FC Barcelona – Real Madrid: Spielübersicht und Einzelkritik

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Bildquelle: fcbarcelona.com

Das war er also, der erste Clásico der Saison 2012/13. Es war zudem der erste Clásico für Barcelonas neuen Trainer Tito Vilanova. Und man kann sagen, dass es alles in allem ein gelungener Abend für den katalanischen Trainer war, wenngleich es einen Wehrmutstropfen gibt.

In der ersten Halbzeit spielten eigentlich nur die Hausherren, da die Gäste aus der spanischen Hauptsstadt sich hinten verschanzten und auf Konter hofften, welche sie aber im ersten Durchgang kläglich selbst zunichte machten. Auch deshalb hatte Barcelona defensiv keine Probleme und konnte sich voll auf das Offensivspiel konzentrieren, was schon relativ gut aussah, gerade wenn man bedenkt, wer der Gegner war und dass es gerade mal das zweite Pflichtspiel der Saison gewesen ist. Tore sollten aber vor der Pause nicht fallen, vor allem weil es Pedro und Messi gleich zweimal versäumten den spanischen Pokalsieger in Führung zu bringen.

Im zweiten Durchgang traute sich Madrid dann mehr zu und störte die Katalanen deutlich früher, als dies noch vor der Pause der Fall war. Dennoch kam Barcelona zur ersten gefährlichen Aktion, welche eigentlich einen Elfmeter verdient hätte, nachdem Raul Albiol Alexis Sanchez im Madrider Sechzehner zu Fall gebracht hatte. Der Pfiff blieb aber aus und fast im Gegenzug traf Cristiano Ronaldo nach einer Ecke von Mesut Özil zum überraschenden 1-0 für die Königlichen. Barças Antwort folgte nur zwei Minuten später: Nach einem klasse Zuspiel von Mascherano behielt Pedro alleine vor Casillas die Nerven und traf zum Ausgleich. 14 Minuten später brachte Sergio Ramos Andrés Iniesta zu Fall und diesmal gab es den fälligen Strafstoß, welchen Messi souverän zur katalanischen Führung verwandelte. Xavi war es dann vergönnt nach einem klasse Dribbling sowie wunderbaren Pass von Iniesta den Treffer zum 3-1 zu markieren. Fünf Minuten vor Schluss vergab Messi dann die Riesenchance zum 4-1, was sich rächen sollte. Im nächsten Moment konnte Valdés einen schlechten Rückpass von Adriano nicht richtig verarbeiten und schenkte Madrid damit den Treffer zum 3-2, welcher ihre Ausgangslage deutlich verbessert.

Barcelona wird mit einem Sieg ins Bernabeu fahren, wo Real Madrid gewinnen muss, was vielleicht der entscheidende Vorteil für die Katalanen sein könnte, welche sich eigentlich eine bessere Uasgangsposition verdient gehabt hätten.

Einzelkritik:

Victor Valdés: Machte bis zur 85. Minute einen sehr sicheren Eindruck. War bei hohen Bällen sehr präsent und sicher, ebenso bei den wenigen Rückpässen, die er verarbeiten musste. Das 3-2 geht aber auf seine Kappe. Er bekommt den Ball von Adriano auf den linken Fuß gespielt, weshalb er ihn sich auf den rechten legen musste, wobei der Ball ihm zu weit wegsprang und  letzlich zu Di Marias Tor führte.

Dani Alves: Barcelonas Nummer zwei agierte defensiv sehr solide und wusste auch offensiv zu überzeugen. So war er auch, der Messis erste gute Chance auflegte und den Pass spielte, welcher zum Elfmeter führte, den schließlich Messi zur Führung der Katalanen verwandeln konnte. Er war insgesamt sehr aktiv und zeigte sich was das Passpiel betrifft verbessert zum Spiel am Sonntag.

Gerard Pique: Wie es sich schon gegen Sociedad andeutete: Pique ist wieder in Form. Der lebenslange Socio agierte unglaublich sicher in der Defensive und konnte so manchen Konter von Madrid unterbinden. Dabei blieb noch genug Zeit um sich des Öfteren auch in der Offensive miteinzuschalten und so für ein bisschen Durcheinander in der Madrider Defensive zu sorgen.

Javier Mascherano: Auch er spielte sehr solide und wusste die Madrider Konterchancen zu vereiteln. Zudem war er es, welcher Pedros 1-1 mit einem herrlich getretenen langen Ball vorbereitete. Darüber hinaus glänzte er in der Spieleröffnung. 

Adriano: Adriano war defensiv zu Beginn nicht gefordert, weshalb er sich vor allem offensiv am Spielgeschehen beteiligte. Er machte dadurch das Spiel breit und gab den anderen Offensivspielern eine weitere Anspielstation, die ziemlich weit vorne positioniert war. Er traute sich auch den ein oder anderen dynamischen Lauf in Richtung Sechzehner zu, welche aber keinen wirklichen Ertrag lieferte. Nach der Pause war er defensiv mehr gefordert und zeigte, dass er durchaus dazu in der Lage ist auch gegen Real Madrid defensiv seinen Mann zu stehen,  wenngleich er gerade nach Di Marias Einwechslung das ein oder andere Problem mit eben diesem hatte. Zu erwähnen ist auch, dass er nicht ganz unschuldig am Treffer zum 3-2 ist, da er Valdés den Ball auf den falschen Fuß spielte, was zu dessen Stockfehler führte.

Sergio Busquets: Barcelonas “Sechser” musste einiges einstecken gegen den Meister, was ihn aber nicht davon abhielt ein klasse Spiel zu machen. Seine Antizipation war wie gewohnt sehr gut und auch sein Spiel mit dem Ball war sehr gut, gerade auch im Vergleich zum letzten Sonntag. Wie erwartet eine sichtbare Steigerung des Welt- und Europameisters.

Xavi: Eine sehr starke Leistung des Ersatz-Kapitäns! Er war sehr präsent, forderte ständig den Ball und lenkte zusammen mit Messi und Iniesta das Barça-Spiel. Viel Raum für seine tödlichen Pässe gab es nicht, dennoch spielte er einige sehr gute Pässe und wusste genau wann er das Tempo erhöhen musste und wann er selbiges herrausnehmen musste. Gekrönt wurde diese starke Leistung durch sein Tor zum 3-1.

Andrés Iniesta: Er war ebenso wie Xavi darauf bedacht Barças Spiel zu lenken und nach vorne zu tragen. Im ersten Durchgang spielte er ganz ordentlich, hatte aber nicht die zündenden Ideen um große Chancen zu kreiren. Dies änderte sich dann in der zweiten Halbzeit, wo er immer stärker wurde und Xavis Tor mit einem genialen Pass nach noch besserem Dribbling vorlegte. Kurz vor Schluss legte er auch Messi noch eine sehr gute Chance auf, welche dieser aber nicht nutzen konnte.

Pedro Rodriguez: In der ersten Halbzeit spielte er größtenteils links außen und hatte nicht sehr viele gefährliche Szenen. Er arbeitete gut nach hinten mit und konnte die Bälle die er bekam gut verarbeiten und weiterleiten. Wirklich gefährlich wurde er aber nur einmal, als er den Ball zentral vor dem Tor bekam und einen letzendlich zu zentralen Schuss auf das Tor von Iker Casillas abgeben konnte. Im Laufe der zweiten Halbzeit tauschte er dann die Seiten mit Aleixs Sanchez, was vielleicht auch einer der Gründe für seine steigende Auffälligkeit war. So war es auch Pedro, welcher Ronaldos Tor ausgleichen konnte, nachdem er einen langen Ball von Mascherano perfekt mitnahm und dann alleine vor Casillas die Ruhe bewahrte.

Lionel Messi: Barças Nummer zehn ließ sich sehr oft tief fallen um seinen Kollegen beim Spielaufbau zu helfen. Er spielte dabei insgesamt gut, blieb aber trotzdem unter seinen Möglichkeiten. Er hatte zu viele Ballverluste und Fehlpässe in seinem Spiel und war auch vor dem Tor nicht so abgeklärt wie sonst. Er schaffte es zudem auch nicht mal wirklich Fahrt aufzunehmen, was aber auch an der guten und dichten Abwehrarbeit von Real Madrid lag. Es war durchaus ein ordentliches Spiel von ihm, aber wer ihn kennt, weiß, dass er noch deutlich mehr kann.

Alexis Sanchez: Er begann anders als Pedro auf der rechten Außenbahn und war zu Beginn auch der Aktivere von beiden. Er machte das Spiel zusammen mit Alves breit und suchte immer wieder Möglichkeiten in den Strafraum zu kommen, was aber nicht immer klappte. In den Eins-gegen-eins-Duellen mit Coentrao traute er sich auch nicht genug zu, was zu dem ein oder anderen Ballverlust führte. Seine Defensivarbeit, sowie sein Beitrag zu den Passstaffetten war hingegen sehr gut. Er ging zweimal im Madrider Strafraum zu Boden, wovon die zweite Szene durchaus einen Elfmeter verdient gehabt hätte. Arbeloa hakt ein, während Sanchez zum Ball will und bringt ihn zu Fall. Die erste Situation hingegen wurde fair von Ramos gelöst.

Cristian Tello: Mit neuem haarlosen Look bestätigte er die positiven Eindrücke vom Sonntag. Er scheint diese Saison wirklich weit mehr als nur ein reiner Joker werden zu können, da er es endlich schafft auch mal den Kopf zu heben und die Nebenleute anzuspielen, anstatt immer nur auf seine Geschwindigkeit zu setzen. Auch seine defensive Leistung war sehr gut.

Cesc Fabregas: Spielte nur sehr kurz und war in keine nennenswerte Situation involviert. Die Pässe, die er bekam, verarbeitete und verteilte er gut.

Jordi Alba: Auch er spielte nur wenige Minuten bei seinem Clásico-Debüt und hatte somit kaum Zeit etwas zu zeigen.

 

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