Real Madrid – FC Barcelona: Spielbericht + Einzelkritik

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Bildquelle: fcbarcelona.com

Es wurde nichts mit dem ersten Titel für den FC Barcelona unter dem neuen Cheftrainer Tito Vilanova. Gewann man im Hinspiel noch knapp mit 3-2, obwohl man hätte eigentlich deutlich höher gewinnen müssen, verlor man im Bernabéu völlig verdient mit 1-2.

Die Gäste aus katalonien wurden die ersten 30 Minuten regelrecht vorgeführt und fanden gar nicht zu ihrem Spiel. Durch das sehr hohe Pressing seitens Madrid war Barcelona nicht in der Lage dem Spiel Struktur und Ordnung zu geben und hatte immense Probleme beim Spielaufbau. Daraus resultierten einige Ballverluste, nach welchen Madrid schnelle und direkte Konter fahren konnte, woraus die beiden frühen Tore und auch der Platzverweis für Adrinao resultierten. Ab der 30. Minute fand Barcelona dann besser ins Spiel und wurde auch  noch zweimal vor der Pause gefährlich. Einmal verpasste Montoya knapp eine Hereingabe von Iniesta und das andere Mal zirkelte Lionel Messi einen Freistoß unhaltbar ins Tor von Iker Casillas.

Im zweiten Durchgang zog sich die Heimmannschaft weiter zurück. Das lag zum einen daran, dass Barcelona jetzt kommen musste, aber auch an Müdigkeitserscheinungen, welche nach solch einem kräftezehrenden Pressing verständlich sind, gerade zu so einem frühen Zeitpunkt der Saison. In der Folge kam Madrid zwar auch noch zu der ein oder anderen guten Chance, aber gefährlicher waren in der zweiten Halbzeit eher die Katalanen. Man kam zu einigen sehr guten Möglichkeiten durch Messi, Montoya, Alba und Pedro und hätte eigentlich noch den Ausgleich erzielen müssen, auch wenn dieser insgesamt nicht wirklich verdient gewesen wäre.

Es bleibt festzuhalten, dass Barça es versäumte ein besseres Ergebnis im Camp Nou einzufahren und dafür letztlich auch bestraft wurde. So dominant wie die Mannen von Tito Vilanova im Hinspiel waren, so unterlegen waren sie diesmal in dern ersten 30 Minuten. Real Madrid gewinnt den Supercup daher sicher nicht unverdient, aber dennoch sehr glücklich. Ein Supercup-Sieg von Barca wäre sicherlich ebenso wenig unverdient gewesen.

Einzelkritik:

Victor Valdés: Ohne ihn wären es deutlich mehr als nur zwei Gegentore für Barca geworden. Er war immer wieder mit unglaublich wichtigen Paraden zur Stelle um weitere Tore von Madrid zu verhindern. Bei den Gegentoren wirkte er aber leicht unglücklich. Bei Higuains Treffer bekommt er den Ball durch die Beine und Ronaldos Ball rutscht ihm über die Hand. Den ersten hätte er mit etwas Glück halten können und den zweiten hält er in 80% der Fälle, gestern leider nicht.

Adriano: Eigentlich sollte er wie im Hinspiel als Linksverteidiger auflaufen, aber durch die Verletzung von Alves musste er seit langem mal wieder als Rechtsverteidiger agieren. Offensiv versuchte er sich das ein oder andere Mal miteinzuschalten, mit eher mäßigem Erfolg. Defensiv hatte er, wie die gesamte Defensive, einige Probleme. Er konnte zwar auch mal entscheidende Zweikämpfe gewinnen, aber insgesamt wirkte er überfordert. In der 28. Minute war er dann wiedermal nur zweiter Sieger gegen Ronaldo und sah sich zu einer Notbremse gezwungen, welche zu einem berechtigten Platzverweis führte. Alles in allem ein Spiel zum Vergessen für den Brasilianer.

Gerard Piqué: Er patzte beim 0-2 und hatte auch ansonsten seine Probleme mit den schnellen Kontern von Madrid. Im Laufe des Spiels fing er sich aber und wirkte stabiler. Auch sein Passspiel wurde sicherer, was auch daran lag, dass Madrid nicht mehr so früh störte. Wie schon im Hinspiel versuchte Piqué auch im Bernabéu mit Vorstößen für Gefahr zu sorgen, was ihm diesmal aber nicht wirklich gelang.

Javier Mascherano: Sein 100. Spiel für Barca hatte er sich sicher anders vorgestellt. Er verursachte das 0-1, als er einen langen Ball von Pepe nicht klären konnte. Wie auch seine Nebenleute wackelte er zu Beginn, fing sich aber mit zunehmender Spieldauer und ließ sich eigentlich nur noch einmal von Khedira ausspielen. Sein Passspiel war bis auf einige Ausnahmen gut, wenn auch nicht so sicher wie sonst. So war es auch Mascherano, welcher Pedro seine Riesenchance zum Ausgleich auflegte.

Jordi Alba: Wegen der Verletzung von Alves beim Aufwärmen musste Alba für Adriano als Linksverteidger auflaufen, ohne sich wirklich warmgemacht zu haben. Dies merkte man vor allem zu Beginn des Spiels, als er defensiv Probleme hatte und offensiv gar nicht zur Geltung kam. Gegen Ende der ersten Hälfte wurde er dann präsenter, was sich im zweiten Durchgang weiterhin so darstellte. Nach einem überragenden Pass von Messi hatte er dann die große Chance den Ausgleich zu erzielen, konnte sie aber nicht nutzen.

Sergio Busquets: Auch er wirkte anfangs defensiv alles andere als sicher. Auch was sein Passspiel angeht hat man ihn schon besser gesehen. Im Laufe des Spiels konnte er sich steigern und wieder deutlich sicherer wirken, sowie einige gute Pässe spielen. Dennoch war es eine ausbaufähige Leistung von ihm.

Xavi: Kam nur sehr schwer ins Spiel und konnte ihm anfangs nicht seinen Stempel aufdrücken, geschweige denn Ordnung und Struktur in Barças Spiel bringen. Aber auch er steigerte sich im Laufe des Spiels und wurde mit der Zeit immer prägender. Trotzdem hatte er einige Fehlpässe in seinem Spiel und die ganz großen Glanzlichter blieben auch aus.

Andrés Iniesta: Ebenso wie Xavi brauchte er einige Zeit um sich im Spiel zurecht zu finden. Trotz einiger Fehler war seine Leistung insgesamt in Ordnung. Er war es auch, der eine starke Flanke auf Montoya spielte, welche diesen nur um Haaresbreite verfehlte. Ansonsten fehlten auch bei ihm die ganz großen Highlights.

Pedro Rodriguez: Er versuchte sehr viel, war aber oft auf sich alleine gestellt, da Messi sich weit fallen ließ und er ohne Sanchez der einzige noch vorhandene Stürmer war. Zuspiele konnte er in der Regel gut verarbeiten und auch seine Laufwege waren gewohnt gut; nur kamen zu wenige Bälle zu ihm in die Spitze. Nach einem solchen Pass von Mascherano scheiterte Pedro nach klasse Ballannahme an Casillas und verpasste damit den Ausgleich nur knapp.

Lionel Messi: In der ersten halben Stunde war er nicht zu sehen, danach aber umso mehr. Kurz vor der Pause zirkelte er einen Freistoß unhaltbar an der schlecht gestellten Madrider Mauer vorbei ins Tor und gab somit allen Culés nochmal Hoffnung. In der zweiten Halbezit war er dann viel mehr involviert ins Spielgeschehen und versuchte das Spiel nach vorne zu tragen. Es kamen zwar nicht alle Pässe in die Spitze an und auch einige Dribblings scheiterten, dennoch war es eine insgesamt gute Partie von Messi. Er selbst ließ kurz vor Schluss noch einen guten Schuss Richtung gegnerischem Tor ab, welcher aber daneben ging. Des Weiteren spielte er zwei sehr starke Pässe auf Alba und Montoya, welchen aber der Torerfolg ebenfalls verwehrt blieb.

Alexis Sanchez: Hatte vorne einen ganz schweren Stand und kam eigentlich gar nicht ins Spiel. Nach der roten karte von Adriano wurde er gegen Montoya ausgewechselt, womit er während der „guten“ Phase von Barca nicht mehr mitwirken konnte.

Martin Montoya: Kam gegen Ende der ersten Halbzeit für Alexis Sanchez um den vom Platz verwiesenen Adriano als Rechtsverteidiger zu ersetzen. Er hatte defensiv das ein oder andere Problem, machte seine Sache aber insgesamt recht ordentlich. Er versuchte sich auch immer wieder offensiv am Spiel zu beteiligen und dem Spiel somit auch mehr Breite zu geben. Kurz vor Schluss hatte er noch eine gute Chance nach einem guten Pass von Messi, jedoch scheiterte er an Casillas. Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn er mit mehr Tempo auf das Tor zugelaufen und dann eventuell mehr als nur eine Ecke möglich gewesen wäre.

Alexander Song: Er wurde in der 75. Minute für Sergio Busquets eingewechselt und gab damit sein Debüt für Barcelona. Er spielte insgesamt ziemlich gut, gerade wenn man bedenkt, dass es sein erstes Spiel war. Er brachte alle 18 Pässe zum Mitspieler und legte dabei fast noch den Ausgleich für Messi auf. Auch konnte er den ein oder anderen Ball zurückerobern. Dennoch sah man, dass er gerade was das Positionsspiel angeht noch einiges zu lernen hat. Er trug Mitschuld an Higuains Riesenchance als er es versäumte sich zwischen die auffächernden Innenverteidiger fallen zu lassen.

Cristian Tello: Hatte eigentlich kaum erwähnenswerte Szenen nach seiner Einwechslung. Bei einem Zuspiel suchte er direkt den sehr optimistischen Schuss auf das Tor anstatt den Ball nochmal in die Mitte zu legen. Ansonsten konnte er die wenigen Pässe die er bekam gut weiterleiten, den gewünschten neuen Schwung aber konnte er dem Spiel der Katalanen nicht geben.

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