Verunsichertes Barça enttäuscht bei magerem 0:0 gegen Slavia Prag

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Lethargisch, verunsichert, uninspiriert: Der FC Barcelona kam am 4. Spieltag der Champions League nach schwacher Leistung nicht über ein 0:0 gegen Slavia Prag hinaus. Die Katalanen haben damit einen Big Point in der engen Gruppe F vergeben.

Ernesto Valverde rotierte im Vergleich zur 1:3-Blamage bei der UD Levante: Antoine Griezmann vertrat den an der Wade angeschlagenen Luis Suárez im Sturmzentrum; Ousmane Dembélé, zuletzt gegen Levante nicht im Kader, begann dafür auf dem rechten Flügel. Im Mittelfeld startete Sergio Busquets, in der Abwehr Jordi Alba. Interessant war die Aufstellung aus positionstaktischer Sicht, denn Barça agierte über weite Teile des ersten Durchgangs im Ballbesitz situativ im 4-2-4.

Mit dieser Aufstellung wollte Valverde ein Ausrufezeichen setzen, aber Barcelona begann lethargisch, fast schon desinteressiert. Slavia traute sich in der Anfangsphase was zu und schob seine Spieler weit nach vorne. Barças erste Chance hatte Nelson Semedo, der schön von Piqué steil geschickt wurde, aber an der Fußwehr Kolars scheiterte (11.).

Piqué gegen den BVB gesperrt

Ansonsten war von den Katalanen anfänglich wenig zu sehen, auffällig war in der Anfangsphase nur Piqués Gelbe Karte – seine Dritte im Wettbewerb, damit fehlt er im Heimspiel gegen Borussia Dortmund gesperrt. Auffällig war ebenfalls die Rolle Arturo Vidals, der quasi als falsche bis echte Neun in vorderster Front agierte. Durch diese Maßnahme war Barcelonas Mittelfeld teilweise entblößt, wodurch dem spanischen Meister mitunter die Spielkontrolle abging.

Messi ans Lattenkreuz – Kolar herausragend

Und so plätscherte die erste Hälfte vor sich hin – Slavia wollte, aber war sichtlich in seinen Mitteln limitiert, während Barça mental limitiert wirkte. Verunsichert und zaghaft agierte Valverdes Team – bis Messi in Minute 35 zu einem seiner typischen Soli ansetzte, von rechts nach innen zog und den Ball in der ihm eigenen Manier aufs lange Eck schlenzte: Doch der Schuss klatschte ans Lattenkreuz.

Immerhin zum Ende des Durchgangs wachte der schläfrige Favorit auf: Messis Schuss (42.) und Piqués Kopfball nach einer Ecke (43.) wurden von Kolar exzellent gehalten. Quasi mit dem Pausenpfiff lag der Ball plötzlich in Barças Gehäuse, doch der Treffer zählte wegen Abseits zurecht nicht: Borils Flugkopfball wurde von ter Stegen grandios pariert, den Nachschuss stocherte Slavias Linksverteidiger dann rein (45.+1), doch dabei stand er glücklicherweise knapp im Abseits.

Alba muss verletzt raus

Zur Pause musste Valverde seinen Linksverteidiger tauschen, Jordi Alba musste mit Wadenproblemen raus, Sergi Roberto kam ins Spiel, Semedo rückte auf links. Roberto hatte nach der Pause auch die erste große Chance, nach schönem Lupfer-Pass Dembélés schoss er jedoch freistehend Kolar an (56.). Dann wurde auch Barça ein Tor wegen Abseits aberkannt, als Messi auf Vidal rüberlegte und dieser den Ball mühelos in die Maschen schob, stand La Pulga zuvor jedoch mit dem Hinterteil marginal im Abseits.

Barcelona war in dieser Phase dominanter, Prag rannte hinterher – befreite sich dann aber wieder aus der Umklammerung. Um die 70. Minute herum war das Geschehen wieder komplett ausgeglichen, die Blaugrana tat sich schwer, es fehlten Sicherheit, Bewegung und auch Wille und Überzeugung.

Am nähesten am Torerfolg dran war dann wieder Messi, nachdem ihn der eingewechselte Ansu Fati per Außenrist perfekt bedient hatte, scheiterte der Weltfußballer jedoch per Direktabnahme aus kurzer Distanz abermals am starken Kolar (77.). Ansonsten tat sich bis zum Schlusspfiff nichts mehr, weil Barcelona weiterhin Inspiration, Schnelligkeit und Klarheit in den Aktionen und auch Frische fehlte.

Ein allumfassend schwacher Auftritt der Katalanen, die damit nicht über ein 0:0 gegen den großen Außenseiter aus Prag hinauskamen. Es dürften unruhige Zeiten in Barcelona folgen – vor allem für Trainer Valverde.

 

Alex Truica
Freier Sportjournalist, Podcaster und Chefredakteur Barçawelt
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