Barças K.o.-Comeback in der Champions League: Wenig zu verlieren, wenig zu fürchten

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Der FC Barcelona steht kurz vor der Austragung seiner ersten K.o.-Phase in der Champions League seit dem Frühjahr 2021. Angesichts der geringen Erwartungshaltung haben die Katalanen in der Königsklasse wenig zu verlieren. Vor ihrem Achtelfinalgegner SSC Neapel müssen sie sich obendrein keineswegs fürchten.

FC Barcelona mal wieder im Achtelfinale der Champions League

Es mag seltsam klingen, diese wankende, wacklige Mannschaft als eine der besten 16 des europäischen Spitzenfußballs zu bezeichnen. Eine Mannschaft, die es in den vergangenen Wochen nicht fertiggebracht hat, in das Halbfinale des spanischen Pokals einzuziehen (2:4 n. V. gegen Athletic Club), den Tabellenvorletzten der Liga zu schlagen (3:3 gegen FC Granada), der gerade mal mit einem Auswärtspunkt auf dem Konto angereist war. Es ist aber nun mal dennoch die Wahrheit: Der FC Barcelona gehört zu den teilnehmenden Klubs am Achtelfinale der Champions League.

Für einen Weltverein und fünfmaligen Triumphator der Königsklasse ist das im Normalfall keine besondere Leistung – in dieser Saison schon. Trainer Xavi hatte Mitte September vor dem Start der Gruppenphase sogar ausgerufen, es sei ein großes Ziel in dieser Spielzeit, überhaupt mal wieder die K.o.-Phase der höchsten europäischen Spielklasse zu erreichen. Allein das. Geschafft hatten die Katalanen das nämlich ja seit 2021 nicht mehr.

Seit K.o. gegen PSG im März 2021 kein K.o.-Einsatz mehr

Barça war damals an Paris Saint-Germain gescheitert, nach einem Hinspiel-1:1 im Camp Nou mit einer 1:4-Abreibung vom Platz gegangen. Seit diesem Ausscheiden wartet die Blaugrana auf einen Einsatz in einem K.o.-Spiel der Champions League – bis heute. Oder besser gesagt: noch bis Mittwoch.

Nachdem für Barça in den vergangenen beiden Spielzeiten jeweils mit dem Abschluss der Vorrunde Schluss in der Königsklasse gewesen war, woraufhin es auch nicht zum großen Wurf in der Europa League reichte, geht es Mitte der Woche beim italienischen Meister SSC Neapel zur Sache (21 Uhr). Die Auslosung im Dezember ergab für das Achtelfinale auch diese Paarung, nach dem Hinspiel im Stadio Diego Armando Maradona empfängt das Ensemble von Xavi das aus der Serie A am 12. März zum Rückspiel im Estadi Olímpic Lluís Companys.

Angesichts des Ausscheidens in der Copa del Rey nach dem verlorenen Finale bei der Supercopa de España gegen Real Madrid (1:4) sowie aufgrund des kaum aufzuholenden Acht-Punkte-Rückstands in der Primera División auf die Königlichen ist der internationale Prestigewettbewerb so etwas wie der letzte Strohhalm in einem bis dato verkorksten Spieljahr.

Mit dem FC Barcelona rechnet international ohnehin keiner

Nicht nur in Barcelona ist man sich jedoch einig, dass das Abräumen des Henkelpokals erst recht vor dem Hintergrund der teilweise bedenklichen Auftritte seit dem Jahreswechsel, die in einer frühen Rücktrittsankündigung von Xavi für den Sommer gipfelten, selbstverständlich fernab jeder Realität ist. Hierin liegt gleichzeitig aber auch eine Chance: Niemand erwartet in Europa ein Kunststück von Barça, das dementsprechend wenig zu verlieren hat.

Fürchten muss sich der amtierende spanische Meister ebenfalls nicht – zumindest nicht in der anstehenden Runde der letzten 16. Mit den Neapolitanern hat man nämlich einen Kontrahenten zugelost bekommen, der ganz genauso auf ganzer Linie enttäuscht. Barça gegen Neapel ist das Duell zweier leidgeplagter Klubs. Die Italiener liegen in der Serie A mit satten 27 Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Inter Mailand sowie neun Zählern Differenz zum ersten Champions-League-Rang nur auf Platz neun – nebenbei bemerkt als ebenso amtierender Meister.

Champions League läuft wieder: Was holt Barça in Neapel?

SSC Neapel spielt enttäuschende Saison – Barça Favorit?

Nach dem ersten „Scudetto“ seit 33 Jahren folgte ein kolossaler Absturz, der nun womöglich dem zweiten Trainer den Job kostet. Rudi Garcia war im Sommer auf Luciano Spalletti gefolgt, musste aber bereits Mitte November wieder seinen Hut nehmen (acht Siege, vier Remis, vier Niederlagen). Walter Mazzarri übernahm, steht inzwischen offenbar jedoch ebenfalls vor dem Aus (sechs Siege, drei Remis, acht Niederlagen). Erstaunlich: In neun der 17 Spiele unter Mazzarri reichte es nicht mal zu mindestens einem eigenen Tor. Und jetzt aufgepasst: Es heißt sogar, eine Veränderung an der Seitenlinie könnte es kurzfristig noch vor dem Duell mit Barça geben!

So schlimm läuft es selbst bei den Katalanen nicht. Gehen sie nach ihrem 2:1 am Samstag bei Celta Vigo nicht nur gestärkt, sondern auch als Favorit in das Hinspiel?

Filip Knopp
Filip Knopp
Redakteur und Sportjournalist mit großem Fokus auf Spaniens La Liga.
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