FC Sevilla – FC Barcelona: 3 Brennpunkte zur Supercopa

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Willkommen zu unserem neuen Format „3 Brennpunkte“, das von nun an die klassische Spielanalyse ersetzen wird. Statt das ganze Spiel zu analysieren, picken wir von nun an immer drei spezielle, auffällige Dinge heraus und erläutern diese im Detail, auch um dadurch Diskussionen anzuregen. Gestern waren vor allem Ousmane Dembélé, die taktische Ausrichtung und Luis Suárez von Interesse. Viel Spaß mit dem neuen Format! Feedback ist sehr gerne gesehen.

Ousmane Dembélé 

Ja, Dembélé hat das Siegtor erzielt, doch das war nur die Kirsche auf der Torte und auch ohne dieses Tor würde er hier Erwähnung finden. Es wurde immer wieder behauptet, dass Ernesto Valverde kein großer Fan des Franzosen sei, doch, dass er ihn anstelle von Malcom, der immerhin auf der US-Tour dabei war und Testspiele absolvieren konnte, spielen ließ, war durchaus ein großer Vertrauensbeweis. 

Dembélé dankte es seinem Trainer mit seiner bisher vielleicht besten Leistung im Trikot der Blaugrana. Er spielte viel ruhiger und unaufgeregter als noch in der letzten Saison. Statt immer ins Dribbling gehen zu wollen, schaute er sich immer zuerst um und wählte dann auch einmal den einfachen Pass ins Zentrum, einen Rückpass oder einen Seitenwechsel. Sein Spiel wirkte deutlich reifer. Möglicherweise wollte er letzte Saison zu viel, auch aufgrund der hohen Ablöse und der Verletzung(en). 

Auch sein Spiel ohne Ball war deutlich verbessert. Er bot sich immer wieder an und eröffnete seinen Mitspielern somit Passoptionen. Defensiv war er ebenfalls auffällig gut. Engagiert war er in dieser Hinsicht auch letzte Saison, doch nun scheint er auch zu wissen, wie er unter Ernesto Valverde zu verteidigen hat.

Es war lediglich das erste Spiel der Saison, doch es war ein vielversprechendes für Ousmane Dembélé, der weiterhin eines der größten Talente im Weltfußball ist. Wenn er auf diesem Spiel aufbaut und so weitermacht, kann diese Supercopa der Start einer ganz großen Saison für den jungen Franzosen werden.

Die taktische Ausrichtung

Ernesto Valverde begann das Spiel im 4-3-3, was alleine schon sehr erfreulich war, weil es zeigte, dass er bereit zu sein scheint, nicht mehr rein auf das 4-4-2 aus der Vorsaison zu setzen. Das wirklich interessante war aber, dass Valverde später umstellte. Im zweiten Durchgang kam Philippe Coutinho für Arthur ins Spiel und bekleidete zunächst auch dessen Position als Achter. Nach einiger Zeit stellte Valverde dann aber auf 4-4-2 um, mit Coutinho auf links und Dembélé von nun an auf rechts. Von dort sollte der Franzose dann auch den Siegtreffer erzielen.

Diese Umstellung hatte aber vor allem einen Grund: auf beiden Flügeln Spieler zu haben, die tiefe Abwehrreihen durch Dribblings aufbrechen können. Diese taktische Möglichkeit zu haben, kann im Laufe der Saison extrem viel wert sein, weil man so variabel ist und den Gegner immer wieder überraschen kann. Zudem kann es dabei helfen, Coutinho näher an den gegnerischen Strafraum zu bringen, sodass er seine gefährliche Schusstechnik zur Geltung bringen kann.

Ernesto Valverde hat diese Saison einen besseren Kader zur Verfügung als noch in der vergangenen Spielzeit, gerade auch was die taktischen Möglichkeiten angeht. Jetzt liegt es an ihm, diesen auch zu nutzen. Die Supercopa macht optimistisch.

Luis Suárez 

Der Uruguayer machte ein sehr schwaches Spiel. Er verlor viele Bälle und machte es unnötig kompliziert, wenn es auch hätte einfach gehen können. Zudem vergab er zwei sehr gute Chancen. Er hatte keine Testspiele und kam erst kürzlich aus dem Sommerurlaub zurück, womit sich diese Leistung durchaus entschuldigen lässt. Allerdings hatte er solche Spiele auch in der letzten Saison, weshalb Valverde ihn dieses Jahr unbedingt öfter schonen muss. Suárez‘ Spiel ist sehr intensiv und erfordert viel Energie, doch mit 31 Jahren ist der „Uru“ einfach nicht mehr in der Lage, jedes Spiel zu machen und dabei dann an die absolute Leistungsgrenze zu gehen.

Munir ist ein ordentlicher Back-Up, allerdings ist er eher ein spielender Stürmer und niemand, der dichte Abwehrreihen physisch einschüchtern kann, weshalb er nicht die einzige Alternative für Suárez sein sollte. Die naheliegendste weitere Option Suárez ab und an zu schonen oder auszuwechseln ist Lionel Messi als falsche Neun spielen zu lassen. Mit Arthur, Dembélé, Coutinho und Malcom gibt es genügend Spieler, die Messi in Strafraumnähe in Szene setzen können, mit Tempodribblings die Abwehr des Gegners aufbrechen können und auch das Spiel kontrollieren können. Zudem kann Messi auch mit diesen Spielern rochieren, um den Gegner vor immer andere Probleme zu stellen und so nicht ausrechenbar zu werden.

Ernesto Valverde hat offensiv viele verschiedene Möglichkeiten und es wäre wünschenswert, wenn er sich diese auch zunutze macht. Suárez seine Pausen zu geben, wird auch dem Uruguayer helfen und ein fitter Suárez kann auch weiterhin noch in großen Spielen den Unterschied ausmachen. Doch er sollte nicht mehr unantastbar sein und auch einmal ausgewechselt werden, wenn er nicht gut spielt. Valverde hat die nötigen Bausteine, um auch ohne Suárez eine schlagkräftige Offensive auf den Platz zu bringen. Es bleibt zu hoffen, dass er sich experimentierfreudig zeigt und auch versucht, Gebrauch von diesen Optionen zu machen.

 

Stimmt ihr mit unseren drei Brennpunkten überein oder hättet ihr andere Punkte herausgepickt? Und wie seht ihr diese drei Punkte, stimmt ihr uns zu oder sehr ihr es ganz anders?

Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

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