Spielanalyse | Barça dank Remis Gruppensieger

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Der FC Barcelona traf am vergangenen Abend im fünften Spiel der Champions-League-Gruppenphase auswärts auf Juventus Turin. Die Katalanen starteten hierbei ohne Lionel Messi und Jordi Alba, die in Anbetracht der kommenden Partie gegen den FC Valencia geschont und deshalb auch erst im Verlauf des Spiels eingesetzt wurden. Die alte Dame bot den Katalanen über 90 Minuten hinweg Paroli und schaffte es aufgrund einer disziplinierten Spielweise die Blaugranas zu neutralisieren. Auf der anderen Seite ist dennoch festzuhalten, dass Juventus Turin ebenfalls kaum Offensivaktionen vorzuweisen hatte, sodass die Partie folgerichtig mit einem leistungsgerechten 0:0 endete

Lionel Messi auf der Bank

Wahrscheinlich hat der Culé die Aufstellung, mit der man Juventus Turin begegnete, zunächst etwas verwundert aufgenommen: Ohne Lionel Messi ging es in dieses Topspiel, der immerhin das letzte Aufeinandertreffen maßgeblich beeinflusst und entschieden hatte. Ebenfalls nicht von der Partie war Jordi Alba, der gemeinsam mit dem Argentinier auf der Bank Platz nahm, sodass sich folglich eine 4-4-2-Formation mit Gerard Deulofeu und Luis Suárez ergab. Das Mittelfeld bestand aus Paulinho, Andrés Iniesta, Sergio Busquets und Ivan Rakitic. In der Verteidigung agierten Nélson Semedo, Gerard Piqué, Samuel Umtiti und Lucas Digne. Im Verlauf der zweiten Halbzeit wurden Lionel Messi und Jordi Alba eingewechselt.

Kaum Torchancen: Barça und Juventus stehen sich in nichts nach

Die katalanischen Gäste begannen die Partie in einer 4-4-2-Grundformation, die sich allerdings je nach Spielsituation änderte. So ist in der Rückwärtsbewegung zunehmend ein 4-5-1 zu erkennen gewesen. In dieser Formation orientierte sich Deulofeu nach hinten auf die rechte Seite vor Semedo. Somit war es dem FC Barcelona möglich, bei einem gegnerischen Angriff die gesamte Spielfeldbreite abzudecken. Die Defensiv- und die Mittelfeldketten standen eng aneinander, sodass es den Italienern erschwert wurde, die Zwischenräume zu bespielen. In der Folge konnte Juventus Turin im heimischen Stadion über das gesamte Spiel nur wenige vielversprechende Torchancen kreieren.

Anders verhielten sich die Blaugranas in der ersten Halbzeit, wenn der Gegner sich in seiner eigenen Hälfte den Ball zugespielt hat. Dann war nämlich ein durchaus aggressives Vorchecking zu vernehmen, welches die Gastgeber unter Druck setzen konnte und Ballverluste nach sich zog. Diese Spielweise wurde allerdings nicht über die komplette Spielzeit aufgezogen, sodass in der zweiten Halbzeit ein solches Pressing nur noch selten bis gar nicht zu erkennen war. Neben dem Pressing in der ersten Halbzeit war eine weitere Eigenschaft des Offensivspiels des FC Barcelona am gestrigen Champions-League-Abend außerdem die Art, mit der man versuchte, für Gefahr zu sorgen: Barça suchte des Öfteren den Weg über Distanzschüsse zum Tor, welche letztendlich keinen Erfolg hatten. Insbesondere über Freistöße konnte man allerdings für jede Menge Torgefahr sorgen. Die größte Torchance ergab sich immerhin aus einer solchen Standardsituation, nachdem Ivan Rakitic einen Freistoß, welcher für reichlich Verwirrung sorgte, an den Pfosten setzte.

Juventus zeigte sich ebenfalls von einer disziplinierten Seite. Anders als der FC Barcelona agierten sie in der Rückwärtsbewegung zunächst in einem 4-4-2, welches sich im weiteren Verlauf in ein 5-3-2 veränderte. Die konsequente Beibehaltung der Doppelspitze sollte dafür sorgen, dass der Offensivplan einfacher umgesetzt werden konnte. Die Italiener versuchten nämlich durch schnelle Konterattacken die katalanische Abwehr zu durchbrechen, was ihnen in der Anfangsphase der ersten Halbzeit durchaus gelang, doch konnte Marc-André ter Stegen die durchaus hochkarätige Torchance sicher parieren. Weiterhin ist festzuhalten, dass Juventus in der zweiten Halbzeit öfter die katalanischen Verteidiger attackierte, um so schon früh Ballverluste oder lange Klärungsaktionen zu provozieren. Allerdings muss gesagt werden, dass Juventus oft selbst nichts mit dem Ball anzufangen wusste und das Pressing des Öfteren nicht konsequent zu Ende gespielt wurde.

Ansonsten ist die alte Dame darum bemüht gewesen, das Spielgeschehen vom eigenen Tor fernzuhalten und im Mittelfeld stattfinden zu lassen. Das konsequente Aufrücken der Verteidigungskette sorgte in der Folge dafür, dass zwischen den Mittelfeld- und Verteidigungsketten nur wenig Platz für Kombinationen blieb. Es machte sich bemerkbar, dass beim FC Barcelona ein Spieler fehlt, der dazu in der Lage ist, größere Lücken zu reißen oder dort Lücken zu sehen, wo andere Spieler sie eben nicht sehen.

Messi-Effekt? Fehlanzeige!

Ein solcher Spieler ist Lionel Messi. Der Argentinier wurde im Laufe der zweiten Halbzeit eingewechselt und prompt änderte sich auch die Spielausrichtung des FC Barcelona: Es war nichts mehr von dem 4-5-1 in der Defensivbewegung zu sehen. Durch seine Anwesenheit verblieb man beim 4-4-2, was vor allem dafür sorgen sollte, dass Luis Suárez nicht mehr vorne einfach in der Luft hängt, denn lief bis dahin das Spiel an ihm vorbei. Dennoch ist festzuhalten, dass nach Messis Einwechslung nur minimale Besserung eingetreten ist. Es kamen zwar gute Pässe in die Spitze, doch fehlte es letztendlich an der Konsequenz, wie beispielsweise die Szene beweist, in der Lucas Digne nach einem wundervollen Messi-Zuspiel alleine auf das Tor zuläuft, sich aber für einen schlampigen Pass entscheidet. Ansonsten war dasselbe Spiel wie auch vor Messis Einwechslung zu sehen: Eines, welches vor allem im Mittelfeld stattgefunden hat.

Fazit

Der FC Barcelona und Juventus Turin schenkten sich nichts. Es war eher ein Taktikspiel, als eines, das Tore versprach. Beide Trainer waren darauf bedacht, zuerst eine stabile Defensive aufzustellen, sodass sich die Partie mehr und mehr zu einem Mittelfeldspiel entwickelte. Letztendlich fehlte es bei beiden Teams an Nuancen, um den Siegtreffer zu erzielen. Insgesamt ist es ein Unentschieden, welches leistungsgerecht ist.

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