PSV Eindhoven – FC Barcelona: 3 Brennpunkte zum Spiel

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Am vorletzten Spieltag der Champions-League-Gruppenphase empfing der PSV Eindhoven den FC Barcelona im Philips Stadion. Um wirklich viel ging es für Barça in diesem Spiel nicht mehr, stand der Achtelfinaleinzug vor der Partie doch schon so gut wie fest. Interessant gestaltete sich jedoch die Frage, wie Ernesto Valverde die Ausfälle von etablierten Kräften wie Luis Suárez, Arthur oder Sergi Roberto kompensieren wollen würde. Wie er sich entschied, was er damit bezweckte und ob es geklappt hat, erfahrt ihr hier.

Schwache Defensivreihe

In vielen Spielen Barcelonas, in denen die Defensive nicht allzu gut funktioniert, kann man einen Großteil der Schuld auf die mangelnde Defensivarbeit des Mittelfeldes zurückführen. Um es vorweg zu nehmen: Das war auch in diesem Spiel nicht anders, jedoch offenbahrte auch die Viererkette einige Probleme, denen wir uns in diesem ersten von drei Brennpunkten widmen wollen. Zunächst zum Personal: Die Kette wurde von Semedo, Piqué, Lenglet und Alba gebildet. Semedo ersetzte dabei den verletzten Roberto und Lenglet rückte wieder für Umtiti in die Startelf. Ter Stegen stand im Tor.

Dabei erwischte die Viererkette einen recht schwarzen Tag. Natürlich sind die Möglichkeiten begrenzt wenn das Mittelfeld permanent durch recht einfache Angriffe überspielt wird, dennoch stellten sich die vier dort hinten insgesamt nicht besonders gut an. Vor allem über die Außen bekamen Semedo und Alba ihre Gegenspieler nur recht selten zu 100% in den Griff und wurden das ein oder andere mal überlaufen. Aus einer solchen Situation resultierte dann auch folgerichtig der Anschlusstreffer zum 1:2.

In der Innenverteidigung waren beide Spieler ebenfalls nicht immer auf der Höhe. Vor allem gegen Dribblings und bei Kopfballsituationen waren Piqué und Lenglet selten Herr der Lage. Hinzu kam die schwache Spieleröffnung von beiden, welche Barças Hintermannschaft ein ums andere mal in Bedrängnis brachte. Das ist auch ein Vorwurf, den sich Ter Stegen gefallen lassen muss, welcher an normalen Tagen einer der besten Keeper der Welt mit dem Ball am Fuß ist, dies in diesem Spiel allerdings nicht zeigte.

Ein robustes Mittelfeld

Viele haben sich gefragt, ob durch Arthurs Verletzung nicht einmal die Gelegenheit gekommen wäre, Carles Aleñá einzusetzen und dem jungen Spanier dadurch endlich zu seinem ersten Startelfeinsatz dieser Saison zu verhelfen. Valverde gab die Antwort, welche vielen Fans wohl eher weniger gefallen haben dürfte und setzte das Talent nicht ein. Stattdessen durfte sich Neuzugang Arturo Vidal in Barças Mittelfeld einfinden, welches durch Sergio Busquets und Ivan Rakitić komplettiert wurde.

Dies kann auf der einen Seite als fehlender Mut ausgelegt werden, da sich Valverde vielleicht nicht traute, Aleñá in der Champions-League von Anfang an zu bringen. Auf der anderen Seite finden wir mit den drei Spielern, welche die Partie zunächst bestritten, Fußballspieler vor, welche zu ihren Stärken primär das Erobern von Bällen und sicheres Passspiel zählen. Maximal Sergio Busquets könnte man dahingehend seine Pressingresistenz sowie seine gefährlichen Schnittstellenpässe zugute halten. Trotz allem ist dies ein Mittelfeld, welches eine eher defensivere und vorsichtigere Herangehensweise erahnen lässt. Der Plan war es wohl, mit dieser Aufstellung etwas gegen die hohe Anfälligkeit von Barcelonas Defensive zu tun, welche sich in den letzten Wochen zunehmend offenbahrte.

Dieser Plan, so muss man klar sagen, scheiterte. Zum einen musste Barça gegen PSV natürlich das Spiel machen, da die Spielanlage des niederländischen Tabellenführers selbst recht defensiv war. Hier fehlte dem FC Barcelona ein kreatives Element wie Arthur, um den Ball schnell und sicher in die gefährlichen Zonen weiter vorne zu bringen. Zum anderen musste man feststellen, dass eines von Barcelonas primären, defensiven Problemen nach wie vor nicht behoben wurde: Der Abstand zwischen Abwehr und Mittelfeld war wieder viel zu groß und so konnte PSV gefühlt einen Ball nach dem anderen in diese Zone spielen, sodass die Viererkette oftmals auf sich allein gestellt war und einige Male, besonders in Durchgang eins, ziemlich blass aussah. 

Dembélé ersetzt Suárez im Sturm

Die andere größere Frage, die sich stellte war, wie der FC Barcelona versuchen würde, Stürmerstar Luis Suárez zu ersetzen. Hier entschied sich Valverde für die offenkundigste Variante und zog Lionel Messi von der rechten Seite ins Sturmzentrum, was dessen Rolle im Vergleich zu sonst nur geringfügig änderte. Das Bespielen der rechten Seite übernahm Ousmane Dembélé, welcher für El Pistolero in die Startelf rutschte. Der Sturm wurde auf der linken Seite von Philippe Coutinho komplettiert.

Messi und Coutinho teilten sich dabei vor allem die Aufgabe, das spielschwache Mittelfeld in der Zentrale zu unterstützen, was recht selten klappte, da die drei etatmäßigen Mittelfeldspieler es selten schafften, die beiden in Situationen zu bringen, in denen diese einen großen spielerischen Einfluss auf Barças Offensivspiel hatten. Gefährlich wurde es vor allem, wenn Messi oder Coutinho selbst die Initiative ergriffen und zu Dribblings oder Fernschüssen ansetzten, wie beispielsweie beim 1:0.

Eine andere Variante gab es auch deshalb kaum, weil die zentrale Sturmposition von keinem Spieler besetzt wurde, der in dieser Position seine Kernkompetenz sieht. In ähnlichen Spielen, in denen Suárez fehlte, wurde die rechte Seite z.B. von Munir besetzt, welcher sich im Laufe des Spiels ins Sturmzentrum einschaltete, um dort eine Anspielstation zu bieten. In diesem Spiel begleitete Dembélé die Rechtsaußenposition und bewegte sich auch kaum von dieser weg. Er machte das Spiel auf der rechten Seite des Spielfeldes recht breit und sorgte vor allem mit Dribblings und nachfolgenden Flanken in die Mitte für Gefahr. Unterstützung erhielt er dabei ab und an von Semedo. Einige seltene Abschlüsse, die Dembélé selbst zustande brachte, resultierten vor allem aus Kontersituationen. Grundsätzlich blieb das Sturmzentrum allerdings unbesetzt, wenn man von einigen Vorstößen Vidals absieht, welcher seine Kernkompetenzen gewiss woanders hat. Somit wirkte Barcelonas Spiel in der Offensive insgesamt recht ziellos.

 

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