Copa del Rey: Göttliches Alicante rüstet sich gegen angeschlagenes Barça

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Am späten Mittwochabend trifft der FC Barcelona im spanischen Pokal auf Drittliga-Klub Hércules Alicante. Barças erstes Spiel in der diesjährigen Ausgabe der Copa del Rey bringt die Katalanen in die valencianische Hafenstadt Alicante. Nachdem sich die Mannen von Luis Enrique im letzten Liga-Spiel kaum mit Ruhm bekleckern konnten, steht nun wenige Tage vor dem ‚Clásico‘ ein scheinbarer Pflichtsieg auf der Agenda. Obwohl dem amtierenden Pokalsieger eine glasklare Favoritenrolle zugewiesen wird, wissen vor allem die älteren Culés, dass die Fähigkeiten des Gegners im Estadio José Rico Pérez keineswegs zu unterschätzen sind.

Barças Titelverteidigung in einem der prestigeträchtigsten Wettbewerbe Spaniens, beginnt am Mittwoch um 22:00 Uhr. Insgesamt wird es zwei Aufeinandertreffen mit dem Hércules Club de Fútbol S.A.D. geben. Das Rückspiel tagt am 21. Dezember ebenfalls zur späten Stunde um 22:00 Uhr im Camp Nou. Dass die Historie dieser Partie nicht zwangsläufig für den Fußballriesen aus der Primera División spricht, zeigt ein Faktencheck von ‚los blanquiazules‘.

Fakten, Fakten, Fakten über…

… die Historie von Barças Gegner

Hércules kommt also aus Alicante, einer Stadt, die ca. 80km südlich von der Millionenmetropole Valencia entfernt liegt. Aufschlussreich ist, dass bis zur Epoche des Franco-Regimes in Alicante überwiegend die katalanische Sprache gesprochen wurde. Doch sowohl ‚Catalan‘, als auch der katalanische Stadtname ‚Alacant‘ wurden während der diktatorischen Schreckensherrschaft ab 1939 verboten. Heute werden in Alicante beide Sprachen offiziell gesprochen. Knapp 330.000 Einwohner wohnen in dem Ort, der primär für seine touristische Attraktivität, seine Herstellung von Wein und eben für den Fußball bekannt ist.

Der Verein Hércules Alicante wurde 1922 gegründet und (wahrscheinlich in einem Prozess der schöpferischen Kreativität) nach Zeus‘ Göttersohn Hérkules benannt. Den größten Erfolg im Pokal, erzielte der Klub in der finalen Ausgabe vor dem Spanischen Bürgerkrieg (1936-1939). So schaffte es die damalige Besetzung sogar bis ins Halbfinale, in welchem  sie dann mit einem Gesamtscore von 8-2 von Madrid geschlagen wurden. Barça ist im Pokal bereits zweimal auf Hércules getroffen. So konnten die Blauroten 1955/56 und 1995/96 den göttlichen Namen in die Knie zwingen.

… ein ehrwürdiges Stadion

Das Estadio José Rico Pérez wurde 1974 mit einem Freundschaftspiel gegen niemand Geringeres, als den FC Barcelona eingeweiht. Die Katalanen beendeten die 90 Minuten damals mit vier Treffern und null Gegentoren. Es sollte zugleich das erste Spiel des niederländischen Mittelfeld-Akteurs Johan Neesken (1974-1979 beim FCB) für Barça gewesen sein, der gerade von Ajax Amsterdam nach Spanien transferiert worden war. Das Stadion kann insgesamt 30.000 Besucher beherbergen und war bereits 1982 ein denkwürdiger Austragungsort für die Weltmeisterschaft. In Alicante siegte Argentinien mit 4:1 gegen Ungarn und 2:0 gegen Salvador. Das Spiel um Platz Drei zwischen Frankreich und Polen fand ebenfalls im José Rico Pérez statt.

… den beständigen Zweitligaklub Hércules

Die meiste Zeit verbrachte Hércules in der Zweiten Liga. Seit der Jahrtausendwende agierten sie nur in der Saison 2010/11 in Spaniens höchster Spielklasse. Auch wenn sie 2011 direkt wieder absteigen mussten, nahmen sie aus der Spielzeit einen Schock-Sieg gegen Barça mit. Nachdem die Blaugranes den Liga-Alltag bis dato mit 17 Spiele ungeschlagen überlebt hatten, mussten sie eine 0:2 Niederlage gegen den kleinen Klub akzeptieren. Beide Tore erzielte damals der Paraguayer Nelson Valdez, der mittlerweile bei den Seattle Sounders in der MLS zugange ist. Fakt: Heute besteht der gesamte Kader von Hércules, abgesehen vom kamerunischen Mittelfeldspieler Frack Omgba, ausschließlich aus gebürtigen Spaniern.

… Barças Niederlagen gegen die Hafenspieler

Bereits 1996/97 gab es ein Duell zwischen den ungleichen Teams. Auch in diesem Falle gewann die Zwergenmannschaft gegen den FCB zuhause und auswärts. In beiden Fällen schafften sie es sogar einen Rückstand umzudrehen. Fun Fact: Luis Enrique spielte und traf in beiden Matches.

… einen gegnerischen Wiederholungstäter

Innerhalb von vier Saisons trifft Luis Tevenet in der Runde der besten 16 Teams zum dritten Mal auf den FC Barcelona. Sowohl für Cartagena als auch für Huesca führte der Spanier den Dirigentenstab, als beide Truppen 2013 und 2014 auf die Katalanen trafen. Beide Teams mussten – mit den Gesamtscores von 7:1 und 12:1 – heftige Klatschen über sich ergehen lassen.

… das Aufeinandertreffen von alten Bekannten

Die Verbindung zu Barça ergibt sich – neben der in Alicante verwurzelten katalanischen Sprachkultur – zudem durch Albert Dalmau, einem Eigengewächs aus La Masia. Beim FC Barcelona spielte Dalmau für die B-Mannschaft unter der Federführung von Luis Enrique. Vor dem Copa-Spiel äußerte sich der rechte Außenverteidiger: „Wenn wir unseren Job am Mittwoch gut erledigen, können wir uns für die Zukunft entwickeln.“ Auch an seinen früheren Teamkollegen Sergi Roberto erinnert sich der 24-Jährige: „(Er) wusste wie er einen Vorteil aus den Möglichkeiten ziehen musste, die ihm der Coach gegeben hatte.“

… über die Verfassung der Kontrahenten

Aktuell stehen Hércules auf dem sechsten Platz in der Division 3B Group III, zwölf Punkte hinter dem Tabellenführer FC Barcelona B. Barças Reservemannschaft kam in der Liga mit einem 3:1-Sieg aus Alicante nachhause. Was sich schwarz auf weiß wie eine eindeutige Angelegenheit für die Mannen von Luis Enrique liest, lässt sich aufgrund des aktuellen Leistungsspiegels von Rakitić, Suárez und Co. rasch relativieren. Aus den letzten drei Pflichtspielen nahmen die Stars rund um Lionel Messi nur fünf von neun möglichen Zählern mit.

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