Nächste Sternstunde: Messi lässt das Camp Nou erstrahlen

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Barcelonas Lebensversicherung Lionel Messi verzauberte wieder einmal die Massen mit einem atemberaubenden Auftritt in einem wichtigen Spiel. Messi und Barça hatten in Halbzeit zwei gegen ManUnited sichtlich Spaß – kein gutes Zeichen für die kommenden Gegner.

Fast musste man Mitleid mit Ihnen haben. Erst erwischte es Ashley Young, kurz darauf Fred, dann David de Gea. Young wurde unter Druck gesetzt, wusste nicht wohin mit sich, seinen Gedanken, dem Ball, verlor ihn dann, lag nach dem verzweifelten Grätschversuch wie ein Käfer auf dem Rücken; Fred eilte zu Hilfe, wurde dabei aber getunnelt, und da war es schon passiert: Tor, 1:0.

De Gea war da noch machtlos, Minuten später war er, der Torhüter, aber der Bedröppelte: einen eher harmlosen Schuss ließ er unter seinem Körper durchrutschen, wieder Tor, 2:0. Game over.

Die drei Spieler von Manchester United sahen sich jeweils einem ausgesetzt: Lionel Messi. Und jeweils hatten sie das Nachsehen. De Gea war Messis zweiter Torschuss durchgerutscht, “als würde sich das gegenüber Messi als Gast in Barcelona einfach gehören”, fasste die Süddeutsche Zeitung die Szene zum 2:0 vortrefflich zusammen. De Gea wollte vor Scham im Erdboden versinken, während Barcelonas Nummer 10 im Hintergrund jubilierte, so wie das gesamte Camp Nou.

Eine Kluft zwischen Messi und dem Rest

Und so drückte er einem glorreichen Abend mal wieder seinen Stempel auf. “Es gab eine Kluft zwischen Manchester United und Barcelona, und eine Kluft zwischen jedem und Leo Messi”, schrieb die englische Zeitung Independent, und traf damit ins Schwarze. Messi war in der Tat einmal mehr der alles überragende Akteur, ein Naturereignis, dem sich die bemitleidenswerten Gäste von der Insel beugten. Wie schon damals im Champions-League-Finale 2011, als Messi die Red Devils vorführte.

Der Argentinier hatte sichtlich Spaß an der Partie, machte sich selbst in Halbzeit zwei gar einen Spaß daraus, mit den Gegenspielern Katz und Maus zu spielen. Er lockte sie heran, nur um den Ball dann wieder unerreichbar werden zu lassen, er dribbelte und drehte Pirouetten – er feixte mit dem Ball, wenn man so will. Die SZ schrieb: “Durch die Aneinanderreihung von Täuschungen, Drehungen, Beinschüssen, Wendungen sowie Rhythmuswechseln in seinen Dribblings geriet Barcelonas 3:0 über Manchester United im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League am Dienstag zur Spielshow des Lionel Messi.”

Barça im Spaziergang-Modus

La Pulga, aber auch die Anhänger Barcelonas genossen es sichtlich, endlich wieder ein Halbfinale der Champions League zu erreichen. Das Spiel war nach Messis Doppelpack ja so früh entschieden, dass der Rest der Partie gar zum Schaulaufen geriet. Oder wie es der Independent beschrieb: “Manche Momente in der zweiten Halbzeit waren noch peinlicher für United als das Ergebnis, da Barça oft im Spaziergang-Modus operierte, und doch leicht an ManUniteds Spielern vorbei kam.”

Wenn der 31-Jährige in Spiellaune ist, ist er schwer zu stoppen, und dann ist Barca schwer bis gar nicht zu stoppen. Wahrlich keine bahnbrechende Gleichung, die ManUnited da am Mittwochabend im Camp Nou zu spüren bekam, und doch so schmerzhaft für die Gäste und ihre Anhänger. Gegen diesen Messi scheint kein Kraut gewachsen. “In den wichtigen Spielen ist Leo immer da, nicht nur in den wichtigen Momenten, sondern das gesamte Spiel über”, lobte Trainer Ernesto Valverde nach dem Spiel seinen Superstar und fügte hinzu: “Wir werden uns nicht dafür entschuldigen, ihn zu haben.” Wenn Messi strahlt, dann erstrahlt das Camp Nou. 

Solskjaer: “Messi ist ein außergewöhnliches Talent”

Auf Seiten Manchesters hätte man wenigstens gehofft, er hätte einen weniger inspirierten Abend erwischt, so wie beispielsweise im Hinspiel im Old Trafford, wo sich Messi – nach einem Treffer im Gesicht – sichtlich lädiert schwer tat. Doch im Camp Nou, seinem Wohnzimmer, war er wieder ganz der alte, spielfreudig, hochmotiviert, unaufhaltsam.

“Er ist ein außergewöhnliches Talent”, befand United-Coach Ole Gunnar Solskjaer nach der Partie, “wenn du ihm Platz und Zeit in der Nähe des Tores gibst, dann wird er Tore kreieren und erzielen. Immer, wenn er den Ball bekommt rund um den Sechzehnmeterraum, wird er entscheidend sein – unglücklicherweise war er das heute leider.”

Glücklicherweise für alle Fußballfans wird man Lionel Messi diese Saison noch mindestens zweimal auf der größten Bühne bestaunen können: Im Halbfinale der Champions League.

Alex Truica
Freier Sportjournalist, Podcaster und Chefredakteur Barçawelt
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