Piqué-Tor beschert ersten Sieg: Barça wahrt Chance auf Champions-League-Achtelfinale

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Der FC Barcelona wahrt seine Chance auf den Einzug in das Achtelfinale der Champions League. Gegen Dynamo Kiew gewinnen offensiv fahrlässige Katalanen 1:0 und holen damit in der Gruppenphase ihre ersten Punkte. Trainer Ronald Koeman ließ Ansu Fati vor dem Clásico zunächst auf der Bank.

CL-Gruppenphase: Barcelona holt erste Punkte

Da sind sie, die ersten Punkte. Nach dem 0:3 gegen den FC Bayern München und dem 0:2 gegen Benfica Lissabon hat der FC Barcelona seine Pflicht am Mittwochabend erfüllt und am 3. Spieltag der Champions-League-Gruppenphase einen Sieg eingefahren – überzeugt hat Barcelona dabei allerdings abermals nicht, sondern eher gerade so das Nötigste getan.

Die Katalanen bezwangen Dynamo Kiew im mit 45.968 Zuschauern einmal mehr nur spärlich gefüllten Camp Nou 1:0 und wahren damit ihre Chance auf den Einzug in das Achtelfinale.

Barça hat damit zugleich seinen zweiten Erfolg in Folge gefeiert, nach saisonübergreifend fünf sieglosen Königsklassen-Partien nacheinander wieder mal gewonnen und eine halbwegs gelungene Generalprobe vor dem Clásico am Sonntag gegen Real Madrid (16:15 Uhr, live im Ticker auf Barçawelt und im Stream auf DAZN) hingelegt.

Ansu Fati auf der Bank – Dest erneut Rechtsaußen

Trainer Ronald Koeman entschied sich mit Blick auf das bevorstehende Kräftemessen gegen Real Madrid dazu, Ansu Fati nach dessen langer Zwangspause in der Königsklasse zunächst auf die Ersatzbank zu setzen und ihn somit nicht zu sehr zu überlasten.

Für den Youngster wirkte Luuk de Jong im Angriff mit, Memphis Depay wich dafür auf den linken Flügel aus. Sergiño Dest agierte erneut auf der rechten offensiven Außenbahn, das Mittelfeld vor Óscar Mingueza, Gerard Piqué, Clément Lenglet und Jordi Alba sowie Torwart Marc-André ter Stegen bildeten erneut Gavi, Sergio Busquets und Frenkie de Jong.

Barça kontrolliert und kommt zu guten Chancen

Die Blaugrana übernahm gegen die Ukrainer gleich zu Beginn die Kontrolle der Partie, hatte einen hohen Ballbesitzanteil und startete allen voran über Alba auf der linken Seite immer wieder Vorstöße. Bereits in der zweiten Minute wurde es gefährlich, als Dest eine Flanke des Routiniers aus rund vier Metern knapp über das Gehäuse der Gäste köpfte – die erste Riesenchance der Blaugrana.

Ähnlich gut zum Abschluss kam Barça in der Folge zweimal durch Luuk de Jong. Der niederländische Stürmer köpfte einen Memphis-Freistoß erst freistehend und daher eigentlich erst recht aus bester Position links neben das Tor (18.), nur wenig später probierte er es mit einem Schuss zentral von der Strafraumkante aus. Dieser war wesentlich besser als sein Kopfball zuvor, doch Keeper Georgi Bushchan wehrte ab (21.).

Piqué erzielt verdiente Führung

Trotz rund 65 Prozent Ballbesitz und einem offensiv weitestgehend abgemeldeten Gegner brachten die Hausherren es in der nächsten Viertelstunde nicht zustande, wirklich nennenswerte Gelegenheiten zu kreieren. Dann aber kam der unbewachte Dest zu einer weiteren aussichtsreichten Chance, aus halbrechter Position im Strafraum platzierte er seinen Schuss aber zu zentral (36.).

Noch in derselben Spielminute sollte der Bann schließlich jedoch brechen. Piqué beförderte das runde Leder per Direktabnahme aus fünf Metern nach einer Alba-Hereingabe zum überfälligen 1:0 in die Maschen (36.).

Fati und Coutinho zur zweiten Hälfte eingewechselt

Zum Seitenwechsel nahm Koeman bereits zwei personelle Veränderungen vor: Fati und Philippe Coutinho ersetzten Mingueza und Luuk de Jong (46.), Dest wich dafür zurück auf die rechte Abwehrseite. Es wurde offensiver, Koeman wollte offensichtlich, dass sein Team die Begegnung mit einem zweiten oder gar noch dritten Treffer vorzeitig entscheidet und definitiv nichts mehr anbrennen lässt.

Der Blaugrana boten sich auch gleich in der Anfangsphase des zweiten Durchgangs gute Möglichkeiten, den Spielstand in die Höhe zu treiben. Sie wurden allerdings fahrlässig vergeben. Erst verhielt sich Frenkie de Jong zu uneigennützig, indem er den Ball noch mal quer auf Fati legen wollte, ein ukrainisches Bein aber eingreifen konnte (52.).

Ansu Fati fahrlässig und eigennützig, Coutinho und Koeman sauer

Nur wenig später attackierte Fati den gegnerischen Keeper, provozierte dessen Ballverlust. Memphis erkämpfte die Kugel, legte vors Tor ab auf Fati, der mit dem Rücken zum Tor das Jonglieren anfing und artistisch daneben schoss, statt in den Rückraum zu den freien Mitspielern zu passen (53.). Coutinho und Busquets stieß der Alleingang des 18-Jährigen sauer auf, beide hätten im Falle eines Zuspiels nur noch einschieben müssen. An der Seitenlinie wütete auch Koeman.

Immerhin: Barça agierte auch nach dem Wiederanpfiff tonangebend, wurde von Dynamo in keine brenzlichen Situationen im eigenen Strafraum gebracht. Selbst entfachte das Koeman-Team in der Restspielzeit abgesehen von einem Coutinho-Schuss aus zentraler Position (71.) ebenfalls keine Gefahr mehr. Vielmehr baute es ab und offenbarte im Kombinationsspiel mehr Schwächen. Aber: Es blieb bei dem 1:0.

Barça in zwei Wochen in Kiew

Schon in knapp zwei Wochen, am 2. November, stehen die Katalanen den Ukrainern erneut gegenüber. Am 4. Spieltag gastiert Barça dann in Kiew – und wird angesichts der zwei Pleiten zum Start nicht weniger dazu verpflichtet sein, drei Punkte einzufahren, wenn es mit dem Weiterkommen in die K.o.-Phase etwas werden soll.

Filip Knopp
Redakteur und Sportjournalist mit großem Fokus auf Spaniens La Liga.

4 Kommentare

  1. @sebone

    Denke koeman wird die Saison noch bleiben. Die beste Entscheidung, die man treffen könnte, wäre ten hag als cheftrainer und xavi als Co Trainer. Habe meine Zweifel, Xavi sofort als Cheftrainer zu verpflichten. Es könnte so in die Hose gehen. Deswegen erstmal als Co Trainer bis er sich bereit fühlt. Wie ajax Dortmund an die Wand gespielt hat, es war einfach beeindruckend. Glaube ajax wird diese cl Saison wieder weit kommen. Durch Ten Hag könnte dembele evtl. zu alter Stärke finden. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er einfach die falschen Anweisungen vom Trainer bekommt. In Dortmund hatte er tuchel, bei barca valverde, setien und koeman…

  2. Wirklich beinhart, wie ideenlos diese Mannschaft ist. Kein einziger hat im ganzen Spiel mal auch nur eine Idee. Das ist doch Wahnsinn. Und unser Sturm. Darf man den so nennen? Nein! Memphis vertändelt JEDEN Ball und das nicht nur heute. Über de Jong braucht man kein Wort verlieren. Der ist peinlich. Aber auch Ansu: ganz schwach. Und Coutinho? Keine einzige Idee, kein Durchsetzungsvermögen, selbst bei der Technik hakt es. Da kann man jeden Zuschauer verstehen, der nicht ins Stadion kommt. Gegen einen solchen Gegner. Das kann alles nicht wahr sein. Ich vermute, dass bei manchen der Knoten NIE platzen wird. Man hofft von Spiel zu Spiel und nur Interesse Mittelmaß, nur Enttäuschung.

  3. Wichtiger erster Sieg. Aber spielerisch natürlich mau. Natürlich wäre es fußballerisch das beste, wenn Koeman jetzt geht. Ich hoffe dennoch, dass er die Ergebnisse bringt und noch das Jahr durchhält. Dann wäre nämlich der Weg frei für dieses Genie was drüben in Amsterdam so eine fantastische Arbeit macht. Wahrscheinlich wird’s anders kommen und das ist auch ok bzw. für uns Fans sogar gut so. Dann müssen wir vielleicht nicht mehr ewig warten, wieder guten Fußball zu sehen. Xavi oder vielleicht auch gallardo wären interessante Trainer.
    Auch den Spielern fehlt auch noch einiges. Grade Ansu ist physisch nicht annähernd bei 100%. Aber trotzdem gibt er dem Spiel viel. Freu mich auf die nächsten Wochen. Sie werden Aufschluss geben, auch wenn ich fußballerisch sehr skeptisch bin.

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