Zweiter Teil der Málaga-Trilogie

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Bildquelle: fcbarcelona.com

Nach der eindrucksvollen Vorstellung am vergangenen Sonntag gegen den FC Málaga steht am 16.1. die nächste Herausforderung auf der Barça-Agenda. Wieder erwartet der FC Málaga die Katalanen, diesmal im Hinspiel des Copa del Rey Viertalfinals. Die Schützlinge von Coach Pellegrini werden bemüht sein, die Niederlage vor heimischer Kulisse abzuhaken und sich in der Ferne besser zu präsentieren. Doch besteht angesichts der allumfassenden Überlegenheit des FC Barcelona überhaupt Hoffnung für Málaga? Die Blaugrana offenbarte in der Liga eine beeindruckende Frühform und fegte Málaga fast im Spaziergang aus dem Stadion. Unter dem Eindruck der jüngsten Ereignisse dürfte der psychologische Vorteil klar auf Seiten der Katalanen liegen, zumal im Camp Nou die Fans das Team antreiben werden. Auf Hochmut allerdings folgt oft der Fall, dessen sind sich die Trainer und die Spieler bewusst. Vilanova wird nicht müde hinzuweisen, dass seine Mannschaft bisweilen noch keinen einzigen Titel in dieser Spielzeit errungen hat und auch seine Spieler werten die sonntätige Begegnung nicht als Zeichen ihrer Dominanz, sondern als Anreiz, weiterhin hart zu arbeiten.

Pellegrini wird seine Lehren ziehen

Es ist nicht leicht, mehrere Male hintereinander gegen die gleiche Mannschaft anzutreten. Der Gegner kann sich immer besser auf die Spielweise seines Kontrahenten einstellen und die Pass- und Laufwege der Gegenspieler aus größter Nähe eindringlich studieren. Ausgehend hiervon bleibt ihm häufig die Zeit, zu intervenieren und eine taktische Gegenmaßnahmen zu treffen. Trainer Manuel Pellegrini wird in den letzten Tagen viele Stunden vor dem Fernseher verbracht und sich immer wieder das letzte Spiel seiner Mannschaft gegen den FC Barcelona zu Gemüte geführt haben. Er wird zu dem Schluss gekommen sein, dass die katalanische Pass-Maschinerie derzeit auch Hochtouren läuft und das Scheitern seines Ansatzes in La Liga deshalb unvermeidbar war. Desgleichen wird er aber diese Erkenntnis dazu nutzen, eine neue Strategie auszutüfteln, welche das komplexe Niveau spielerischer Interaktion beim Gegner mitberücksichtigt. Aus diesem Grund ist davon auszugehen, dass der FC Málaga am Mittwochabend mit einer anderen Darbietung aufwarten wird, insbesondere auch deshalb, weil ihnen diesmal ein Auswärtsspiel bevorsteht. 

In der Liga hat der FC Málaga die Fußballfans mit einer frischen taktischen Ausrichtung überrascht. Im Gegensatz zu vielen anderen Mannschaften hat Málaga nicht einfach den “Bus” vor dem Tor geparkt und auf den “Lucky Punch” gelauert, sondern eine Vorgehensweise gewählt, die von weitaus mehr Offensivgeist zeugt. Ein 4-3-3 respektive 4-3-2-1 charakterisierte ihre systematische Anordnung mit drei Offensivkräften, drei Mittelfeldspielern und der Viererabwehrkette. Der Abstand zwischen der Abwehr- und Mittelfeldreihe wurde minimiert, damit die Abwehrspieler mögliche Lücken antizipieren und dynamisch schließen konnten. Kernstück ihrer Spielweise sollte aber das Offensivpressing werden, mit dem Ballverluste in für den Gegner gefährlichen Regionen provoziert werden sollten. Die Idee war gut, die Umsetzung jedoch defizitär, auch weil die Passmuster des FC Barcelona an diesem Tag nahe an der Perfektion waren und Sergio Busquets einmal mehr einen sehr guten Tag erwischt hat. Ob Pellegrini in der Copa wieder ein Offensivpressing spielen lassen wird, ist daher fraglich. Ein Offensivpressing, das seinen Zweck verfehlt, ist nicht nur sehr kraftintensiv, sondern gleichermaßen demoralisierend. Man wirft alle Ressourcen in eine Waagschale und wird dennoch nach allen Regeln der Kunst vorgeführt – keine guten Voraussetzungen für ein kontinuierliches Aufbegehren. 

Veränderungen auf vier Positionen?

Zu erwarten ist nach alledem, dass der FC Málaga im Camp Nou deutlich restriktiver zu Werke gehen wird. Das Mittelfeld gehörte beim letzten Aufeinandertreffen komplett den Katalanen, die den Ball dank Überzahl gut zirkulieren lassen und die Mitspieler in den Zwischenräumen bedienen konnten. Zwar waren die Halbstürmer Isco und Joaquin viel unterwegs und haben Barças Spieler um den Mittelfeldkreis herum seitlich und in ihrem Rücken angelaufen, doch waren diese gewarnt und konnten sich durch eine Körpertäuschung oder einen Rückpass auf die Verteidiger ihrem Zugriff entziehen. Überwiegend aber war eine Anspielstation im Mittelfeld vorhanden, sodsas der FC Barcelona Lücken ausloten und sie schließlich finden konnte.

Spannung vermittelt auch die Frage, wie der FC Barcelona im heimischen Camp Nou aufgestellt sein wird. Denkbar sind Veränderungen auf vier Positionen im Vergleich zum letzten Spiel. Pinto wird wohl der Tradition gemäß Víctor Valdés im Tor beerben. Vor ihm könnte es zu einer Umstellung in der Innenverteidigung kommen, wenn Mascherano für Kapitän Puyol Platz machen müsste. Auf der Rechtsverteidigerposition bekommt Alves Konkurrenz vom wiedergenesenen Adriano, der im Training sicherlich Vollgas gibt und in die erste Mannschaft drängt. Das größte Fragezeichen aber steht hinter dem Aufgebot von Cesc Fàbregas. Häufig verzichtet Vilanova in Heimpartien auf die gleichzeitige Anwesenheit von Iniesta und Fàbregas auf dem Feld zugunsten eines echten Stürmers, was der Überzeugung an eine höhere Leistungsfähigkeit der Mannschaft im heimischen Camp Nou geschuldet ist und eine zusätzliche zentrale Anspielstation im Mittelfeld hinfällig macht. Demzufolge könnte Alexis Sánchez im Copa-Viertelfinalhinspiel zu einem Einsatz kommen. Es wird hochspannend, welche Elf Vilanova auf das Feld führen und wie sich Málaga der katalanischen Übermacht entgegenstemmen wird. Lassen wir uns überraschen.

 

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