Robert Lewandowski – Der perfekte Stürmer für Barça?

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Bildquelle: bvb.de

Als die Bayern am vergangenen Mittwoch über die Katalanen hinweggefegt sind wie der IC-Express über die weitläufige Landschaft, saß der Stachel tief im Herzen eines jeden Culé. Der Schmerz war besonders groß, da das Champions League-Halbfinale des großen Rivalen aus Madrid noch ausstand und die Mannschaft von José Mourinho eine Favoritenstellung innehatte. 24 Stunden später aber die Erleichterung, auch die Madrilenen haben eine herbe Niederlage einstecken müssen, die ihre Träume vom Finale frühzeitig begraben sollte. Es war Balsam auf die Wunden der Barça-Fans, die sich fast sicher sein konnten, trotz des voraussichtlichen Ausscheidens aus der CL in dieser Saison mit dem Meistertitel einen größeren Erfolg verbuchen zu können als die zweite Seite der Clásico-Medaille. Wer hat den Balsam aufgetragen? Antwort: Jürgen Klopps Spaßfußballer, angeführt von Chefbalsamierer Lewandowski, der mit vier Toren beinahe an den CL-Rekord von Lionel Messi herangereicht hätte.

Während einer Ecke trat Pepe zu Robert Lewandowski heran und meinte zu ihm, “du hast schon vier Tore geschossen, denkst du nicht, dass es langsam genug ist?”

. Es kommt nicht oft vor, dass Pepe wie ein närrischer Anfänger bloßgestellt wird – und das in einem Champions League-Halbfinale. Das Gefühl, immer einen Schritt zu spät dran zu sein und das Nachsehen zu haben, ist Pepe zwar durchaus bekannt; allerdings nur, wenn der unmittelbare Gegenspieler einige Weltfußballer-Titel im Gepäck führt und den Namen Lionel Messi trägt. 

Vier Tore in einem Spiel gegen Real Madrid, davon konnte der FC Barcelona in dieser Saison nur träumen. Die Dortmunder haben gezeigt, wie man die teils unsympathischen Herren aus der spanischen Hauptstadt deklassiert. Die Zauberformel setzt sich zusammen aus einem aggressiven Arbeiten gegen den Ball, Isolation der Gegenspieler, einem hohen druckvollen Pressing und schnellen Kombinationsspiel in der gegnerischen Hälfte. Faktoren, die dem Spiel des FC Barcelona in dieser Saison zunehmend verloren gegangen sind. 

Lewandowski – Der Offensivallrounder

Ein Akteur bei den Borussen hat sich bei der Demonstration spielerischer Überlegenheit besonders hervorgetan. Robert Lewandowski ist an nahezu jeder Offensivaktion seiner Mannschaft beteiligt, fungiert als Bandenspieler, Spielmacher sowie als Vollstrecker. Man mag meinen, es handele sich um einen kompletten Stürmer, der zu Recht große Begehrlichkeiten in Europa weckt. Wie jeder andere Spieler hat aber auch Lewandowski Defizite, die man durchaus benennen darf. Seine physische Statur ist nicht die furchterregendste, und sein Antritt lässt zu wünschen übrig, genau wie seine Endgeschwindigkeit.

Demgegenüber stehen aber die erstgenannten Tugenden, die ihn für den FC Barcelona besonders interessant machen dürften. Was ihm an physischer Leistungsfähigkeit fehlt, macht er durch sein Köpfchen wieder wett. Beim FC Barcelona muss jeder Spieler das Vorstellungsvermögen für komplexe Lösungsstrategien mitbringen, eine Begabung, die der Angreifer der Borussen Woche für Woche eindrucksvoll demonstriert. Mit seinen Mannschaftskameraden kreiert er Angriffskunstwerke, die ohne Weiteres einen Platz in jedem Fußballlehrbuch verdienen. Er lässt den Ball schnell laufen, ist gedanklich stets auf der Höhe und noch darüber hinaus, wenn er zum finalen Pass ansetzt – ein weiteres Charakteristikum dieses einzigartigen Stürmers, wenngleich aus Sicht des FC Barcelona nicht unbedingt das wichtigste.

Torgarantie und “Plan B” im Gepäck

Denn seit langem kursiert die Forderung nach einem “Plan B”, und Gerüchten zufolge(MD) möchte Tito Vilanova in der nächsten Sommerpause einen Mittelstürmer verpflichten. Mit Lewandowski wäre Barça kaum berechenbar im Angriffsspiel, der Stürmer kann wie kein anderer hohe Bälle verarbeiten und auch halten, sich gegen seine Gegenspieler behaupten und bei der Ankunft seiner Mitspieler die zur Verfügung stehenden Angriffsoptionen einer Abwägung unterziehen. Häufig rennt der FC Barcelona gegen eine “Wand” an, wenn der Gegner sich mit zahlreichen Spielern vor dem eigenen Tor postiert hat oder, wie zuletzt die Bayern, bereits kurz nach der Mittellinie keine Schlupflöcher zulässt. Bei Kontern tun sich die Katalanen ebenfalls schwer, weil die Flügel stark zurückarbeiten und die Konterwege sehr lang werden. Mit Lewandowski könnte man die Umordnungsphase des Gegners besser ausnutzen und häufiger Überzahl- und Gleichzahlsituationen im Angriff provozieren. 

Daneben sollte man die Torgefährlichkeit von Lewandowski nicht verhehlen. Zuletzt traf der Angreifer in 13 Spielen in Folge in der Bundesliga und hat 23 Tore zu Buche stehen, und auch in der Champions League hat er bereits 10 Mal getroffen. Nicht nur seiner Gebeine bedient er sich, um seiner Mannschaft einen zählbaren Vorteil zu verschaffen, sondern gleichsam seines Kopfes. Seine Kopfballstärke könnte dem FC Barcelona auch defensiv weiterhelfen, wenn man Lewandowski bei kopfballstarken Gegnern und Standards strategisch zurückziehen würde. 

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass der Stürmer in den Diensten von Borussia Dortmund sehr gut zu den Blauroten passen würde. Er würde die Möglichkeiten der Mannschaft um mehrere Dimensionen erweitern und könnte dafür sorgen, dass das Tempo im letzten Spielfelddrittel wieder zunimmt. Bleibt nur die Frage, wie wahrscheinlich ein Wechsel dieses vollwertigen Stürmers ist. In Deutschland wird Lewandowski immer wieder mit den Bayern und englischen Vereinen in Verbindung gebracht, zuweilen auch mit Real Madrid. Der Bezug zum FC Barcelona ist dagegen eine rein katalanische Erfindung(MD), was nicht gleichbedeutend damit ist, dass ein mögliches Unterfangen aussichtslos sei. Borussia Dortmund hat mit Lewandowski eine Vereinbarung getroffen, der zufolge Gespräche geführt werden können, wenn bis zum 15. Mai ein Verein an die Borussen herantritt. Dies sei nach aktuellen Angaben aber noch nicht passiert.

Wenn bisweilen keine Verträge geschlossen worden sind, ist das vielleicht die Chance für die Katalanen. 

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