Kommentar zur Überflüssigkeit der Valdés-Diskussion

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Bildquelle: fcbarcelona.com

Ein jeder sah gestern das Spiel zwischen dem FC Barcelona und Deportivo La Coruña. Die Katalanen machten die Auswärtspartie nach einer 3:0 Führung noch spannend. Einige machen hierfür eine unkonzentrierte Abwehrleistung verantwortlich, doch die meisten sehen in Valdés einen Hauptschuldigen für die unnötige Spannung in der Partie.

Es gibt viele “Experten”/Fanboys/Möchtegern-Culés”, die in Valdés die Schwachstelle des FC Barcelona sehen, ja gar einen Abgang seiner Person vom erfolgreichen FC Barcelona fordern. Nun wirft sich explizit die Frage nach dem warum in den Raum. Es mag sein, dass Víctor Valdés in einigen Spielen seine Fauxpas, Patzer und Aussetzer hat, aber diese haben andere Schlussmänner, welche mit dem Prädikat “Weltklasse” bestückt werden, ebenfalls. Wieso also wird Valdés als einziger in der Luft zerfetzt? Wie es scheint, hat er unter den Experten, seien es die von Sky-Sport oder auch die “Fußball-Gelehrten” von Laola1, die während der Spiele immer wieder ihre Expertisen zum Barça-Torwart kundgeben, nicht viele Fans. Auch durchaus ernstzunehmende Größen des Fußballs scheinen wenig von ihm zu halten. Außer Acht gelassen wird hierbei natürlich die Tatsache, das Valdés in den letzten fünf Jahren immer derjenige Torwart war, der in LaLiga den geringsten Gegentorquotienten hatte.

Wieso also wird er nicht geschätzt? Es mag den Anschein haben, dass Víctor Valdés oft patzt, unaufmerksam ist oder fahrlässig agiert. In Wahrheit lässt sich das allerdings darauf zurückführen, dass man es als Barça-Keeper besonders schwer hat. 90 Prozent der Zeit kann man im Tor stehen und Daumen drehen, sofern einem das bedingt durch die Torwarthandschuhe noch möglich ist. Damit unser Schlussmann nicht ganz einschläft, wird er hin und wieder noch ins Kurzpassspiel einbezogen. Die permanent vorhandene Unterbeschäftigung kann dann eben schnell zur Ermüdung und vor allem zu einem Konzentrationsschwund führen. Wenn er dann doch einmal geprüft wird, muss er sofort seine Bestleistung abrufen; nicht selten stellt sich die Lage so dar, dass wenn der Gegner der Katalanen sich eine Chance herausspielt, Valdés meist machtlos ist. Die erschreckende Bilanz von wenigen Paraden in der letzten CL-Saison lässt sich ebenfalls einfach erklären. Barça unterbindet Angriffe meist schon im Ansatz(Stichwort Gegenpressing), dadurch kommt es zu wenigen Torschüssen. Wenn es allerdings einmal zu einem kommt, ist dieser schon beinahe eine hundertprozentige Torchance. Folglich kann Valdés eher wenig ausrichten, da er in Kontersituationen meist auf sich allein gestellt ist. Dieses Handicap haben andere Weltklasse-Keeper nicht, da die Spielphilosophie ihres Vereins meist nicht so konteranfällig ist.

Ein weiterer Aspekt ist auch, dass bei Barcelona die Jugendarbeit und Philosophie den höchsten Stellenwert einnimmt. Ja, ganz recht, das Motto “Més Que Un Club” hat sich nicht irgendein betrunkener Schimpanse ausgedacht, im Gegenteil, man stelle sich vor, dieser Slogan hat sogar eine Bedeutung. Barcelona symbolisiert die Region Katalonien. Barça symbolisiert das Gute im Fußball, die wichtigen Werte. Erfolg ist eben doch nicht wichtiger als Kontinuität. Man muss nicht unbedingt permanent über die Schiedsrichter herziehen oder Propaganda für einen portugiesischen Edelproleten, der nur zu gerne Weltfußballer werden würde, betreiben.

Das hebt den FC Barcelona von anderen Vereinen ab. Jedesmal wenn im Fußball ein System erfolgreich ist, lockt es erstens Neider, zweitens eine Menge Fanboys und Gloryhunters an und drittens braucht es immer eine Schwachstelle und einen Schuldigen, falls es nicht so läuft. Für den Laien dürfte dieser wohl in Víctor Valdés gefunden sein. Macht nichts, alle jene, die sich ein bisschen ausführlicher mit dem FC Barcelona beschäftigen und seine Werte und Philosophie schätzen wissen zum einen, dass Valdés der optimale Torhüter für Barça ist und zum anderen, dass es eigentlich gar keine Debatte um diese Position gibt.

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