Spielanalyse | Mönchengladbach – Barça: Der FC Barcelona gewinnt dank intelligenter Wechsel gegen disziplinierte Fohlen

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Im zweiten Gruppenspiel der Champions League konnte sich der FC Barcelona gegen Borussia Mönchengladbach mit einem 2:1-Auswärtserfolg durchsetzen. Dabei mussten die Blaugranas einen 1:0-Rückstand gegen disziplinierte Gladbacher aufholen. Die Treffer der Katalanen fielen in der zweiten Halbzeit innerhalb einer achtminütigen Zeitspanne durch den eingewechselten Arda Turan (65′) und Gerard Piqué (73′). Thorgan Hazard konnte zuvor in der 34. Spielminute einen herrlichen Konter zum Torerfolg ummünzen.

Die Aufstellung des FC Barcelona

Der FC Barcelona startete mit dem ehemaligen Gladbach-Torhüter Marc-André ter Stegen, der damit erstmals seit seinem Wechsel gegen Borussia Mönchengladbach spielt. Die Viererabwehrkette bestand aus Sergi Roberto, Gerard Piqué, Javier Mascherano und Jordi Alba. Das Mittelfeld wurde von Sergio Busquets, Andrés Iniesta und Ivan Rakitić, der Sturm von Paco Alcácer, Luis Suárez und Neymar gebildet.

Mönchengladbach mit starker Defensiv- und Offensivtaktik in der ersten Halbzeit

Die Gastgeber machten es dem FC Barcelona in der ersten Halbzeit keinesfalls einfach. Die Blaugranas schienen mit zunehmender Spieldauer immer mehr und mehr den Zugriff auf das Spiel zu verlieren. Die ersten 25 Minuten konnten die Katalanen zwar die eine oder andere hochkarätige Torchance herausspielen, genutzt wurden sie allerdings nicht, was dazu beitrug, dass Borussia Mönchengladbach stabiler wurde. In einem 3-4-3 und einem starken Mittelfeldpressing schafften es die Deutschen, dem FC Barcelona den Spielraum im Mittelfeld zu nehmen. Oft mussten lange Bälle gespielt werden, um in Strafraumnähe zu kommen. So wurden auch die größten Chancen auf ein Tor herausgespielt. Einmal war es, wie bereits erwähnt, Gerard Piqué, der einen langen Ball auf Suárez spielte, welcher den Ball nach einem misslungenen Klärungsversuch des gegnerischen Verteidigers nur knapp am Tor vorbeischoss. Nach dem Treffer der Gladbacher war es wieder Suárez, der nach einem hohen Zuspiel von Rakitić am Torhüter scheiterte. Weil Barça allerdings in der Offensivbewegung öfter auf die langen Bälle zurückgreifen musste, war das Spiel der Katalanen allerdings von Ungenauigkeiten beim Abspiel geprägt.

Die Gladbacher in der 3-4-3-Formation. Die Spieler des FC Barcelona stehen im Mittelfeld mindestens einem Gegenspieler gegenüber

Die ballführenden Spieler des FC Barcelona wurden nach dem Übertreten der Mittellinie regelmäßig gedoppelt. So beispielsweise vor dem Führungstreffer durch Hazard, als Sergio Busquets nach einem Zuspiel von Javier Mascherano von Dahoud und Raffael attackiert worden ist. Sie gewinnen den Ball im Mittelkreis zurück, als unter anderem auch die beiden Außenverteidiger vom FC Barcelona aufgerückt waren. Im direkten Gegenzug sprintete der schnelle Raffael auf Piqué und Mascherano zu, die ihn nur stellen konnten, weil der mit aufgerückte Dahoud von links mitgesprintet ist und Sergi Roberto nicht schnell genug hinten war, um ihn zu decken. Das sieht Raffael, der zu Dahoud passt, der passt direkt wieder durch die Schnittstelle zu dem von rechts mitgesprinteten Hazard, der ungehindert einnetzen konnte.

Sergiobusquetsgedoppelt

Sekunden vor dem Gegentreffer: Sergio Busquets verliert den Ball gegen Dahoud und Raffael, der FC Barcelona war weit aufgerückt

Dieser Treffer hatte sich teilweise sogar abgezeichnet. Borussia Mönchengladbach hatte des Öfteren zu gefährlichen Nadelstichen gesetzt, die Spielzüge allerdings nie vernünftig zu Ende spielen können. Dass es aber mindestens einmal klappt, sollte nicht überraschen. Mit einem hohen Laufpensum und den dadurch schnell vorgetragenen Gegenangriffen brachte man die Verteidigung des FC Barcelona öfter in Bedrängnis, als man zuvor vermutlich erwartet hätte.

Neben dem Offensivkonzept war aber auch das Defensivkonzept stark. Gladbach verstand es, die ganze Spielfeldbreite abzudecken und diszipliniert zu verschieben. Auffällig war, dass man sich nach dem Führungstreffer weiter zurückzog, um immerhin die Führung in die Halbzeitpause zu retten. Nun agierten die Gladbacher öfter in einem 5-3-2, das sich schnell zu einem 3-4-3 geändert hat, sobald Wendt und Traoré von der Außenverteidigerposition ins linke beziehungsweise rechte Mittelfeld und Dahoud vom Mittelfeld in den Dreiersturm gerückt ist. Der FC Barcelona hatte es nun zunehmend schwerer, die Lücke im Defensivverbund zu finden, was nicht bedeutet, dass man zu keiner Chance mehr gekommen ist. Doch fehlte auch hier die Kaltschnäuzigkeit.

532 gladbach

Gadbach in der 5-3-2-Formation

Starkes Gegenpressing, stabilere Defensivformation verhelfen zum Sieg

Wie ausgewechselt kam der FC Barcelona in die zweite Halbzeit. Es war anzumerken, dass man hier unbedingt gewinnen möchte und, anders als in der ersten Halbzeit, versuchen wollte, das Spiel zunächst zu kontrollieren, die Verlegung des Spiels tiefer in die Hälfte der Gastgeber erzwingen und so Torchancen kreieren wollte, was auch geschah. Zunächst wurde der glücklose Paco Alcácer für Rafinha ausgewechselt, der nun öfter auf der rechten Außenbahn agiert hat. In der Rückwärtsbewegung hat sich Rafinha in das Mittelfeld bewegt, um so ein stabiles 4-4-2 herzustellen. Durch den flinkeren Rafinha war das Umschaltspiel der Katalanen fluider und das Spiel konnte einfacher unter Kontrolle gebracht werden. Befand sich Borussia Mönchengladbach tiefer in der eigenen Hälfte, presste der FC Barcelona im 4-3-3-System. Als Arda Turan eingewechselt worden ist, kam auch zunehmend die offensive Stärke der Blaugranas zur Geltung. Hatte man in der ersten Halbzeit zunächst Probleme, Lücken in den Defensivverbund der Gladbacher aufzureißen, klappte es nun nach der Einwechslung Ardas besser. Durch seine vermehrten Vertikalläufe gen Sechzehnmeterraum bot er eine echte Anspielstation zwischen den Ketten. Die Fohlen haben bis dato nichts an ihrem Spielsystem geändert, außer dass Raffael verletzungsbedingt kurz nach Wiederanpfiff runter musste, was sich im Spiel nach vorne aber bemerkbar gemacht hat. Die größten Chancen konnte sich Barça zunächst nicht herausspielen. Erst nachdem Barças starkes Gegenpressing in der Nähe der linken Eckfahne geklappt hat und Mönchengladbach den Ball nicht rausbekam, obwohl man mehrfach die Chance dazu hatte, wurde es gefährlich. Rafinha und Busquets gewinnen den Ball in Höhe der oberen Sechzehnerkante zurück, Busquets passt den Ball zu Neymar. Dieser überlupft die Hintermannschaft von Gladbach. Der eingewechselte Arda Turan nimmt den Ball direkt und erzielt wunderschön das 1:1. Ein zu diesem Zeitpunkt verdienter Treffer.

fcbarcelonagegenpressing gladbach 

Vier Barça-Spieler umkreisen den ballführenden Spieler und gewinnen den Ball zurück. Kurz darauf erzielt Arda Turan den Ausgleich.

In der Folge ließ Barça allerdings nicht locker. Die Angriffe wurden weiterhin ausgeführt und es war klar, dass der FC Barcelona nur eines im Sinn hat: Den Sieg. Von Gladbach kam hingegen kaum etwas. Ihre Konter wurden bedingt durch das bessere Stellungs- und Umschaltspiel früh abgewehrt. Nur acht Minuten später war es wieder soweit, als nach einer intelligent ausgeführten Ecke Luis Suárez am Sechzehner zum Schuss kommt, Sommer den Ball allerdings nicht festhalten kann und Piqué zur Führung einnetzt. Daraufhin passierte wenig. Der FC Barcelona bestimmte nun komplett das Tempo und das Spielgeschehen. Seit dem Wechsel Raffaels fehlte Borussia Mönchengladbach ein Spieler, der in der Offensive die Verantwortung übernimmt und die Marschroute bestimmt. Die Gefahr ließ daher immens nach.

Fazit

Der FC Barcelona traf auf ein starkes Borussia Mönchengladbach. Insbesondere in der ersten Halbzeit wurde den Katalanen alles abverlangt. Zwar erspielte man sich trotz der starken Leistung Gladbachs gegen den Ball ein paar hochkarätige Torchancen, verwerten konnte man diese allerdings nicht. Anders sah es bei den Gladbachern aus, die regelmäßig durch identische Spielzüge gefährlich wurden. Daher ist es nicht verwunderlich, dass ein solcher Konter zur 1:0-Pausenführung führte.

In der zweiten Halbzeit schaffte es der FC Barcelona, durch intelligente Einwechslungen sich wieder aufzubauen und besser ins Spiel zu finden. Auf der anderen Seite konnte Borussia Mönchengladbach die Verletzung vom bärenstarken Raffael nicht kompensieren, sodass die Offensivgefahr der Heimmannschaft quasi komplett abhanden ging. Barça schaffte es durch einen starken Angriff und durch einen Fehler vom Gladbacher Keeper das Spiel zu drehen und ohne Gefahr über die Zeit zu bringen. Dieser Sieg geht insgesamt in Ordnung, über ein Unentschieden hätten sich die Blaugranas allerdings nicht beschweren dürfen.

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