Juventus Turin: Der Weg ins Champions-League-Finale

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Zwölf Spiele absolvierte Juventus Turin bislang in der Champions League Saison 2014/15 – das 13. wird dabei ein ganz besonderes, stellt es doch das Finale gegen den FC Barcelona dar. Doch wie schafften es die Turiner überhaupt so weit? Welche Hürden mussten sie aus dem Weg räumen? In diesem Artikel wird der Weg der Italiener bis nach Berlin näher beleuchtet.

Die Gruppenphase: Juventus alles andere als souverän

In der Saison 2013/14 war für den italienischen Meister bereits in der Gruppenphase der Champions League Endstation – deshalb war die Marschroute für diese Saison klar: Das darf nicht noch einmal passieren. Obwohl man alles andere als in Gala-Form auftrat, erreichte man dieses vorübergehende Ziel. In einer Gruppe mit Vorjahresfinalist Atlético Madrid, Olympiakos Piräus und FF Malmö wurde man mit zehn Punkten und einem Torverhältnis von 7:4 drei Punkte hinter Atlético und einem vor Olympiakos Zweiter.

Am ersten Spieltag traf man auf den schwedischen Meister Malmö: In einem eher ereignisarmen Spiel erlöste Carlos Tevez seine Mannschaft mit zwei Toren in Hälfte zwei und schoss Juve zum 2:0 Sieg. Am nächsten Spieltag ging es dann ins Vicente Calderón, wo die erste richtige Prüfung auf die Alte Dame wartete. In einem ausgeglichenen und auf die Defensive beschränkten Spiel verlor man durch ein Tor von Arda Turan in der 75. Minute mit 0:1.  Mit drei Punkten aus zwei Spielen ging es anschließend nach Griechenland zu Olympiakos. Dort kassierte man die bis dato letzte Niederlage in der Champions League. Genauso wie in Madrid musste man sich auch in Piräus mit 0:1 geschlagen geben. Juventus zeigte allerdings – vor allem in Hälfte zwei – keine schlechte Partie und konnte sich Chance um Chance erspielen. Doch der an diesem Tag über sich hinauswachsende Schlussmann der Gastgeber war einfach nicht zu bezwingen.

Vor dem Rückspiel gegen die Griechen stand Juventus also gehörig unter Zugzwang. Und wenn diese Partie nach 61 Minuten abgepfiffen worden wäre, hätte Juventus wohl schon die Segel streichen müssen und wäre niemals bis ins Endspiel vorgedrungen. Nach einem Freistoßtor von Andrea Pirlo gab man die Partie aus der Hand und lag tatsächlich mit 1:2 in Rückstand. Ein Eigentor von Roberto und ein Treffer von Paul Pogba erlöste Juve allerdings – das Spiel wurde mit 3:2 gewonnen. Trotzdem wurde wegen der Auswärtstorregel das direkte Duell gegen Olympiakos verloren und man musste mindestens einen Punkt mehr als die Griechen erobern.

Am 5. Spieltag stand dann der Auswärtsgang zu Malmö an, gegen die man – wie im Hinspiel – mit 2:0 triumphieren konnte. Fernando Llorente und Carlos Tevez trafen, nachdem es mit einem 0:0 in die Halbzeitpause ging. Am letzten Spieltag empfing man Atlético Madrid, denen man in jedem Fall einen Punkt abknöpfen musste. Schlussendlich gelang das auch; ein torloses Remis reichte Juventus zum Einzug ins Achtelfinale.

Die K-O-Runde: Juve als Heimmacht

Im Achtelfinale

musste man schließlich auf einen Gruppensieger treffen – die Losfee zog Borussia Dortmund. Durch die schwache Saison der Dortmunder ging Juventus als leichter Favorit in die zwei Duelle. Im Hinspiel im heimischen Stadion gewann man verdient mit 2:1 und konnte sich eine passable Ausgangsposition verschaffen. In Minute 13 traf Carlos Tevez nach einem Abstauber zum 1:0. Nur fünf Minuten später rutschte Giorgio Chiellini aus und ermöglichte Marco Reus den Ausgleichstreffer. In Minute 43 konnte Álvaro Morata aber wieder auf 2:1 erhöhen – bei diesem Resultat blieb es letzten Endes auch. Im Rückspiel ließ der Vorjahres-Halbfinalist der Europa League nichts mehr anbrennen und konnte sich deutlich mit 3:0 durchsetzen. Bereits nach drei Minuten gelang Carlos Tevez mit einem wuchtigen Schuss aus gut 25 Metern das wichtige Auswärtstor. Die Alte Dame ließ daraufhin überhaupt nichts mehr zu und konnte hie und da auch noch ein paar offensive Vorstöße verzeichnen, wovon Álvaro Morata und wieder Tevez profitierten und das Ergebnis deutlicher machten.

Im Viertelfinale traf man auf den Bezwinger von Arsenal London, den AS Monaco. Das Hinspiel fand vor eigener Kulisse statt. Die ersten 20 Minuten gehörten dabei eindeutig den Gästen aus Monaco, die viel Druck erzeugten und auch zu Torchancen kamen. Danach fing sich die Mannschaft von Massimiliano Allegri, übernahm die Kontrolle über das Spiel und wurde immer gefährlicher. In Minute 57 gab es nach einem Foul an Morata einen schmeichelhaften Elfmeter für Juventus Turin: Arturo Vidal trat an und versenkte den Ball genau unter die Latte. Bei diesem leistungsgerechten Spielstand blieb es auch. Im Rückspiel tat Juventus genau das, was man von einem italienischen Team gewohnt ist beziehungsweise erwartet: Man ließ die Monegassen kommen und verteidigte stark. Zwar hatten die Gastgeber mehr Spielanteile, richtige Torchancen konnten sie sich gegen die Juve-Verteidigung allerdings nicht erspielen. Somit gab es folgerichtig ein 0:0, welches Juve zum Einzug ins Halbfinale reichte.

Dort wartete mit Titelverteidiger Real Madrid der erste richtige Brocken auf den Double-Gewinner: Viel war im Vorhinein über ein mögliches El Clásico im Finale die Rede gewesen, Juve fast schon abgeschrieben. Doch die Spieler in Schwarz-Weiß straften die Kritiker Lügen: Das Hinspiel fand – wie gewohnt – im eigenen Stadion statt. Dort ließ man es sofort krachen – der Ex-Madrilene Álvaro Morata sorgte nach neun Minuten für die bis zu diesem Zeitpunkt schon verdiente Führung. 19 Minuten später gelang Cristiano Ronaldo wie aus dem Nichts der Ausgleich. Danach hatten die Königlichen mehr vom Spiel und in Form von James eine Riesenchance auf die Führung – die Latte verhinderte diese jedoch. Zu Beginn der zweiten Hälfte konnte Carlos Tevez nach einem Konter einen Elfmeter herausholen. Der Argentinier ließ sich nicht zweimal bitten und schoss den Ball ab durch die Mitte ins Tor. Bei Real riss daraufhin völlig der Faden und man konnte überhaupt keine Akzente mehr setzen. Juventus schaukelte die Partie runter und hatte gegen Ende hin sogar noch eine richtig gute Chance durch Fernando Llorente, die ungenutzt blieb. Somit ging es mit einem 2:1 ins Rückspiel ins Santiago Bernabéu.

Dort kassierte man nach starken Anfangsminuten allerdings durch ein Foul von Giorgio Chiellini an James einen Elfmeter – Cristiano Ronaldo verwandelte. Juve brauchte nun unbedingt ein Tor, um das Ticket für das Endspiel zu ergattern – dieses gelang auch. Wiederum war es Álvaro Morate, der seinen Ex-Klub zum Schweigen brachte (58′). Danach drückte Real auf das 2:1, während Juve sich aufs Kontern verlagerte. Zwar hatten auch die Italiener in Form von Claudio Marchisio noch eine tolle Gelegenheit, doch die Blancos hatten eindeutig mehr vom Spiel, ihnen gelang allerdings einfach kein Treffer mehr. Somit war der Finaleinzug der Turiner fixiert.

Die Ergebnisse bis ins Endspiel im Überblick:

Gruppenphase

Juventus 2:0 Malmö
Atlético 1:0 Juventus
Olympiakos 1:0 Juventus
Juventus 3:2 Olympiakos
Malmö 0:2 Juventus
Juventus 0:0 Atlético

Achtelfinale

Juventus 2:1 Dortmund
Dortmund 0:3 Juventus

Viertelfinale

Juventus 1:0 Monaco
Monaco 0:0 Juventus

Halbfinale

Juventus 2:1 Real
Real 1:1 Juventus

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