Der FC Barcelona und La Masia: Barça und die Sache mit der Dominanz

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Tief in den Wurzeln des FC Barcelona verankert und weltweite Popularität genießend ist es die wahrscheinlich beste Fußballakademie, die auf diesem Planeten existiert. Ein Fußball-Mekka für junge und aufstrebende Kicker, die den steinigen und harten Weg eines Fußballspielers in Kauf nehmen wollen. So könnte sich in etwa eine passende Beschreibung dieses Ausbildungszentrums anhören, das allgemein unter dem Namen ‘La Masia’ Bekanntheit erlangt hat. In einer vierteiligen Artikelserie wollen wir euch ‘La Masia’ und ihre Trainingsmethoden etwas näherbringen und zeigen, wie Messi, Iniesta, Xavi und Co. zu filigranen Ballkünstlern gereift sind.

Wie ein Sandkorn umgeben von einem riesigen Strand erscheint das Gebilde, das ins Deutsche übersetzt schlichtweg den Namen ‘das Landhaus’ trägt, zumindest im Vergleich zum fast 100.000 Zuschauer fassenden Camp Nou. Und doch ist der Einfluss, den diese kleine Residenz auf die Spieler in diesem Stadion besitzt, immens und kaum in Worte zu fassen. Stars wie Lionel Messi oder Andrés Iniesta versetzen die Fans im größten Fußballstadion Europas regelmäßig ins Staunen und bringen sie in pure Ekstase. All dies wäre in der heutigen Zeit pure Illusion, wären diese Fußballkoryphäen nicht den Ausbildungsweg von ‘La Masia’ durchgegangen. Und an diesem Punkt stellt sich die legitime Frage: Was macht diese Ausbildungsstätte derartig besonders, dass sie solche Erzeugnisse – fußballerisch und menschlich gesehen – vorweisen kann?

Bevor wir auf die Thematik La Masia und den FC Barcelona konkret eingehen, wollen wir in diesem Artikel zuerst allgemeine Aspekte der modernen Trainingsabläufe bei der Entwicklung eines Kindes sowie der darauf folgenden Jugend ansprechen.

Das Training – Der Grundstein zum Erfolg

Dass das Training eine ungemein wichtige Rolle hinsichtlich Leistungsvermögens einer qualitativ hochwertigen Fußballmannschaft einnimmt, versteht sich von selbst. Noch stärker trifft dies beim Training mit Jugendspielern zu. Dementsprechend professionell und koordiniert muss ein Trainer beziehungsweise Trainerteam diesen essenziellen Aspekt angehen. Im Jugendbereich werden Kinder und Jugendliche in verschiedene Altersstufen mit den dazu verbundenen und entsprechenden fußballerischen Ansprüchen eingeteilt.

So sind die Anforderungen für Kinder von 6 bis 11 Jahren noch relativ gering und dienen ausschließlich dem Erwecken eines Interesses für den dazugehörigen Sport, was in unserem Fall der Fußball ist. Da die kognitiven Fähigkeiten eines Kindes in so einem frühen Stadium noch wenig ausgeprägt sind, wird darauf geachtet, dass ein Großteil der Trainingszeit mit dem Ball verbracht wird und das Kind erste Erfahrungen mit dem runden Spielgerät sammeln kann. In Form von Trainingsspielen mit Teamkollegen will man den Jungkickern spezifische Spielsituationen auf eine spielerische Art und Weise näher bringen und somit eine erste Basis für das Fußballspielen im Generellen erschaffen.

Ab dem 11. Lebensjahr wird dann vermehrt die koordinative Ausbildung verstärkt und spezialisiert. Da Kinder in diesem Bereich ihres Lebens eine Weiterentwicklung der körperlichen sowie kognitiven Fähigkeiten erfahren, muss das Training darauf ausgelegt werden, sich in diesen Bereichen zu verbessern. So werden das taktische Training und der Einsatz des eigenen Körpers wichtige Aspekte in Trainingsspielen. Allgemein werden in den weiterführenden Entwicklungsstadien die freien Bewegungsabläufe, die man als Kleinkind noch besaß, strikter sowie limitierter und sind von einem zunehmend größeren taktischen Einfluss geprägt.

Die Auslegung des Trainings in diesen frühen Jahren entscheidet am Ende, in welchen Bereichen ein Fußballer wie stark ausgeprägt ist. Des Weiteren gibt sie an, welchen Stil, oder besser gesagt: welche Philosophie die Jugendspieler internalisieren. Somit muss sich jedes Trainerteam früh die Frage stellen: Welche Ziele und Ansprüche besitze ich an mein Team? Wie soll es spielen? Nur mit einer frühen und konkreten Entscheidungsfindung sowie Auslegung der Philosophie lassen sich in einem strukturierten Ablauf Fußballer passend zum spielerischen System formen – ein Punkt, den wir nun auf den FC Barcelona projizieren.

Barça: Dominanz schon in den Kinderschuhen

Wenn man an den FC Barcelona denkt, was sticht einem als allererstes, in nicht einmal dem kleinsten Bruchteil einer Sekunde, sofort ins Gedächtnis? Richtig, es ist das ballbesitzorientierte Spiel der Blaugrana, das den Spielern eine gewisse Dominanz über den Gegner verschafft und generell Spielkontrolle generiert. Dieser Stil stellt repräsentativ das gesamte katalanische Spiel der Blaugrana dar und ist tief in der Vereinsphilosophie verwurzelt. Dabei werden alle möglichen fußballerischen Mechanismen verwendet, um diesen Ballbesitz aufrechtzuerhalten und die Dominanz zu bewahren. Kurzum: Der FC Barcelona wäre nicht der FC Barcelona, gäbe es den Ballbesitzfußball nicht.

“Everything starts with the ball and finishes with the ball. Sometimes we forget that this is a game with 11 v 11, WITH ONE BALL, and we try to keep this ball, we try to play with the ball, we try to make everything with the ball.” – Pep Guardiola

Um diesen Ruf auch in der Zukunft für sich beanspruchen zu können, hat sich dieser spezielle Stil auch in den jeweiligen Altersstufen und Jugendteams eingenistet, initiiert durch die Einberufung von 26 Jugendspielern in Johann Cruyffs Karriere als Trainer des FC Barcelona, der wahrscheinlich prägendsten Figur des FC Barcelona in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dieses ‘Tiqui-Taqua’, wie ein spanischer Kommentator in einem WM-Spiel der spanischen Nationalmannschaft einmal treffend formulierte, um den Stil der Elf zu beschreiben, wird von der ersten Lehrstunde an dauerhaft an die Jungkicker herangeführt.

Da wir uns langsam aber sicher dem Ende dieses Artikels nähern, wollen wir doch einmal die Frage in den Raum werfen, die uns zum nächsten Thema führen wird. Wie entstehen ein gutes Ballbesitzspiel und die damit verbundene Dominanz? Denn genau das ist die Frage, die sich die katalanischen Funktionäre in den Jugendteams Jahr für Jahr aufs Neue stellen, um ein Trainingsprogramm zu erstellen, womit sich diese Ansprüche und Ziele in einem koordinierten Maß erfüllen lassen. Grundsätzlich lassen sich in diesem Kontext zwei substanzielle Aspekte nennen, ohne die ein Ballbesitzspiel wahrscheinlich nicht möglich ist. Einer dieser Aspekte ist gleichzeitig Kernthematik unseres nächsten Themas, nämlich die korrekte Behandlung und Verwendung des Spielgeräts in engen Räumen, kurz gesagt: Die richtige Technik mit dem Ball.

Teil 2: Der FC Barcelona und La Masia: Wie Messi und Co. zu Weltstars wurden (1)

Teil 3: Der FC Barcelona und La Masia: Wie Messi und Co. zu Weltstars wurden (2)

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