Ausgerechnet Rakitic trifft: Müdes Barça im Copa-Halbfinale vor dem Aus

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Der FC Barcelona steht nach dem 0:2 beim FC Sevilla im Halbfinal-Hinspiel der Copa del Rey vor dem Aus. In einem mäßigen Spiel gingen die Andalusier mit ihrer ersten Chance in Führung und verließen sich in der Folge auf ihre starke Defensive. Die müden Katalanen kamen nicht mehr zurück und mussten ausgerechnet durch Ivan Rakitic kurz vor Schluss noch das 0:2 hinnehmen.

Ronald Koeman musste vor allem aus verletzungsbedingten Gründen sein Team im Vergleich zum 3:2-Auswärtserfolg bei Real Betis auf insgesamt fünf Positionen verändern: Für die angeschlagenen Ronald Araujo (Knöchelverletzung), Miralem Pjanic (Probleme am linken Fuß) und Martin Braithwaite (Adduktorenprobleme) kamen Junior Firpo – der überraschend auf der Rechtsverteidigerposition begann – Frenkie de Jong und Lionel Messi neu in die Mannschaft. Darüber hinaus ersetzte Samuel Umtiti den formschwachen Clement Lenglet und bildete das Innenverteidigerduo mit Oscar Mingueza, Pedri begann an der Stelle von Riqui Puig im zentralen Mittelfeld.

Messi vergibt freistehend – Koundé vernascht Umtiti

Beide Teams begannen die Partie relativ verhalten, Barça übernahm sofort die Spielkontrolle und ließ die Andalusier durch sehr hohes Pressing auch kaum an den Ball kommen. Nach elf Minuten hatte die Blaugrana dann gleich die erste Großchance durch Lionel Messi, nachdem die Katalanen das hohe Pressing Sevillas gekonnt überspielt hatten, doch der Argentinier traf nach herrlichem Chip-Pass von Griezmann den Ball nicht richtig und scheiterte per Direktabnahme frei vor Keeper Bono nach toller Vorlage von Griezmann.

Kurz darauf kamen auch die Gastgeber zu ihrer ersten Gelegenheit, als Barça Jules Koundé im Strafraum sträflich allein gelassen hatte, doch Sevillas Innenverteidiger zielte knapp am langen Pfosten vorbei (18.). Kurze Zeit später machte es Koundé dann besser: Der Franzose machte sich aus der eigenen Hälfte in Lucio-Manier auf den Weg, setzte sich gegen seinen Landsmann Griezmann durch, tunnelte Umtiti und schloss vor ter Stegen eiskalt ab – das 1:0 für die Gastgeber (25.).

Barça hatte in der Folge weiterhin zumeist die Spielkontrolle, doch Sevilla stellte eindrucksvoll unter Beweis, warum sie in den letzten sieben Spielen nur ein Gegentor kassiert hatten – die Blaugrana kam außer bei Messis früher Topchance zu keinen gefährlichen Abschlüssen, da Sevilla in einem 4-1-4-1 sehr dicht gestaffelt verteidigte. Insgesamt plätscherte die Begegnung so der Halbzeitpause entgegen, die Sevillistas sammelten etwas mehr Ballbesitz, allerdings ohne gefährlich zu werden, Barça merkte man auf der anderen Seite die vielen Spiele in den letzten Wochen an.

Ter Stegen reagiert glänzend

Praktisch mit dem Pausenpfiff konnten sich die Katalanen dann bei ihrem Schlussmann bedanken, dass sie nicht mit einem Zwei-Tore-Rückstand in die Pause gehen mussten: Ex-Barça-Akteur Aleix Vidal wurde auf der rechten Seite freigespielt, seine etwas ungenaue Hereingabe landete vor dem linken Fuß von Escudero, doch dessen strammen Schuss fischte ter Stegen überragend aus dem Winkel (45.+1) – so blieb es beim 1:0 nach dem ersten Durchgang.

Die zweite Hälfte begann schließlich etwas schwungvoller und die erste gute Chance hatte wieder La Pulga nach einem Konter der Gäste, doch Bono konnte den Flachschuss parieren (54.). Sevilla konzentrierte sich weiter hauptsächlich auf die defensive Kompaktheit und überließ Barça das Spielgerät, doch die Katalanen konnten nach wie vor keinen richtigen Druck entwickeln. Nach einer Freistoßflanke wurde es dann mal wieder ein wenig gefährlich, als Bono den Ball nach vorne abklatschen ließ, doch Umtiti kam etwas zu spät (68.).

Barça tut sich schwer

Bei jeder ansatzweise gefährlichen Aktion hatte Messi seine Füße im Spiel, so auch nach einem von ihm initiierten Angriff, als seine Flanke über Umwege zu ihm zurück kam, er aber am linken Pfosten vorbeischoss (71.). Direkt darauf wurde Jordi Alba im Strafraum zu Boden gezogen und alle erwarteten den Elfmeterpfiff, doch Schiedsrichter Mateu Lahoz sah den Beginn des Fouls außerhalb des Strafraums und entschied auf Freistoß – eine diskutable Entscheidung (73.).

Rakitic macht alles klar

Die Blaugrana war bemüht, die Zügel noch einmal etwas anzuziehen und die wenigen Energiereserven nach den intensiven letzten Wochen in der Schlussphase zu mobilisieren, doch Sevilla ließ kaum etwas zu und hatte die Offensivbemühungen praktisch eingestellt – bis zur 86. Minute: Oliver Torres spielte einen glänzenden Ball per Außenrist auf Ivan Rakitic, Umtiti hob als letzter Mann das Abseits auf und so stellte der Kroate frei vor ter Stegen durch einen wuchtigen Schuss auf 2:0.

Die letzte Chance auf den so wichtigen Auswärtstreffer hatte erneut Messi in der Nachspielzeit, doch dessen flachen Freistoß aus zentraler Position kratzte Bono aus dem kurzen Eck (90.+1).

So blieb es beim 2:0 für den FC Sevilla, der sich eine glänzende Ausgangsposition für den Einzug ins Pokalfinale geschaffen hat. Barça hingegen steht vor einer Mammutaufgabe und wird einen Sahnetag benötigen, um das Ergebnis noch zu drehen. Das Rückspiel findet am 3. März im Camp Nou statt.  

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