CE L’Hospitalet – FC Barcelona

StartCopa del ReyCE L’Hospitalet - FC Barcelona
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Es gibt tatsächlich Spiele des FC Barcelona, die den Reiz einer Kreisliga-Partie, in der sich der Tabellenletzte und der Tabellenvorletzte gegenüber stehen, vermitteln. Nicht einmal die Spieler verfügen über die notwendigen Mittel,

um dem Fan die Begegnung schmackhaft zu machen. Wenn das Spiel dann auch noch spätabends seinen Anfang nimmt, wird man von einer qualvollen Müdigkeit und Langeweile überwältigt, welche die Sehnsucht nach

dem Schlusspfiff sekündlich größer werden lässt. Der große FC Barcelona, die vermeintlich beste Mannschaft aller Zeiten, sofern man diesen Vergleich zulässt, war zu Gast bei einem Drittligisten, CEL’Hospitalet, und setzte sich in diesem geschichtswürdigen Kräftemessen mit 1:0 durch. Iniesta markierte mit einem herrlichen Distanzschuss aus 20 Metern das einzige Tor des Abends. Dass es gestern nur bei diesem einen Treffer blieb und die Zuschauer nicht mit einem Torreigen beglückt wurden, lag nicht ausschließlich daran, dass die Gastgeber ihr Tor für einen Drittligisten beachtenswert hüteten. 

Vielmehr fehlte den Katalanen auch in diesem Spiel die finale Idee vor dem Strafraum, um den Mitspieler in eine ausgezeichnete Position zum Tor zu bringen. Das Kurzpassspiel funktionierte wie gewohnt gut und schnell – allerdings nur bis zum Strafraum. Sobald der FC Barcelona diese Markierung auf dem Spielfeld erreicht hat, entwickelte sich ihr berühmt berüchtigter Intuitivfußball zu einem arbeitsintensiven und sehr kopflastigen Unterfangen. Die visuelle Wahrnehmung konzentriert sich zu stark auf den Ball und macht es den Gegnern somit einfach, mögliche Gefahrensituationen zu antizipieren. Der Passgeber denkt zweimal zu häufig nach, ob er den tödlichen Pass riskieren sollte, und sollte er widererwarten doch mal ansatzlos erfolgen, dann erfolgt zur Sicherheit noch einmal der Blick des Stürmers nach hinten, ob der Passgeber sein Vorhaben verstanden hat, um kurz darauf festzustellen, dass der Ball seine Beine bereits passiert hat. Das wechselseitige Vertrauen in die Fertigkeiten der Mitspieler ist nicht mehr in vollem Maße vorhanden. Es ist bezeichnend, dass der FC Barcelona am gestrigen Abend relativ oft versucht hat, durch Schüsse aus der zweiten Reihe zum Erfolg zu kommen. Es ist ihnen gelungen, auch wenn es sich hierbei wiederum um eine für sie sehr untypische Herangehensweise handelt. In dem Umfang, in welchem es dem FC Barcelona in den nächsten Wochen gelingt, das Spiel auch unmittelbar vor bzw. im Strafraum schnell zu machen und zum intuitiven Fußball zurückzukehren, werden sie Erfolg haben. Manchmal genügt schon eine kleine Auszeit voneinander, um etwaige geistige Blockaden zu überwinden und zur mentalen Frische zurückzukehren. Die Länderspielpause kommt gerade sehr recht. Visca el Barça!

 

Raphael L.

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