Zur Situation von Arturo Vidal

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Mit großen Ambitionen wechselte Arturo Vidal im vergangenen Sommer nach Katalonien. Als fester Bestandteil der Meistermannschaft des FC Bayern München kam der „Krieger“ zum FC Barcelona und damit zu einer Mannschaft, die sich wohl auf einem ähnlichen Niveau bewegt, wie das Team aus der bayerischen Landeshauptstadt. So richtig will das Experiment allerdings noch nicht gelingen, wofür es einige Gründe gibt.

Wenig Einsatzzeit

Der Chilene zeigt sich bei den Blaugrana zunehmend frustriert, was unmittelbar mit seinen Einsatzzeiten zusammenhängen dürfte. Noch kein Spiel absolvierte Vidal über 90 Minuten. Die Spiele gegen den FC Valencia und Leganés musste er gar komplett von der Bank aus betrachten. In der Champions-League gab es magere acht Einsatzminuten. Nicht gerade der Anspruch eines Spielers, der in seiner Karriere so viele große Erfolge, vor allem mit Juventus Turin und dem FC Bayern, feiern durfte und dabei stets ein Schlüsselspieler seiner Teams war. Entsprechend frustriert zeigte sich Vidal im Verlaufe der letzten Wochen. Neben dem wütende Smiley, den er in seiner Instagram-Story postete, nahm „King Arturo“ auch im Rahmen seiner Reise mit der chilenischen Nationalmannschaft Stellung zum Thema. So gab er an, durchaus genervt von seiner Situation zu sein, besonders wenn man bedenkt, mit welchen Ansprüchen ein Spieler seines Kalibers auftritt.

Keine passende Rolle

Gekommen ist Vidal in erster Linie, um den nach China zurückgewanderten Paulinho zu ersetzen. Beide sind sehr ähnliche Spielertypen. Ihre Stärken liegen in erster Linie darin, den Ball zu erobern und Zuspiele der Gegenspieler zu antizipieren. Beide zeichnen sich dabei durch einer gesunde Härte in der Zweikampfführung und eine absolute Kämpfermentalität aus. Zusätzlich schalten sie sich oftmals ins Offensivspiel ihrer Mannschaften ein, was beiden eine enorme Torgefährlichkeit gibt. Arturo hat gegenüber Paulinho allerdings nicht zu verachtende technische Vorteile, die er ins Spiel seiner Mannschaft einbringen könnte. Trotzdem lassen diese sich natürlich nicht mit den Fähigkeiten eines Messi, Coutinho oder Arthur vergleichen. Darin liegt dann auch ein Problem, welches Arturos Situation kennzeichnet. Bereits in der zweiten Hälfte der vergangenen Saison versuchte Ernesto Valverde Barça zu einem Team zu formen, welches seine Erfolge eher über die technische Überlegenheit gegenüber den meisten Gegnern erringt, als über das kampfbetonte Spiel, welches eher einem Paulinho entgegenkam. So lässt sich der Transfer von Philippe Coutinho und das damit verbundene Abnehmen der Einsatzzeiten von Paulinho erklären. Momentan erleben wir eine Fortentwicklung dieses Prozesses, die sich in einer Zunahme der Einsatzzeiten von Spielern wie Arthur, Coutinho und Dembélé, sowie der Rückkehr zum altbewährten 4-3-3 manifestiert. Inwiefern diese Maßnahmen tatsächlich fruchten und ob der FC Barcelona dadurch viel attraktiver als in der letzten Saison spielt, sei mal dahingestellt, aber zumindest lässt sich an den bisherigen Aufstellungen erkennen, wohin der Weg führen soll. Es scheint also so zu sein, dass Valverde in seinem präferierten System keinen Platz für „King Arturo“ findet, da er auf allen Mittelfeldpositionen Spieler zur Verfügung hat, die für ein dominantes offensiv ausgerichtetes Spiel besser geeignet sind, als der Chilene. Nichtsdestotrotz sollte Vidal im Verlaufe der Saison auf seine Einsatzzeiten kommen, da er technisch immer noch stark genug ist, gegen einige Gegner das Spiel mitzugestalten und da die genannten Spieler einfach nicht durchgängig jedes Spiel der Saison machen können, wie man am Wochenende gesehen hat. Auf regelmäßige Startelfeinsätze in den ganz wichtigen Spielen sollte Vidal jedoch. Stand jetzt, eher nicht hoffen.

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