Lindsey Horan – Teil 1: “Aus dir wird eh nie eine Fußballerin!”

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Wie Lindsey Horan auf der Plattform „The Players‘ Tribune“ schreibt, war die Inspiration durch Barça und insbesondere Messi entscheidend für ihren Lebensweg. Wir berichten über ihre ungewöhnliche Karriere und die allzu menschlichen Höhen und Tiefen. Denn dies ist die Geschichte eines kleines Mädchens, das trotz aller Widerstände auch wegen der Liebe zum FC Barcelona niemals aufgab, an seine Träume zu glauben und schlussendlich Profifußballerin und Nationalspielerin der USA wurde.

Zu nervös zum Fußballspielen?

Lindsey Horan wurde am 26. Mai 1994 in Golden in Colorado geboren und wuchs dort auf. Nach eigener Aussage startete ihre Liebe zum Fußball nicht mit Messi und dem FC Barcelona, obwohl beides in ihrem Leben eine große Rolle spielen sollte. Nicht einmal deren Spiele konnte sie im Fernsehen verfolgen, da ihre Eltern die Privatsender nicht zahlen wollten.
Dennoch hatte Lindsey irgendwie den Drang, Fußball zu spielen. Als ihre Mutter ihr dann anbot, sie bei einem Verein anzumelden, hatte die damals Fünfjährige allerdings eine Bedingung: Sie würde nur spielen, wenn ihre Mutter die Trainerin sei. Entgegen aller Vermutungen begann ihre Mutter daraufhin, sich Bücher für Fußballtrainer auszuborgen und sich selbst auszubilden. So wurde aus dem Wunsch Wirklichkeit und ihre Mutter versammelte einige Kinder, die zusammen unter ihrer Aufsicht Fußball spielten.

„Besser als Klopp und Pep“

„Ihr könnt darüber lachen, aber ich schwöre, meine Mutter war eine Meisterin der Psychologie. Sie war zu Teilen Pep, zu Teilen Klopp und zu Teilen Wenger.“, zeigt sich Lindsey Horan noch immer beeindruckt. Vor dem ersten Training hielt ihre Mutter eine Ansprache und versprach dem Spieler bzw. der Spielerin mit dem fairsten Verhalten auf dem Platz eine Belohnung. So gewann immer irgendjemand am Ende eines Trainings einen kleinen Preis. Lediglich Lindsey selbst wurde von ihrer Mutter nie ausgewählt. „Ich sage euch ja, dass sie einige psychologische Kniffe draufhatte. Oft kam ich nach Hause, schaute in die Lade mit den Belohnungen und dachte mir: ,Eines Tages…ich werde dich bekommen!‘“

Als Messi plötzlich die Welt verzauberte

Mit elf Jahren spielte Lindsey dann für einen der größeren Vereine in ihrer Nähe, bei Colorado Rush. Ein Trainer dort änderte ihrer Ansicht nach komplett ihr Leben, als er nach dem Training zu ihr kam und sagte: „Hey, Lindsey, du solltest echt diesem Lionel Messi zuschauen.“ Zu jener Zeit war Messi gerade einmal 17 Jahre alt und hatte er für die A-Mannschaft Barcelonas zu spielen begonnen. „Ich verliebte mich sofort in seinen Spielstil. Er war so klein, aber einfach ein Genie. Ich weiß, dass es ein Klischee ist, zu behaupten, Lionel Messi wäre dein Held. Aber damals war es speziell für mich, weil ich mit der Jungenmannschaft gespielt habe, um mich zu verbessern. Es hat mich inspiriert, wie Messi eine Partie kontrollieren konnte, obwohl er der kleinste auf dem Feld war.“

Liebe zu Barça als Antrieb

In ihrer Jugend träumte Lindsey immer davon, bei einer Weltmeisterschaft mitzuspielen, aber nachdem sie sich in Barças Spielweise verliebt hatte, wollte sie auch  unbedingt bei einem europäischen Spitzenverein spielen. Als sie ungefähr 15 Jahre alt war, fragte ein Regionaltrainer einmal alle Spieler nach ihren Träumen und ihren Wünschen für die nächsten paar Jahre. Die meisten antworteten, sie wünschten sich ein Stipendium oder sie wollten bei einem Profiverein spielen. Lindsey Horan jedoch sagte, sie wolle für die Frauen-Fußballnationalmannschaft der USA spielen und als Profi nach Europa gehen. Der Trainer lachte daraufhin und meint, das würde nie passieren. „Ich bin mir sicher, dass er keine Ahnung hatte, wie sehr mich diese Aussage gestört hat. Mittlerweile erscheint es unwichtig, aber in diesem Moment bedeutete es mir sehr viel. Das war wohl dieser Extraschub an Energie und Motivation, den man braucht, um einen Schritt nach vorne zu machen. Ich dachte mir nur: ,Wer bist denn bitte du, dass du mir sagst, was ich tun kann?!?‘ Ich werde die Art, wie er damals über mich gelacht hat, zumindest nie mehr vergessen. […] All die Leute, die an mir zweifelten, motivierten mich danach nur noch mehr.“

Der Sprung ins kalte Wasser

Nur wenige Jahre nach dieser Szene befand sich Lindsey auf einem Flugzeug in Richtung Frankreich, wo sie für PSG spielen würde. Sie war damals 18 Jahre alt, hatte gerade ein Angebot mit Stipendium von UNC ausgeschlagen und sprach kein Wort Französisch. Sie war sich durchaus bewusst, dass dies ein überstürztes Abenteuer war, das auch schiefgehen könnte. Mit 18 Jahren wagten Amerikanerinnen normalerweise nicht den Sprung nach Europa und die meisten Leute dachten, all dies sei ein großer Fehler. „Ich musste einfach meinem Herzen folgen. Deine Träume sind nun einmal deine Träume. Manchmal machen sie keinen Sinn für andere Leute.“

“Als ob du jemals Fußballerin wirst!”

„Fast alle rieten mir, es nicht als Profifußballerin zu versuchen. Eigentlich dachte sogar viele, ich sei komplett verrückt, das zu wagen. Am intelligentesten wäre es wahrscheinlich gewesen, College Soccer zu spielen. Und ich verstehe auch, warum die meisten Mädchen diesen Weg nehmen. Ehrlich gesagt gab es viele Momente, in denen auch ich dachte, ich hätte einen großen Fehler gemacht. Dann wollte ich bereit, einfach aufzuhören und nach Hause zu fliegen.“ Da sie in Paris war, musste sie ihren Platz im U-20-Team aufgeben, das dann bei der WM spielte. Noch heute meint sie, sie könne unmöglich vergessen, wie deprimierend es war, irgendwo in Frankreich vor dem Fernseher zu sitzen und zu sehen, wie ihr Land Deutschland im Finale schlägt. Ihr einziger Gedanke war „Was mache ich hier eigentlich? Warum bin ich hier und nicht dort?“ Aber sie hatte einen Grund, den sie nicht aus den Augen verlor – sie war bei PSG, um zu lernen und um sich zu verbessern. Die Professionalität war gegeben, die Intensität hoch. Vor allem die Trainer forderten mehr und versuchten, alles aus einem herauszuholen. Doch eines Tages änderte sich alles. Eine Person änderte alles. Und aus dem Albtraum würde ein Märchen werden…

Doch was passierte denn eigentlich? Seid ihr schon gespannt, welche Person bzw. welches Ereignis die Schattenseiten des einsamen Lebens in Paris unwichtig erscheinen lassen würde? All jene Fragen werden im nächsten Teil ebenso beantwortet wie die Frage, welchen Einfluss der FC Barcelona noch für sie haben würde. Wir hoffen, dass ihr die Fortsetzung nicht verpasst!

Michael Weilch
Treuer Culé seit Beginn der Ära Messis und der festen Überzeugung, dass Barça "més que un club" ist. Hofft, dass sich die Blaugrana auf ihre historischen Wurzeln besinnt und gerade in heutigen Zeiten ein Leuchtbild für Demokratie und Chancengleichheit darstellt - der Grund, warum der FC Barcelona eben nicht "nur" ein Fußballverein ist. Motto: "Tots units fem força!"
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