FC Barcelona – Atlético Madrid: Wiedergutmachung nach der Clásico-Niederlage?

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Tief saß der Frust und die Enttäuschung in vielen Culé-Herzen nach dem bitteren 1:2 im Clásico am vergangenen Samstag. Doch es bleibt kaum Zeit, ewig zurückzublicken, denn es steht eine neue Aufgabe bevor: Das Champions-League-Viertelfinale gegen Atlético Madrid. Die Bedeutung für die laufende Saison ist hier noch höher, während der Gegner nicht wirklich anspruchsloser sein wird als der andere Hauptstadtklub.

FC Barcelona: Neuordnung in den Blaugrana-Köpfen

Abhaken, weitermachen? So einfach ist das nicht. Die Partie gegen Real Madrid wird wohl noch länger in den Köpfen verweilen. Und es ist auch nicht gut, solche negativen Erfahrungen zu vergessen, denn gerade die sollten der Anstoß für Besserungen sein. Während man Madrid zumindest in der ersten Hälfte noch defensiv unter Kontrolle hatte, fehlten die offensiven Komponenten fast durchgängig und das kann nicht der Anspruch des FC Barcelona sein, selbst wenn der spätere Einbruch ausgeblieben wäre.

Interessant wird sein, wie Luis Enrique damit umgehen wird, dass mit der eher schlechten Darbietung von Messi, Suárez und Neymar gleich der komplette Angriff der Blaugrana lahmgelegt wurde. Sollten den Stürmern keine individuellen Steigerungen gelingen, droht uns sonst ein ähnliches Schauspiel. Während Andrés Iniesta sich gegen Real Madrid von seiner starken Seite präsentierte, konnte dieser keinen wirklichen Einfluss auf Torchancen ausüben, was sehr schade ist. Weiter interessant wird die Positionierung von Lionel Messi sein, dessen Rückbeorderung ins Mittelfeld kaum Früchte getragen hat. Sollte der Argentinier wieder den rechten Flügel bekleiden, wie es eigentlich gewohnt ist?

Trotz aller negativen Ansichten, die nach dem Clásico offenliegen, kann man sich getrost vor Augen halten, dass es sich hierbei im die erste Niederlage überhaupt seit Oktober gehandelt hat. Ein unglaublicher Lauf wurde beendet, der zumindest ergebnistechnisch überzeugt. Ob spielerisch schon das Maximum zu sehen war, ist schwer abzuschätzen.

Nachdem sich gestern Aleix Vidal im Training verletzt hat und eine Woche pausieren muss, stellt sich der Kader für die Partie praktisch von alleine auf. Ebenso sollte die Aufstellung (bis auf den Torhüter natürlich) der vom Samstag entsprechen – alles andere wäre eine Überraschung.

Kader (FC Barcelona):

Ter Stegen, Piqué, Rakitić, Sergio, Dani Alves, Arda, Iniesta, Suárez, Messi, Neymar, Rafinha, Bravo, Mascherano, Bartra, Munir, Jordi Alba, Sergi Roberto, Vermaelen

  • Sandro, Adriano, Aleix Vidal und Mathieu fallen verletzungsbedingt aus
  • Douglas und Masip wurden nicht in den Kader berufen

Atlético Madrid: Top-Verein im Schatten der anderen

Während es sich in Spanien seit Jahren nur um den FC Barcelona und Real Madrid geht, zieht Atlético Madrid in absoluten Toppositionen weiter gemütlich seine Kreise. Trotz der Meisterschaft vor 2 Jahren und dem beinahe Champions-League-Triumph ist das Standing der Colchoneros in der Fußballwelt noch weit hinter ihren eigentlichen Möglichkeiten. Auch in dieser Saison steht Atlético in der Tabelle auf Platz 2 vor ihrem Stadtrivalen, was aber weder für großes Aufsehen noch für große Anerkennung sorgt. Vielleicht gefällt ihnen diese Rolle als Außenseiter, die so auf sie gar nicht zutrifft, sogar ganz gut.

Im direkten Duell mit Barça sieht die jüngste Vergangenheit für Atlético allerdings wenig rosig aus. Die letzten 6 Spiele gingen allesamt an die Katalanen; diese holten gar den Ligatitel im Vicente Calderón, nachdem es in der Vorsaison genau umgedreht der Fall war. Im letzten Aufeinandertreffen in der Champions League, im Viertelfinale vor 2 Jahren, setzten sich die Rojiblancos mit 2:1 durch. Nun steht wieder das Viertelfinale an, das eine ähnliche Chance der Revanche bietet.

In der laufenden Saison wartet Atlético Madrid in der Champions League allerdings schon seit 245 Minuten auf ein Tor. Gegen PSV musste nach zweimal 0:0 das Elfmeterschießen entscheiden, wer weiterkommt. In der Liga läuft es, was das Toreschießen angeht, dagegen wirklich gut. Am Wochenende bekam Real Betis gleich 5 Treffer eingeschenkt – ein besserer Einstand im Vorausblick auf den anstehenden Kracher gegen Barça.

Antoine Griezmann ist mit 26 Treffern dabei mit Abstand erfolgreichster Torschütze der Colchoneros. Neben ihm ist besonders Koke eine Perle in der Mannschaft. Doch das Team definiert sich nicht über herausragende Einzelkünstler, sondern eher das funktionierende mannschaftliche Konstrukt. Dabei können sich auch sehr junge Spieler wie Óliver Torres und Saúl Ñíguez integrieren und zu wichtigen Bestandteilen werden. José María Giménez, als ein Niemand aus Uruguay gekommen und von Simeone großgezogen, ist in der Innenverteidigung sowieso nicht mehr wegzudenken.

Doch genau hier liegt das Hauptproblem von Atlético Madrid für die heutige Partie. Ein Einsatz von Giménez ist wohl ausgeschlossen und auch Savić ist für das Spiel mehr als fraglich. Damit bleibt für die Innenverteidigung nur der eben erst wieder genesene Diego Godín, an dessen Seite der junge Lucas starten könnte. Mit Tiago und Carrasco fehlen dazu noch essenzielle Mittelfeldspieler. Während beide Mannschaften Ausfälle hinnehmen müssen, trifft es bei den Rojiblancos besonders empfindliche Stellen.

Kader (Atlético Madrid):

Moya, Oblak, Bernabé, Godín, Filipe Luis, Savić, Jesús Gámez, Lucas, Juanfran, Giménez, Nacho Monsalve, Tiago, Koke, Kranevitter, Óliver, Augusto, Gabi, Saúl, Carrasco, Thomas, Griezmann, Fernando Torres, Correa, Vietto

  • Von den 24 Spielern müssen noch 6 gestrichen werden. Sicher ist dabei der verletzungsbedingte Ausfall von Tiago. Fraglich sind die Personalien Giménez, Savić und Carrasco.

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