Juves Abwehrsorgen und Barças magere Bilanz in Turin

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Nach dem verlorenen Clásico ist der FC Barcelona in der Champions League auf Wiedergutmachung aus. Mit Juventus Turin steht dabei der nächste namhafte Gegner auf dem Programm, doch auch Juve hat mit Problemen zu kämpfen, Andrea Pirlo muss einige Ausfälle wichtiger Spieler kompensieren. Die Vorschau zum Champions-League-Kracher. 

Beendet Barça seine Sieglos-Serie?

Nachdem Barça es verpasste, die Anzahl von Clásico-Siegen zu egalisieren, besteht nun beim Duell mit Juventus Turin die Möglichkeit, mit einem Sieg eine Negativbilanz zu beenden. Denn der FC Barcelona konnte noch nie bei Juve gewinnen, in sechs Spielen glückte noch kein einziger Auswärtssieg (drei Niederlagen, drei Remis). Immerhin: In den letzten drei Partien hat Barça gegen den italienischen Rekordmeister nicht verloren (zwei 0:0-Remis, ein 3:0-Erfolg), allerdings gleichzeitig in drei der letzten vier Spiele auch kein Tor erzielen können.

Bei insgesamt 13 Spielen zwischen beiden Mannschaften stehen fünf Siege Juves und vier Remis zu Buche sowie vier Siege Barcelonas. Wenn das Team Ronald Koemans einen weiteren Triumph einfahren würde, wäre seiner Truppe das gelungen, was im Clásico eben nicht klappte: Die Siegesstatistik zu egalisieren. Sollte sich die Alte Dame jedoch durchsetzen können, wären sie diejenigen, die einen Meilenstein aufstellen würden: Es wäre ihr 100. Sieg in der Champions League. 

 

Juventus plagen Abwehrsorgen

Barcelonas Chancen auf einen Erfolg bei Juve dürften vorab so gut wie selten zuvor sein, denn die Bianconeri plagen massive Personalprobleme in der Abwehr: Neben Kapitän und Identifikationsfigur Giorgio Chiellini fällt beim amtierenden Serie A-Sieger auch Matthijs de Ligt verletzt aus, das hat Trainer Andrea Pirlo bestätigt. Leonardo Bonucci steht ebenfalls mächtig auf der Kippe, er musste am Wochenende gegen Hellas Verona angeschlagen das Feld verlassen. “Wir werden seinen Zustand evaluieren”, sagte Pirlo vorab.

So bliebe Juve nur ein gelernter Innenverteidiger übrig: Merih Demiral. Der Türke kam im Sommer von einem Kreuzbandriss zurück und ist nun gesetzt. Wegen seiner humorlosen Zweikampfführung und omnipräsenten Aura wird der türkische Nationalspieler als Abwehrchef in der Abwehrkette fungieren.

Ob Pirlo eine Dreier- oder Viererkette aufs Feld schicken wird, ist dabei unklar. Die Juventus-Legende vertraute bisher der Dreierkette, ließ jedoch gegen die AS Roma und damit gegen den (auf dem Papier) stärksten Gegner mit einer Viererkette spielen, doch nun mangelt es ihm an Defensivspezialisten, schließlich steht neben Demiral kein zweiter Innenverteidiger im Kader der Bianconeri. Schon beim Gastspiel bei Dynamo Kiew am 1. Spieltag half Rechtsverteidiger Danilo daher in der Dreierkette aus. Da auch Linksverteidiger Alex Sandro verletzt fehlt, muss Juve so oder so seine Abwehr mächtig umbauen, unabhängig vom System, das Pirlo letztlich wählen wird. Einzig der noch unerfahrene Gianluca Frabotta steht hier noch zur Verfügung.

Unabhängig davon, wie die defensive taktische Ausrichtung am Ende aussieht, die Spieler werden in dieser Konstellation nicht eingespielt sein. Dies wird Barça sich zum Vorteil machen müssen. Mit Ousmane Dembélé, Ansu Fati und Francisco Trincão kann Koeman auf Spieler zurückgreifen, die für Dauerbeschäftigung sorgen können; Lionel Messi und Pedri besitzen die technischen Fertigkeiten, gegen eine desorientierte Verteidigungslinie Offensivakzente zu setzen. Um die Verteidigung der Turiner in zusätzliche Unsicherheiten zu bringen, ist vermutlich ein hohes Pressing vonnöten. So konnte Hellas Verona zuletzt das Spiel im Piemont offenhalten, ging sogar in Führung und teilte sich schließlich die Punkte mit den Bianconeri.

Schlüsselduelle auf der Außenbahn

Spannend werden zweifelsohne die Duelle der Flügelspieler sein. Federico Chiesa und Dejan Kulusevski haben die besten Aussichten, auf diesen Positionen zu starten, worauf Ronald Koeman wohl mit Jordi Alba und Sergiño Dest reagieren wird, die schon im Clásico überzeugen konnten.

Auch gegen die beiden Offensivspieler der Vecchia Signora dürften die beiden die logischste Wahl sein; so kann man von Chiesa und Kulusevski pausenlos Dribblings und Tempovorstöße mit dem Ball erwarten, die Geschwindigkeit Albas und Dests käme hier also zum Tragen.

Offensivpower auch ohne Ronaldo

Obwohl Cristiano Ronaldos Einsatz aufgrund positiver Tests auf das Coronavirus in den Sternen steht (am Dienstagabend soll ein weiterer Test über seinen Einsatz bestimmen), besitzt Juve durchaus spielerisches Potential in den Offensivreihen. Wenn Aaron Ramsey richtig in Szene gesetzt wird, müsste sich ein defensiver Mittelfeldspieler Barças ständig um ihn kümmern, der Waliser verfügt neben einer überragenden Schusstechnik auch die Technik, Chancen aus jeglicher Position zu kreieren. Selbiges gilt für den wiedergenesen Paulo Dybala, der, wann immer er spielt, eine Spielfreude wie kein Zweiter ausstrahlt.

Clément Lenglet und Ronald Araujo werden sich ganz besonders um Álvaro Morata kümmern müssen. Der Neuzugang von Atlético Madrid präsentiert sich während Ronaldos Absenz in äußerst guter Verfassung und hat gegen Dynamo Kiew am ersten Spieltag doppelt getroffen.

Zudem wäre da natürlich das Wiedersehen mit Arthur. Der Brasilianer konnte sich zwar noch keinen Stammplatz unter Pirlo erarbeiten, wird aber sicherlich besonders motiviert sein, dem Ex-Klub zu zeigen, dass es ein Fehler war, ihn im Sommer nach Italien zu schicken.

Benjamin König
Fútbol, Calcio, Fotball - in Spanien, Italien, Skandinavien. Redakteur bei Barçawelt, Podcaster bei Polarlichtspiel - dem skandinavischen Fußballpodcast
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