Weltmeisterschaft 2018: Messis letzte Chance

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In genau 14 Tagen beginnt die Weltmeisterschaft. Die meisten Anhänger des FC Barcelona unterstützen dabei wohl ihr eigenes Land, sofern es dabei ist. Doch Lionel Messi wünschen wahrscheinlich alle den Sieg bei diesem Turnier oder würden es ihm zumindest gönnen, sollte das eigene Land scheitern. Für den mittlerweile schon 30 Jahre alten Argentinier könnte es die letzte Chance sein, den größten Erfolg, den es im Fußball gibt, zu erreichen.

Dass Messi nämlich noch keinen bedeutenden Titel mit der Nationalmannschaft gewonnen hat, ist der größte Kritikpunkt, den ihm viele, darunter auch einige seiner Landsleute, vorwerfen. Diese Kritik wird auch dadurch verschärft, dass Messi im WM-Finale 2014 gegen Deutschland unterlag. In den darauffolgenden Jahren gab es noch zwei Niederlagen im Finale der Copa America – jeweils gegen Chile, wobei ausgerechnet Messi im Finale von 2016 nach Verlängerung den entscheidenden Elfmeter verschoß. Im gleichen Jahr gewann dessen Dauerrivale Cristiano Ronaldo auf eine für viele immer noch unverständliche Art und Weise die Europameisterschaft, was den direkten Vergleich zwischen den zwei besten Fußballern unserer Zeit zugunsten des Portugiesen lenkt. Dass Argentinien es ohne Messi in keines der Endspiele geschafft hätte, übersehen viele bzw. würdigen es nicht. Wenn in 10 oder 15 Jahren an beide zurückgedacht wird, dann werden sich nur wenige – nämlich die Barça-Fans – an die spielerische Genialität Messis zurückerinnern. Im Bewusstsein der Allgemeinheit jedoch wird aller Voraussicht nach Ronaldo als EM-Sieger und derjenige, der über Jahre hinweg die Champions League dominierte, als der Bessere von beiden verbleiben. Die letzteren Gesichtspunkte werden von den Fans schmerzlicher empfunden als von Messi selbst, doch auch er will nach all den Enttäuschungen der letzten Jahre endlich gewinnen. Wie groß der Frust Messis ist, zeigte letztlich auch sein Rücktritt nach dem Finale von 2016. Zum Glück gab es auch einen Rücktritt vom Rücktritt. Weder mit dem Verein noch mit Argentinien konnte er international in den letzten Jahren irgendetwas ausrichten, sodass man mit Sicherheit sagen kann: Die WM ist der momentan größte Wunsch des Argentiniers.

Negative Vorzeichen  

Im Juni 2017 kam ein neuer Trainer nach Argentinien: Jorge Sampaoli. An der Seite von Chile gewann er 2015 gegen Messi und Co. die Copa America. Nun soll er auch mit Argentinien erfolgreich sein. Doch der Weg nach Russland gestaltete sich mehr als nur schwierig: Ohne Messi kam die Albiceleste nur selten zu guten Ergebnissen. Die Entscheidung und Qualifikation für Russland gelang erst am letzten Spieltag und es ist nicht verwunderlich, dass sie nur durch den Hattrick Messis gegen Ecuador erreicht werden konnte. So sicherte man sich den dritten Platz in der Südamerika-Qualifikation. Mit nur 16 Gegentoren aus 18 Spielen ist die Defensive nicht das Problem. Allerdings stehen dem nur 19 Tore gegenüber – Brasilien als Gruppenerster konnte 41 erzielen. Zur gleichen Zeit konnten die sonstigen Favoriten wie Frankreich, Deutschland und Spanien relativ leicht den Weg zur WM bestreiten.

Die Abhängigkeit von Messi und der Mangel an Qualität im Mittelfeld ist wohl das größte Problem, dem sich Sampaoli stellen muss. Dazu kommen eigentlich sehr gute Stürmer wie Sergio Agüero und Paulo Dybala, die allerdings im Trikot der Nationalmannschaft nicht dieselbe Leistung abrufen können und nicht ganz ins Team integriert worden sind, wie dies vor allem bei Dybala der Fall ist, der Messi in gewisser Weise ähnelt, was aber gerade die größte Schwierigkeit in der Aufstellung darstellt. Im März gab es eine Niederlage in Höhe von 6:1 gegen einen der Favoriten bei der WM, nämlich Spanien. Auch hier war Messi nicht dabei. Zuletzt kommt noch die Gruppe bei der WM hinzu: Kroatien, Island und Nigeria sind allesamt keine schwachen Gegner. Island konnte sich in der Quaifikation soagr als Gruppenerster gegen Kroatien durchsetzen. Viele zweifeln daher daran, dass es Argentinien überhaupt in das Achtelfinale schafft.

Messi in atemberaubender Form

Die größte Hoffnung für Argentinien lautet offensichtlich Messi und das nicht ohne Grund. Während die Saison vor der WM 2014 eine für Messis Standards gute, aber eben nicht überragende war, war die Saison 2017/18 eine seiner besten in der gesamten Karriere. In der Liga erzielte er die meisten Tore und schaffte es nach dem Abgang von Neymar im letzten Sommer fast alleine, diesen zu kompensieren. Er ist auch ohne Zweifel der Hauptgrund, wieso es der FC Barcelona zum Double schaffte. Auch wenn es international nicht reichte – allerdings hat hier auch die gesamte Mannschaft versagt, befindet sich Messi in atemberaubender Form. 

Ferner hat er sich seit 2014 enorm weiterentwickelt. Seine Qualitäten als Spielmacher haben sich noch mehr herausgebildet und demzufolge ist auch der Einfluss auf das Spiel immens gestiegen. Nach eigener Aussage ist er auch fitter und hat seine Ernährung umgestellt. Durch den frühen Ligagewinn konnte er sich außerdem in den letzten Wochen auch etwas mehr ausruhen und schonen. Schließlich hat er auch seine Freistöße verbessert und konnte in der vergangenen Saison sechs Tore aus Standards verwandeln, darunter auch einige entscheidende. Somit ist Messi auf jeden Fall ein kompletterer Fußballer geworden und aufgrund seiner Erfahrung könnte es ihm leichter fallen, mit dem Druck, der auf ihm und Argentinien lastet, umzugehen. Mit vollen Kräften und einem ungeheuren Siegeswillen wird Messi daher die WM antreten. Zur Zeit befindet er sich mit Argentinien in der Vorbereitung in Barcelona.

Fazit

Die Vorzeichen stehen momentan nicht so gut für Argentinien. Wie Messi selbst auch zugibt, gehört man nicht in den engen Favoritenkreis mit Spanien, Deutschland, Frankreich und Brasilien. Diese Mannschaften scheinen sowohl von der individuellen Qualität als auch von ihrer Mannschaftsleistung die besseren Voraussetzungen zu haben. Dennoch ist alles möglich – auch 2014 haben nur wenige mit Argentinien gerechnet. Allein wegen Messi ist Argentinien viel zuzutrauen und sollte zumindest einer seiner Kollegen wie di Maria zu einem fähigen Spiel- und Kombinationspartner für Messi werden, dann könnte Messi seine letzte Chance tatsächlich nutzen und endlich die WM gewinnen. 

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