Spielerkritik | Lenglet resolut, Rakitic umsichtig, de Jong lässig

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FC Barcelona setzte sich mit 3:1 gegen den SSC Neapel durch, beim Achtelfinal-Erfolg stach besonders Messi in drei Aktionen hervor. Frenkie de Jongs Lässigkeit tat Barça gut, während die Abwehr im Verbund zu überzeugen wusste. Die Spielerkritik und Noten.

Marc-André ter Stegen

War in Hälfte eins beschäftigungslos, beim Elfmeter von Insigne dann machtlos. Strahlte an diesem Abend noch mehr Ruhe und Gelassenheit als sonst aus. Bei hohen Bällen aufmerksam, mit Ball am Fuß sicher und abgeklärt. Ein echter Fels in der Brandung – auch ohne Paraden. Barçawelt-Punkte: 8

Nelson Semedo

Nélson Semedo zeigte eine richtig gute erste Hälfte. War engagiert, strotzte vor Selbstvertrauen, traute sich mit Ball am Fuß etwas zu und sorgte auf rechts für Belebung. Nach dem Seitenwechsel tauchte der Portugiese vorne nur selten auf, was eindeutig an der Taktik und Vorgabe Setiéns lag, der seine Mannen vorsichtiger und defensiver agieren ließ. Semedo war defensiv konzentriert und hellwach, leistete sich keine Fehler. Barçawelt-Punkte: 7

Gerard Piqué

Gerard Piqué machte direkt in der zweiten Minute keine sonderlich glückliche Figur, als die Kugel über seinen Oberschenkel zu Mertens prallte, der anschließend nur den Außenpfosten traf. Ansonsten war der Abwehrchef aber auf der Höhe, allerdings agierte Barca im Defensivverbund als Team auch weitgehend so aufmerksam, dass der rechte Innenverteidiger diesmal keine Feuer löschen musste und recht wenig zu tun bekam. Barçawelt-Punkte: 6

Clement Lenglet

Erzielte das enorm wichtige 1:0 für die Katalanen nach einer Ecke per Kopfball, den er mustergültig ins Netz setzte. Absolvierte bis zur 70. Minute eine aufmerksame und konzentrierte Leistung, dann ließ er den wenige Sekunden zuvor eingewechselten Lozano im Rücken wegziehen, der Mexikaner vergab die Kopfballchance freistehend jedoch. Beim vermeintlichen 2:3-Anschlusstreffer durch Napolis Milik per Kopf kann man Lenglet zugute halten, dass er den polnischen Stürmer ins Abseits stellte, allerdings war er auch in dieser Aktion nicht so richtig nah dran am frisch eingewechselten Zentrumsstürmer. Bis auf diese beiden Szenen aber mit einer ansprechenden Leistung. Barçawelt-Punkte: 7

Jordi Alba

Alba bot eine engagierte Leistung, wie immer war er der Dauerläufer auf links, der die Linie rauf und runter marschierte. Seine Tiefenläufe waren gerade nach der Pause auffällig, denn sie sorgten über die sonst ziemlich verwaiste linke Seite für wichtige Entlastung. Barçawelt-Punkte: 7

Ivan Rakitic

Rakitic ersetzte den gesperrten Busquets auf der Sechs, der Kroate war um Ruhe im Spielaufbau und sicheres Stellungsspiel gegen den Ball bemüht – und je länger das Spiel andauerte, desto souveräner agierte Rakitic. Zirkelte in der Anfangsphase eine Ecke auf den Schädel Lenglets und legte so das Führungstor auf. Hatte dann kurz vor der Pause Pech, als Mertens seinen Atem spürte und dankend sofort zu Boden stürzte und Schiedsrichter Cakir den Neapolitanern einen Elfmeter schenkte. Doch der Kroate ließ sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen – er dirigierte, strahlte Ruhe aus und zeigte in Busquets’ Absenz ein ansprechendes Spiel vor der Abwehr. Barçawelt-Punkte: 7

Sergi Roberto

Spielte im rechten zentralen Mittelfeld unauffälliger als zuletzt in La Liga, als er mit Speed und Dynamik diese Rolle ausfüllte. Der unauffälligste Akteuer im Mittelfeld der Blaugrana, auch wenn er viel gegen den Ball arbeitete und rannte. Spielerische Highlights konnte Roberto gerade offensiv diesmal nicht beisteuern. Barçawelt-Punkte: 5

Frenkie de Jong

Spielte mit einer Lässigkeit und mit einem Selbstverständnis, welches Barça äußerst gut tat. Seine Dribblings aus dem Mittelfeld heraus entnervten die Neapolitaner gehörig, die Ruhe am Ball und Abgeklärtheit suchten an diesem Abend seinesgleichen. Eine Passquote von 91 Prozent spricht für sich, auch gegen den Ball war der Niederländer äußerst fleißig, half immer wieder hinten aus und positionierte sich gut. Ein Auftritt, der Hoffnung macht. Barçawelt-Punkte: 7

Lionel Messi

Messi begann auf der Zehn, dirigierte hier in Ruhe das Geschehen eher auf gemächliche Weise, ehe er nach 23 Minuten in echter Messi-Manier ein absolutes Traumtor markierte. Setzte sich halbrechts gegen drei Gegenspieler durch, stürzte, rappelte sich auf und schlenzte die Kugel dann im Fallen ins lange Eck. Ein unnachahmliches Messi-Tor. Sein zweiter Treffer des Abends wurde ihm dann aufgrund eines vermeintlichen Handspiels aberkannt, beim 3:0 per Elfmeter durch Suárez holte er geistesgegenwärtig den Strafstoß heraus. Hielt sich dann in Durchgang zwei merklich zurück – wohl auch eine Folge des Fouls von Koulibaly, der den Argentinier heftig am Fuß erwischt hatte. Barçawelt-Punkte: 8, MOTM

Luis Suárez

Suárez war in Halbzeit eins bemüht, gab auch zwei Torschüsse ab: Einer ging recht weit rechts vorbei, den anderen wehrte Ospina zur Seite ab. Der Uruguayer versenkte dann den Elfmeter kurz vor der Pause zum zwischenzeitlichen 3:0 eiskalt. Ansonsten war Barcelonas Nummer 9 jedoch abgemeldet – was aber auch am übervorsichtigen Spielstil der Blaugrana lag. Immerhin war Suárez generell gut im Spiel eingebunden. Barçawelt-Punkte: 6

Antoine Griezmann

War im ersten Durchgang recht wenig zu sehen. Von den drei Offensivspielern war Griezmann gegen den Ball der aktivste und fleißigste, er arbeitete wie gewohnt viel mit nach hinten und half in der Defensive aus, während Messi und Suárez vorne blieben. Das war besonders in Durchgang zwei auffällig, denn hier änderte sich Griezmanns Rolle: Nun spielte nicht mehr Messi auf der Zehn, sondern Griezmann, der wie in früherer Rolle bei Atletico Madrid sehr viel mit nach hinten half und sich tief ins Mittelfeldzentrum fallen ließ. Hatte nach 84 Minuten vorzeitig Feierabend. Barçawelt-Punkte: 6 

Monchu

Barça-B-Kapitän Monchu gab sein Debüt für die Profis und damit natürlich auch in der Champions League, der Mittelfeldregisseur der zweiten Mannschaft wurde in Minute 84 aufs Feld geschickt, um den Sieg über die Zeit zu bringen. Barçawelt-Punkte: keine Bewertung

Junior Firpo

Drei Minuten vor dem Ende kam Firpo auch noch für ein paar Augenblicke ins Spiel. Ließ sich dabei auf seiner Seite im Strafraum sogar einmal ausspielen, was aber keine Folgen hatte. Barçawelt-Punkte: keine Bewertung

Trainer Quique Setién

Quique Setién wählte ein 4-3-1-2 mit Raute als System, wobei Barça besonders vorne variabel agierte. In Durchgang eins war Messi hauptsächlich auf der Zehn, in Hälfte zwei nahm Griezmann diese Rolle ein. Setién vertraute Rakitic wie zuletzt auch die Rolle als Busquets-Ersatz an, was sich auszahlen sollte: Der Kroate agierte besonnen und abgeklärt. Setién verzichtete auf die Youngster Riqui Puig und Ansu Fati, wechselte beide erstaunlicherweise auch nicht ein. Dafür verhalf er Monchu, Kapitän von Barça B, durchaus überraschend zum Debüt. Insgesamt spielte Barça mit Hang zur Schläfrigkeit, war fast ausschließliich im Verwaltungsmodus unterwegs und war auf Vorsicht bedacht. Gegen Napoli ging das nochmal gut, auch weil Messi ein Zaubertor schoss. Die nächste Aufgabe FC Bayern München dürfte eine weitaus schwerere Hürde werden, bei der sich Barça steigern muss – auch und gerade spielerisch. Barçawelt-Punkte: 5

Erklärung zur Punktevergabe

10 Punkte: Weltklasse
9 Punkte: sehr gute Leistung
8 Punkte: gute Leistung
7 Punkte: ansprechende Leistung
6 Punkte: durchschnittliche Leistung
5 Punkte:
unterdurchschnittliche Leistung
4 Punkte: unbefriedigende Leistung
3 Punkte: schwache Leistung
2 Punkte:
ungenügende Leistung
1 Punkt: Totalausfall

 

Alex Truica
Freier Sportjournalist, Podcaster und Chefredakteur Barçawelt
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