen könnte. 

Auf Twitter sieht man ein Video, wie Gary Lineker und Rio Ferdinand, Experten des britischen TV-Senders BT Sport, Messis Freistoß zelebrieren; die beiden jubeln wie Fans, wie kleine Kinder hüpfen sie umher und halten sich dabei gegenseitig fest. Ekstase allenthalben machte sich im gesamten Camp Nou breit, als Barcelonas Nummer 10 eine weitere Sternstunde produzierte.

“Das Genie des Fußballs bezwingt ein großes Liverpool”, schrieb die argentinische Zeitung Olé, doch man darf sich schon auch fragen, wie das Spiel ausgegangen wäre, würde Barça diesen kleinen Zauberzwerg nicht in seinen Reihen haben. Denn das Spiel war abermals auf ihn zugeschnitten, Messi gab in diesmal sehr zentraler Rolle hinter Rammbock Luis Suárez den Dreh- und Angelpunkt der Offensive – während hinter ihm Arturo Vidal, Ivan Rakitic und Co. hauptsächlich damit beschäftigt waren, gegnerische Angriffe abzufangen und den Ball anschließend zu Messi weiterzuleiten.

Valverdes Umstellung auf 4-4-2 fruchtet

Diese Taktik fruchtete besonders nach Valverdes Umstellung auf 4-4-2 in der 65. Minute, die sich bezahlt machte. Messi hatte noch mehr Freiheiten als Freigeist der Offensive, das Mittelfeld hinter ihm war massiver, und die Blaugrana hatte wieder den nötigen Zugriff auf das Spiel. Besonders in der letzten Viertelstunde agierten die Hausherren wieder dominanter, bei Liverpool ließen die Kräfte nach, und Messis Doppelschlag tat mental sein übriges.

Apropos Doppelschlag: Drei Mal hat La Pulga nun in Hinspielen eines Champions-League-Halbfinales doppelt getroffen, zuvor gelang ihm das 2011 im Bernabeu gegen Real Madrid sowie 2015 im Camp Nou gegen den FC Bayern München. Die Blaugrana gewann beide Spiele, 2:1 respektive 3:0, und am Ende hieß der Champions-League-Sieger in beiden Spielzeiten: FC Barcelona. 

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Alex Truica
Freier Sportjournalist, Podcaster und Chefredakteur Barçawelt
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