Ein kurzer Rückblick auf die Guardiola-Ära

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Am Mittwochabend ist es wieder soweit, der FC Barcelona trifft zum zweiten Mal auf seinen Ex-Trainer, unter dem man die erfolgreichste Ära der Vereinsgeschichte erleben durfte. Pep Guardiola ist in Barcelona eine Legende, eine Institution. Nicht nur, weil er so viele Titel als Chefcoach mit den Katalanen erringen konnte, vielmehr weil er eine von Cruyff entwickelte Idee perfektionierte und auf idealistische Art und Weise das fußballerische Gedankengut des Holländers in Ehren hielt und vor allem teilte. Guardiola schaffte es auch bei den Bayern, seine Spielidee zu verwirklichen und damit den deutschen Fußball maßgebend zu verändern. Nicht umsonst, und die ersten Monate unterstreichen dies, erwartet man sich auch in Manchester Großes von Guardiola. Barçawelt nahm sich das kommende Duell zum Anlass, einen alten Rückblick zu überarbeiten.

Der Anfang

Pep Guardiola

übernimmt das Traineramt beim FC Barcelona am 8. Mai 2008 als Nachfolger von Frank Rijkaard. Sein niederländischer Vorgänger hatte nach einer genialen Anfangszeit (Anm. d. Red.: erster Meistertitel seit 1999, Champions-League-Sieger 2006) zwei holprigere Spielzeiten. Zunächst landete man hinter Real Madrid auf Platz zwei, im Jahr darauf gar auf Platz drei und scheiterte des Weiteren im Champions-League-Halbfinale gegen Manchester United. Grund genug, um einen neuen Trainer zu verpflichten – namentlich Pep Guardiola. Dieser sollte das Ruder in die entgegengesetzte Richtung herumreißen.

Das gelang auch, zwar konnte man die ersten beiden Liga-Spiele nicht gewinnen, doch Guardiola glaubte an seine Idee und konnte am Ende des nächsten Kalenderjahres alle sechs möglichen Titel verzeichnen. Im zweiten Jahr reichte es immerhin für die Titelverteidigung in La Liga und den erneuten Sieg im Spanischen Supercup.

Den atemberaubensten Fußball spielte Guardiolas Truppe jedoch im dritten Jahr. Zwar musste man sich im Copa Del Rey Finale Real Madrid geschlagen geben, doch in der Liga und in der Champions League schaltete man die Königlichen eiskalt aus. In der Liga stand im Camp Nou sogar ein 5:0 Sieg auf der Anzeigetafel. Im Champions-League-Halbfinale war es Lionel Messi, der vorzeitig den Deckel auf die Partie setzte. Im Bernabéu gelangen ihm zwei Treffer, eines davon resultierte aus einem seiner bekanntesten Solo-Läufe.

Das vierte Jahr wird oftmals ein wenig verkannt. Zwar verlor man in der Liga frühzeitig den Anschluss hinter Real Madrid und musste sich auch in der Champions League im Halbfinale geschlagen geben, doch verabschiedete man sich aus beiden Wettbewerben mit wehenden Fahnen. Im Halbfinale dominierte man Chelsea und hatte schlussendlich einfach Pech. Als versöhnlichen Abschluss konnte man aber gegen Athletic Bilbao noch die Copa Del Rey erringen.

Was blieb von Guardiola? Eine ganze Menge. Pep schaffte es wie einst Cruyff, den Fußball zu revolutionieren. Seine Spielidee ist klar und gleichzeitig die oberste Maxime. Wird ein Titel nicht mit dieser gewonnen, ist er nichts wert. Oft wird Peps Fußball auf das Tiki Taka reduziert, er selbst gab jedoch in einem Interview zu verstehen, er hasse diesen Begriff. Tatsächlich ist Guardiolas Spielidee weit mehr, als das glorreiche Kurzpassspiel. Bei Pep geht es darum, eine klare taktische Ordnung an den Tag zu legen, den Ball zu haben und im letzten Drittel der Kreativität freien Lauf zu lassen. Bis dort hin ist aber jeder Spielzug bis ins kleinste Detail geplant, wie Thierry Henry einst in einer Analyse zu verstehen gab.

Auch bei Manchester City ist seine Handschaft schon nach wenigen Monaten klar zu erkennen. Kritiker werfen dem Katalanen oft Engstirnigkeit und Einseitigkeit vor, doch tatsächlich ist Guardiola taktisch äußerst flexibel. Er versucht nicht, sämtliche Spieler in ein bestimmtes System zu pressen. Sein System ist durchaus variabel. Festgelegt ist lediglich die Basis: Das Spiel gestalten und den Ball zu haben. Andere Feinheiten hängen sehr stark von den Spielern ab.

Passt ein Spieler jedoch gar nicht zu seiner Spielidee, so muss er sich schnell verabschieden. Joe Hart ist das jüngste Beispiel. Trotz einiger Eigenheiten im Umgang mit den Spielern steht jedoch außer Zweifel, dass Josep Guardiola einer der besten Trainer ist, die die Fußball-Welt je gesehen hat. Seine Trophäen-Sammlung untermauert dies, seine Bilanz was die Integration von Jugendspielern angeht ebenso.

Der Trophäenschrank Guardiolas

Spanische Meisterschaft

2009, 2010, 2011

Copa del Rey

2009, 2012

Spanischer Supercup

2009, 2010, 2011

Deutsche Meisterschaft

2014, 2015, 2016

DFB-Pokal

2014, 2016

Champions League

2009, 2011 (FC Barcelona)

FIFA Klub WM

2009, 2011 (FC Barcelona), 2013 (FC Bayern München)

UEFA Supercup

2009, 2011 (FC Barcelona), 2013 (FC Bayern München)

Im ‚eigenen Garten‘ angebaut

Pep Guardiola hat sich von namhaften Spielern wie Samuel Eto’o, Deco und gar Ronaldinho getrennt. Spieler, die für jene den Rasen betreten durften, waren aus La Masia. Hier sind einige der Eigengewächse aufgelistet, welche im ‚eigenen Garten‘ heranwuchsen beziehungsweise aufblühten:

Guardiolas Werke:

  • Gerard Piqué
  • Lionel Messi
  • Sergio Busquets
  • Pedro Rodríguez
  • Thiago Alcántara
  • Joshua Kimmich

 

Der ursprüngliche Artikel wurde von Rafael Vrecar überarbeitet.

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