Spielanalyse FC Bayern München gegen FC Barcelona 24.7.13

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Bildquelle: fcbarcelona.com

Nach nur einer knappen Woche Vorbereitung, samt dem unglaublich bitteren Rücktritt von Trainer Tito Vilanova, bestritt der FC Barcelona sein erstes Testspiel. In der Allianz Arena traf man im Rahmen des Uli Hoeneß-Cups auf den Triple Sieger der vergangenen Saison. Die Münchner befinden sich schon seit einigen Wochen im Training und sind nur wenige Tage von ihrem ersten Pflichtspiel entfernt, weshalb es nicht wirklich verwunderlich war, dass sie den Katalanen überlegen waren, vor allem physisch.

Da der neue Trainer, Tata Martino erst am Freitag offiziell vorgestellt wird, stand in München Jordi Roura an der Seitenlinie und schickte folgende Elf ins Spiel:

Bayern mit einem Spiel geprägt von Intervallen

Die Gastgeber kamen besser ins Spiel und waren von Beginn an bestrebt den Ball zu bekommen. Man merkte direkt, dass sie fitter und frischer als Barcelona waren und dieser physische Vorteil spielte insgesamt eine sehr große Rolle in diesem Spiel. Obwohl die Bayern in drei Tagen das erste Pflichtspiel beim BVB haben, schickte Pep Guardiola seine vermeintliche Topelf ins Spiel gegen Barcelona. Aber natürlich wollte er nicht, dass sich diese Mannschaft nun komplett verausgabt und dann am Samstag in Dortmund auf dem Zahnfleisch geht. Von daher scheint er seinen Spielern nahegelegt zu haben, nicht über 90 Minuten Vollgas-Fußball nach vorne zu spielen, sondern sich selbst immer wieder mal Phasen zum Durchatmen zu nehmen.

Dadurch sah es in der ersten Halbzeit so aus, dass Bayern immer wieder für eine gewisse Zeit das Tempo anzog und wirklich zielstrebig versuchte ein Tor zu erzielen, nur um sich dann mal einige Minuten etwas zurückzulehnen und Barcelona kommen zu lassen. So konnten die Münchner Kraft sparen, aber allzu gefährlich wurde es für sie kaum. Sie standen defensiv relativ sicher, bis auf die ein oder andere Ausnahme und zeigten auch in ihrem Offensivspiel schon eine sehr gute Abstimmung und Koordination.

In der zweiten Halbzeit war es dann insgesamt ein deutlich ruhigeres Spiel, da die Bayern die Zielstrebigkeit nun fast komplett aufgaben und das komplett durchgewechselte Barcelona-Team es einfach nicht schaffte Druck aufzubauen.

Barcelonas fehlende Mittelfeld-Kontrolle

Barcelona machte insgesamt kein schlechtes Spiel, ganz besonders wenn man sich die aktuellen Umstände mal etwas genauer anschaut. Was aber auffiel war, dass es den Katalanen nicht wie gewohnt gelang das Spiel bzw. den Ball aus dem Zentrum heraus zu kontrollieren. Song war ballsicher und zeigte auch eine gewisse physische Präsenz, aber weder Dos Santos noch Sergi Roberto konnten dem Team den Ruhepol bieten, den ansonsten ein Xavi oder ein Iniesta darstellen.

Das soll aber nicht heißen, dass sie schlecht gespielt haben. Gerade Sergi Roberto war ziemlich präsent und hat viel versucht. Er hatte einige gute Aktionen zu bieten und die vielleicht größte Chance nach einem Zusammenspiel mit Alexis Sánchez, vergab aber weil er ins Straucheln kam. Was bei ihm einfach fehlte, war diese Souveränität den Ball auch unter Bedrängnis zu halten und dem Team dadurch auch Sicherheit zu geben. Dies ging aber nicht nur ihm ab, sondern bis auf Song und Messi fast allen Spielern. Aber gerade bei Sergi Roberto fällt es besonders auf, weil er auf einer Position spielt, wo das sehr wichtig ist, gerade wenn man keinen Iniesta oder Xavi neben sich hat. Während der Saison wird er wohl fast immer einen von beiden neben sich haben, weshalb dies kein größeres Problem sein sollte, vor allem weil er in der Zeit mit den beiden, sei es im Training oder im Spiel, auch von ihnen lernen und in diesem Bereich noch besser werden wird. Und wir sollten nicht vergessen, dass weder er noch irgendjemand anderes von Barcelona heute bei 100% waren.

Durch dieses Mittelfeldproblem war Messi gezwungen sich sehr oft weit fallen zu lassen, um dem Team dadurch mehr Ballsicherheit zu geben und Angriffe initiieren zu können. Aber auch das war relativ schwer, weil es in der gesamten Mannschaft an Bewegung fehlte. Oft standen die Spieler nur herum, es bot sich kaum einmal jemand für einen Pass an. Dies lag vermutlich am harten Training und dem Umstand, dass dies das erste Testspiel war und die Spieler deshalb physisch noch bei Weitem nicht da sind, wo sie zu Beginn der Saison hoffentlich sein werden.

Leistungstechnisch ist aus diesem Spiel wenig zu ziehen, eben weil die Spieler physisch für so einen Gegner noch nicht gerüstet waren. Es gab einige gute Aktionen, aber auch einige Fehler, wie zu überhastete Abspiele und zu wenig Bewegung, aber wirkliche Aussagekraft hat dieses Spiel noch nicht. Man muss abwarten, bis Martino da ist und dem Team seine Ideen vermitteln kann. Erst dann kann man anfangen zu schauen, was die Spieler bringen und wo es Verbesserungspotenzial gibt. Aktuell geht es einfach nur darum wieder fit zu werden, sich Spielpraxis zu holen und Automatismen einzuspielen.

Ernst wird es ab Montag, wenn das komplette Team, also auch die Confed Cup-Teilnehmer das Training wieder aufnehmen und dann auch endlich wieder einen Trainer vor sich haben werden, der sicher schon einen Plan hat, was er mit der Truppe anstellen will.

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